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Paralympics: Gold-Tortur im Urlaubsparadies

Martin Schulz gewinnt die Triathlon-Premiere Paralympics: Gold-Tortur im Urlaubsparadies

„Das ist unglaublich. Ich habe Geschichte geschrieben. Das ist das beste Gefühl, das ich jemals erlebt habe.“ Martin Schulz ist erschöpft, aber außer sich vor Freude, als er sich über die Ziellinie quält.

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Martin Schulz bei der Siegerehrung ganz oben auf dem Treppchen.

Quelle: dpa

Rio. Der 26-jährige Leipziger gewinnt an der Copacabana die Triathlon-Premiere und trägt sich bei der Paralympics-Geburtsstunde dieser Sportart als erster Sieger in die Annalen ein.

Der amtierende Weltmeister kam mit den klimatischen Bedingungen und dem wechselhaften Wetter am besten zurecht und wurde so seiner Favoritenstellung gerecht. Bei 25 Grad legte der Leipziger allerdings kein perfektes Rennen hin und musste von Schmerzen gequält um seinen Triumph bangen. Doch letztlich sicherte er sich in 1:02,37 Stunden die Goldmedaille. Dabei verwies er den Kanadier Stefan Daniel (1:03,05) und Jairo Liuz Lopez (Spanien/1:03,14) auf die Podiumsplätze zwei und drei.

Dass Schulz nach den 750 Metern Schwimmen im 21 Grad warmen Atlantik nur Vierter war, brachte ihn trotz fast einer Minute Rückstand nicht aus dem Konzept. Er wusste, wer vor ihm lag und seine Schwimmleistung sei bei recht starkem Wellengang durchaus okay gewesen. Den Sieg garantierenden Abstand brachte Schulz auf der gut 22 Kilometer langen Fahrradstrecke zwischen sich und Daniel, seinen ärgsten Konkurrenten.

Vier Runden mussten abgespult werden. „Das war vielleicht meine stärkste Leistung auf dem Rad in meiner Karriere. Ich hatte beim Wechsel so ein wenig mehr Vorsprung, als ich hoffen durfte“, sagt Schulz.

Dass dieser bitter nötig werden würde, ahnte Schulz zu diesem Zeitpunkt noch nicht. „Die Rad- und Laufstrecke ist technisch nicht anspruchsvoll - da ist die absolute Leistung entscheidend“, hatte Tom Kosmehl im Vorfeld prophezeit. Der Triathlon-Nationaltrainer forderte seine beiden Athleten Schulz und Stefan Lösler, der in der Klasse PT2 Achter wurde, deswegen auf, alles aus sich herauszuholen und appellierte an deren Ehrgeiz und Siegeswillen.

Und Schulz enttäuschte seinen Coach nicht, auch wenn das Laufen für ihn zum Ende hin zu einer richtigen Quälerei geworden sei, wie Schulz später eingestehen musste: „Der Lauf lief katastrophal, ich hatte Probleme mit der Atmung. Ich hatte Seitenstechen und der Vorsprung ist ständig geschmolzen. Ich hatte nicht mal den Nerv, die Fahne zu tragen, sondern wollte einfach nur noch in das Ziel.“

Augen für die Idylle am wohl bekanntesten Strand der Welt oder für die mit Tausenden Zuschauern besetzte Tribüne hatte Schulz nicht. Im Ziel angekommen sank er zu Boden, küsste den blauen Grund. Nach der Tortur im Urlaubsparadies an einem der schönsten Flecken der Erde war Schulz einfach nur froh, Geschichte geschrieben zu haben.

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