Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
In Rio droht ein Paralympics-Desaster

Erhebliche Einschnitte bei Infrastruktur In Rio droht ein Paralympics-Desaster

Positivschlagzeilen sind rar vor Beginn der 15. Paralympischen Sommerspiele. Eine enorme Deckungslücke im Etat konnte erst spät durch Steuergelder geschlossen werden. Das Budget musste empfindlich zusammengestrichen werden.

Voriger Artikel
Maschsee-Triathlon feiert Jubiläum
Nächster Artikel
Kerber vor dem ersten US-Open-Härtetest
Quelle: ROBIN VAN LONKHUIJSEN

Göttingen. Wenn am Mittwoch, 7. September, in Rio de Janeiro die Paralympics eröffnet werden, liegt auch der Schatten des russischen Doping-Skandals auf dem Maracana-Stadion. Obwohl die Nation im Gegensatz zu Olympia komplett von den Spielen ausgeschlossen wurde.

„Vom Internationalen Paralympischen Komitee kommen fast täglich Hiobsbotschaften“, sagt Marketa Marzoli. Vor jeden Paralympics lädt der Deutsche Behinderten-Sportverband ein, um seine Athleten (in Rio werden es 155 sein) vorzustellen und um Esprit für das drittgrößte Sport-Event der Welt mit seinen 4350 Athleten zu versprühen. Doch vor der Eröffnungsfeier herrschten in Frankfurt Bedenken, Sorgen und Ungewissheit vor.

Es musste kräftig gespart und zusammengestrichen werden. So berichtete Eva Werthmann vom Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) von erheblichen Einschnitten in Bezug auf die Infrastruktur. Wettkampfstätten wurden geschlossen, und beim Transportsystem gibt es erhebliche Einschränkungen.

Und dennoch reichten die Anstrengungen nicht aus, die Spiele ohne Steuermittel in der vorgesehenen Größe und dem gewünschten Niveau zu garantieren. Erst durch eine Finanzspritze von umgerechnet etwa 55 Millionen Euro wurden die Nerven der Organisatoren einigermaßen beruhigt. IPC-Präsident Philip Craven betonte, dass die Paralympics sich „ in der schwierigsten Phase ihrer 56-jährigen Geschichte“ befinden.

Mitte August lagen die Nerven blank: Craven und sein IPC mussten nicht nur Überzeugungsarbeit leisten, um Gelder für die Paralympics zu akquirieren. Es galt auch, das Gerücht zu widerlegen, dass die Spiele abgesagt werden könnten. Zwei Wochen warteten einzelne Nationale Paralympische Komitees schon auf Geld, das fest als Reisekosten eingeplant war. „Auch wenn die Situation sehr prekär ist, stimmt das Gerücht einfach nicht, dass die Spiele nicht ausgetragen werden können oder Sportarten gestrichen wer den“, teilte Craven mit.

Doch mittlerweile gibt es auch Lichtblicke: Die meisten Athleten des deutschen Teams sind seit Donnerstag in Rio und berichten von guten Verhältnissen im Dorf. Zudem scheint es doch noch einen Run auf die Tickets zu geben. Waren Mitte August erst etwa 300000 Eintrittskarten verkauft, so wurden inzwischen deutlich mehr als die Hälfte der etwa 2,4 Millionen Tickets abgesetzt. Die günstigsten Karten gibt es für umgerechnet drei Euro. Dass die Paralympics erstmals in mehr als 100 Ländern im TV zu sehen sind, verspricht zusätzliche Einnahmequellen. In Deutschland übertragen ARD und ZDF mehr als 60 Stunden.

Optimistisch blickt deswegen auch Ottobock-Chef Hans Georg Näder auf die Paralympics. Das Medizintechnik-Unternehmen stellt den technischen Service für alle Sportler und ist seit 1988 bei den Paralympics vertreten. „Die Paralympischen Spiele haben in den vergangenen Jahren immer mehr an Ansehen gewonnen. London war dabei sicherlich ein Meilenstein. Kritische Stimmen aufgrund der Wahl des Austragungsortes gab es immer. Wir konnten sehen, dass letztlich immer hervorragende Spiele ausgerichtet wurde. Dies wird in Brasilien genauso der Fall sein. Die Brasilianer werden die Paralympics zu einem rauschenden Fest werden lassen, davon bin ich überzeugt.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
26.09.2016 - 18:43 Uhr

Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt muss aufgrund der Ausschreitungen seiner sogenannten "Fans" im Pokalspiel beim 1. FC Magdeburg im August bei zwei kommenden Heimspielen auf Teile seiner Anhänger verzichten.

mehr
Hardenberg Klassika Gartenmarkt