Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 9 ° Regen

Navigation:
„Ich kann machen, was immer ich will“

Paralympics: 14-jährige Fackelträgerin Beatrice Vio „Ich kann machen, was immer ich will“

Beatrice Vio hat sich am Picadilly Circus einen Traum erfüllt. Die 14-jährige Italienerin war als Feuerträgerin gestern Teil des Fackellaufs, der die paralympische Flamme zur Eröffnungszeremonie ins Olympiastadion gebracht hat.

Voriger Artikel
Judoka-Zwillinge kämpfen zum Auftakt um Doppel-Gold
Nächster Artikel
„Tatkraft und Lebensfreude beeindrucken“

Stolze Fackelträgerin: Beatrice Vio in London.

Quelle: Steimer

London.  Jetzt hat sie ein Ziel vor Augen: 2016 möchte sie als Teilnehmerin gemeinsam mit den anderen Paralympioniken um Medaillen kämpfen. Dabei ist sie bereits jetzt die beste italienische Rollstuhlfechterin.

In Italien ist die Geschichte der kleinen Vio, die alle nur mit ihrem Spitznamen Bebe ansprechen,  beinahe durch alle Medien gegangen. Im Alter von elf Jahren wurden ihr nach einer schweren Meningitis-Erkrankung beide Arme und Beine amputiert. An Vios Willen und Ehrgeiz änderte das nichts. Ihre Geschichte rührte die Menschen im Land. Die italienische Tageszeitung Corriere della Sera bewegte mit anderen italienischen Zeitungen ihre Leser dazu, sich mit einer E-Mail beim International Paralympic Committee (IPC) für Beatrice Vio einzusetzen. Mit Erfolg: „Fackelträgerin bei den Paralympischen Spielen. Ich kann es immer noch nicht glauben. Ich kann euch nicht genug danken“, war im Corriere della Sera die Freude Vios zu lesen.

Mit der Fackel durch den Stadtteil Westminster

Und so trug Bebe die Fackel am Mittwochvormittag, 29. August, als Dritte ihrer 5er-Gruppe die Fackel gut 200 Meter durch den Stadtteil Westminster. Vom Picadilly Circus hinunter in Richtung Themse zu Craig‘s Court. Dass Vio nicht an den Wettkämpfen der Spiele teilnimmt, ist dem fehlenden Mut des italienischen paralympischen Komitees zuzuschreiben. Vor zwei Jahren gestattete es der italienische Verband der damals Zwölfjährigen nicht, an der Paralympics-Qualifikation teilzunehmen. Dabei gehört die amtierende U-17-Europameisterin im Rollstuhlfechten zu den großen Talenten dieser Sportart. Seit einem halben Jahr trainiert Bebe mit den italienischen Rollstuhlfechterinnen und ist jetzt bereits besser als alle nationalen Konkurrentinnen. Die Qualifikation für Rio 2016 sollte der einzigen vierfach amputierten Rollstuhlfechterin der Welt recht leicht fallen.

Bebe will mehr

Doch Bebe will mehr. Als großer Fan von Paralympics-Star Oscar Pistorius träumt sie davon, einmal ähnlich schnell mit ihren Carbon-Feder-Prothesen durch das Stadion zu sprinten. Anfang dieses Jahres stand Bebe erstmals auf den Sprint-Federn. Ihre Techniker hat Bebe bereits damit verblüfft, dass sie nach nur gut sechs Monaten Übung auf den Carbon-Feder-Prothesen, die  Fackel laufend durch Londons Straßen getragen hat.  „In Rio möchte ich fechten, aber auch an den Laufwettbewerben teilnehmen“, sagt Bebe. Am Selbstbewusstsein hat es der Italienerin anscheinend nie gefehlt. Im Alter von zwei Jahren soll sie zu ihrer Mutter gesagt haben: „Ich kann machen, was immer ich will.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Paralympics: Zweiter Wettkampftag

Im Fokus des zweiten Wettkampftages stehen aus deutscher Sicht gleich fünf Sportarten, in denen Paralympioniken Medaillenchancen haben. Sein zweites Edelmetall will dabei Tobias Graf holen. Nach Bronze am Donnerstag, 30. August, ist der Radsportler am Freitag bei der Verfolgung im Einsatz.

mehr
Alle Verein der 1. Bundesliga im Quotenvergleich von SmartBets.
23.10.2017 - 20:32 Uhr

Freude auf der einen Seite - kein Trainer mehr auf der anderen

mehr
Burgturnier 2017: Highlights aus drei Tagen