Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
#fabgehtab: Rupert Fabig beim Wasserball des ASC 46 Göttingen

fab säuft ab! #fabgehtab: Rupert Fabig beim Wasserball des ASC 46 Göttingen

Es gibt Berichte, die kann ein Journalist nur schreiben, wenn er die Eindrücke am eigenen Körper spürt. Rupert Fabig (fab) scheut keine noch so körperliche Anstrengung, um in einer Selbsterfahrungsserie zu berichten. Diesmal versucht er, sich beim Wasserball-Training des ASC 46 über der Oberfläche zu halten.

Voriger Artikel
ASC 46 will ersten Auswärtssieg
Nächster Artikel
TV Jahn Duderstadt empfängt am Sonnabend die HSG Rhumetal

Rupert Fabig (mit der hübschen Ohrenschützer-Badekappe) wird schnell klar: Wasserball ist eine der anstrengendsten Sportarten überhaupt.

Quelle: Heller

Göttingen. Als gläubiger Katholik ist mir die Existenz der Hölle ohnehin bewusst gewesen. Entgegen allgemeingültiger Vorstellungen ist sie jedoch kein Ort brodelnder Feuerseen und glühender Hitze. Nein, sie ist aus Wasser, und meine teuflischen Qualen bestehen darin, dafür zu sorgen, dass diese Serie nicht in „fab nippelt ab“ umgetauft werden muss.

 

 
„Wasserball ist vor allem ein Kontaktsport“, sagt mir Routinier Henrik Kumlehn einen Atemzug nach der Begrüßung. Später wünsche ich mir, es wäre einer. Denn in erster Linie sind dafür passable schwimmerische Fähigkeiten vonnöten. Für jemanden, der seine Schwimmbadbesuche ausschließlich im Whirlpool verbringt und Wassertemperaturen unterhalb von 38 Grad so sehr mag wie Theo Zwanziger Wolfgang Niersbach sind das keine optimalen Voraussetzungen.

 

 
Trotzdem geht es hinein ins Becken des Uni-Sportzentrums. Mit Wassertreten beginnt die Einheit, an der neben mir noch reichlich andere Anfänger teilnehmen. Das sei, erläutert Kumlehn, um im Wasser auf einer Stelle Ballaktionen auszuführen, die kräftesparendste Variante – die nach ein paar Sekunden die Beine brennen lässt (es gibt also doch Feuer in der Hölle). Die Arme sollen aus dem Wasser ragen. Das tun sie bei mir, als Kumlehn mich beobachtet und lobt. Das sehe schon ganz gut aus. Sobald er sich weggedreht hat, paddle ich wieder mit beiden Armen. Es folgt eine Pass-Übung mit dem ziemlich griffigen Ball, der sich erstaunlich weit und hart werfen lässt. Und Werfen ist fünf Minuten später das Stichwort. Im Halbkreis schwimmen, dabei zu den Mitstreitern passen und schließlich aufs Tor abschließen. Nach zwei Würfen schlucke ich Chlorwasser, bin gerade noch in der Lage meiner Nase einen Tauchgang zu ersparen und entscheide, den nächsten Wurf absichtlich daneben zu werfen. Denn dafür muss ich den Ball wieder holen und darf endlich das Becken verlassen. Nach 15 Minuten am Stück im Wasser.

 
Pausen oder Festhalten am Rand gibt es beim Wasserball nicht. Mir ist völlig unerklärlich, wie die erfahreneren ASC-Akteure, die in der anderen Beckenhälfte trainieren, auch noch gelegentlich lachen können.

 
Vielleicht, weil das Torwurf-Training – abgesehen von Panikattacken ob des drohenden Untergangs – Spaß macht. Nachdem zunächst zwei meiner Würfe pariert werden, ziehe ich in einem Moment ab, als der Torwart gerade abgelenkt ist. Endlich. Erster Treffer. Ein Angriff später gelingt mir sogar ein Tor, obwohl er auf dem Posten ist. Nun werde ich übermütig, feiere das Erfolgserlebnis mit einer Pistolero-Geste, spiele meiner Nebenfrau einen coolen Pass hinter dem Kopf zu – und wundere mich über ein Pfeifen. Leicht erschrocken stelle ich fest, dass es sich dabei um meine Lunge handelt, die offenbar arg in Mitleidenschaft gezogen wird. Während der restlichen Übung gilt der Fokus also wieder dem Überlebenskampf. Kumlehn erklärt irgendwas, empfangsbereit bin ich aber nicht mehr. In der Brust sticht es, die Beine sind hundemüde und die Arme schwer wie Peter Altmaier.

 
Leicht wiederum, nämlich leicht blöd, sehe ich mit der ohrenschützenden Badekappe aus, die ich fürs abschließende Spiel benötige. Meine erste Erinnerung daran ist, dass ich umgeschwommen werde. Einfach so. Da meine Stärken in Mannschaftssportarten stets in der Offensive liegen, hoffe ich auf ein Tor. Blöd nur, dass ich bei Angriff meiner Mannschaft erst auf Höhe der Mittellinie angekommen bin, als es schon wieder zurück in die Verteidigung geht. Und umgekehrt. Mein Bewegungsradius gleicht in etwa dem eines 80-jährigen Schiedsrichters in der 3. Fußball-Kreisklasse. Ich verzichte daher auf die Defensivarbeit und schwimme vors gegnerische Tor. Einen Rivalen räume ich aus dem Weg, in dem ich ihn untertauche und mich über ihn hinwegziehe. Es würde mich nicht wundern, wenn das beim Wasserball legal ist. Nun bin ich frei vor dem Tor, mache mir bereits Gedanken über meine Jubelpose, werde angespielt – und fange den Pass nicht.

 
„Wechsel“, ruft Trainer Marcus Klein vom Beckenrand. Ich hundepaddle in seine Richtung. Leider sind zwei Mitspieler schneller. Ich muss drin bleiben. Verdammt. Erst beim nächsten Mal bin ich dran, bevor ich bei dieser hyper-anstrengenden Sportart drauf gehe.

 
Der ASC bietet freitags um 15 Uhr in der IfS-Schwimmhalle ein Nachwuchstraining für Kinder von acht bis 13 Jahren an. Voraussetzung ist, dass sie schwimmen können.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
04.12.2016 - 12:05 Uhr

Das 13. Erfolgserlebnis des Bundesliganeulings aus Leipzig wurde von "einer kapitalen Fehlentscheidung" überschattet. Das Missgeschick von Schiedsrichter Dankert sorgt nach der Partie für jede Menge Wirrwarr.

mehr
Hardenberg Klassika Gartenmarkt