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Medaillen-Sammlerin Buggenhagen holt Kugel-Silber

Kugelstoßen Medaillen-Sammlerin Buggenhagen holt Kugel-Silber

Sie kann offenbar nicht genug bekommen. 52 Medaillen hat Marianne Buggenhagen vor den Paralympics in London bereits gewonnen – darunter neunmal paralympisches Gold und 20-mal Gold bei Weltmeisterschaften. Am Sonnabendabend kam eine weitere hinzu.

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Marianne Buggenhagen

Quelle: dpa

London. Im vollen Olympiastadion gewann sie mit 8,46 Metern (946 Punkten) hinter der Chinesin Liwan Yang (7,50 Meter und 1057 Punkte) Silber und war damit mehr als zufrieden.

„Weil Diskuswerfen aus dem Programm gestrichen wurde, habe ich gesagt, ich kämpfe um eine Medaille, aber ich dachte eher, es wird Bronze“, sagte Buggenhagen, deren Lieblingswurfgerät der Diskus und nicht die Kugel ist.

Mit dem dritten Stoß des ersten Durchgangs hatte sich die 59-Jährige den zweiten Platz gesichert, den sie nicht mehr hergab. „Im zweiten Durchgang hat mir die Motivation gefehlt“, sagte Buggenhagen. Weil die Chinesin in einer anderen Klasse eingestuft war als die Deutsche, „hätte ich weit über Weltrekord stoßen müssen, um noch Erste zu werden“, sagte die Brandenburgerin. Um 80 Zentimeter verbesserte Liwan Yang ihre bisherige Bestweite in der F54-Klasse, was Weltrekord bedeutete – und bei einigen Nationen für Skepsis sorgte.

Vier Verbände überlegten Protest einzulegen, verrieten die Athletinnen. Buggenhagen und Martina Willing, die Vierte wurde, starten in der F55-Klasse und hätten so wesentlich weiter stoßen müssen, um eine ähnlich hohe Punktzahl zu bekommen.

An der Debatte, ob die Chinesin nicht hätte auch in der F55-Klasse starten müssen, wollten sich die beiden Deutschen nicht so recht beteiligen. Die Chinesin sei zwar plötzlich wie aus dem Nichts aufgetaucht, aber das gebe es ja immer mal wieder, sagte Willing. „Mich hatte vor den Spielen in Atlanta 1996 auch keiner auf der Rechnung.“

Die 52-Jährige aus Brandenburg verpasste das Treppchen hauchdünn. „So knapp war das“, sagte Willing und zeigte auf die Breite ihres Daumens. Nach den ersten drei Stößen hatte sie noch vor der Amerikanerin gelegen. Doch Angela Madsen stieß im zweiten Durchgang zwei Zentimeter weiter als Willing und diese konnte nicht mehr kontern. „Ich hatte ein paar technische Probleme mit der Stuhlanlage“,sagte die mehrfache paralympische Medaillen-Gewinnerin. Der vierte Platz sei zwar ärgerlich, aber die Weltspitze sei eben enger zusammengerückt, da gebe es nicht mehr so große Abstände wie früher. „Da ist Sport eben manchmal knallhart.“

Drei Stunden lieferten sich die beiden Deutschen mit der Chinesin und der US-Athletin einen engen Wettkampf im Olympiastadion, der Buggenhagen an ihre ersten Paralympics 1992 in Barcelona erinnerte. „Die Menschen hier sind so begeistert wie die Spanier. Und man hat das Gefühl, die sind alle nur wegen uns da.“ Am Sonntagmorgen als die Siegerehrung im Olympiastadion stattfand war die Option des Protests hinfällig geworden.

Aber Buggenhagen war ohnehin glücklich über Silber – Medaille Nummer 53. 1976 hatte ihre Medaillenjagd bei nationalen Wettkämpfen begonnen, da sie an internationalen zu DDR-Zeiten noch nicht teilnehmen durfte. In Barcelona holte sie dann gleich vierfach Gold: beim Kugelstoßen, Diskuswerfen, Speerwerfen und im Mehrkampf. Auch beim Rollstuhlbasketball stand sie schon auf dem Treppchen. Und wenn es nach ihr geht, ist nach London noch lange nicht Schluss.

Auf die Paralympics in Rio 2016 angesprochen sagte die deutsche Leichtathletik-Senioren, die schon 1994 Sportlerin des Jahres war: „Ich bin noch motiviert.“ Vielleicht klappt es in Brasilien ja dann auch wieder mit dem Diskus.

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