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Handball-WM in Katar: Warum ist die deutsche Nationalmannschaft so stark?

Tageblatt fragt nach Handball-WM in Katar: Warum ist die deutsche Nationalmannschaft so stark?

Was macht die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der WM im Wüstenstaat Katar so stark? Wie stehen die Chancen aufs Finale, und ist sogar der Titel drin? Das Tageblatt hat sich bei Experten aus der Region umgehört – bei den Trainern der heimischen Oberligisten.

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Quelle: dpa

Göttingen. „Glückwunsch“, sagt Christian Caillat , Trainer des TV Jahn Duderstadt, „so eine Leistung war nicht zu erwarten, auch wenn Deutschland über das beste Außenpaar der WM verfügt“. Der Franzose, ehemaliger Bundesligaspieler, meint damit seine Nachfolger bei den Rhein-Neckar-Löwen, Uwe Gensheimer auf der linken und Patrick Groetzki auf der rechten Seite. „Außerdem deckt Deutschland sehr intelligent und läuft extrem gut nach vorn“, findet Caillat. Der Torwart und die Abwehr schließlich seien „überragend gut und tragen zum attraktiven Spiel der deutschen Mannschaft  bei“. Auch der Trainer Dagur Sigurdsson habe eine „überragende Arbeit geleistet.

Einen Halbfinaleinzug hält der Franzose für möglich, im Semifinale komme es auf den Gegner an: Treffen die Deutschen im Halbfinale auf Polen, erreichen sie auch das Endspiel, ist Kroatien der Gegner, ist es eine Frage der Physis: „Wie hat die Mannschaft die zwei Wochen verkraftet? Je mehr rotiert worden ist, desto größer ist die Chance. Und Deutschland hatte nicht so extrem viel Rotation“ – so viele gleichwertige Auswechselspieler zur Verfügung. Als „französischer Fan“ glaubt Caillat an einen französischen Sieg und hofft auf ein Endspiel Deutschland gegen Frankreich. „Das wäre ein schönes Finale“, sagt er.

Gernot Weiss , Trainer der HG Rosdorf-Grone, ist sich sicher, dass der Erfolg der deutschen Mannschaft eng mit dem Trainer Sigurdsson zusammenhängt: „Er macht einen guten Job, gibt dem Team Sicherheit und vermittelt ihm Ruhe und Kampfgeist.“ In der Zeit nach dem Rücktritt von Heiner Brand habe es jeder Trainer schwer gehabt, nun finde das Team dadurch in die Erfolgsspur, dass die Spieler wieder von sich überzeugt sind. Die Stärke der Mannschaft sei ihre Kompaktheit.

„Weil das Team hinten über viel Sicherheit verfügt, entwickelt es nach vorn viel mehr Spielwitz. Und es hat die zwei besten Außen des Turniers.“ Den Titel traut Weiss den Deutschen aber nicht zu: „Das Halbfinale ist drin und an einem guten Tag auch das Finale. Ich tippe auf den zweiten Platz und einen Weltmeister Frankreich.“

Frank Janotta von der TG Münden ist „überrascht, wie gut sich die junge Mannschaft präsentiert“. Nun im Viertelfinale sei alles möglich, auch wenn Katar einen Heimbonus hat. Stärken des deutschen Teams sind für ihn „die mannschaftliche Geschlossenheit, die Präsens und ein hervorragender Torwart in einer stabilen Abwehr, die dem Team Sicherheit verleiht“. Skeptisch ist er, ob es für den Titel reicht. „In der Weltspitze entscheiden oftmals Kleinigkeiten. Ich weiß nicht, ob die Qualität reicht, das hohe Niveau weiterzutragen.“

Der deutsche Erfolg zeige vor allem, „dass eine Wildcard nicht das Schlechteste ist, dass Deutschland hier hingehört. Denn schließlich soll bei einer WM die Leistungsspitze vertreten sein.“ Schade sei, dass die Weltmeisterschaft nur bei Sky übertragen werde, „denn es gibt bei einer WM immer viele Zuschauer vor dem Fernseher, die den Handball in Zukunft pushen könnten“.

Von Eduard Warda

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