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„Ich lasse mich nicht behindern“

Paralympics: Weltklasse-Weitspringer Markus Rehm „Ich lasse mich nicht behindern“

Nach dem Absturz des alles überstrahlenden Oscar Pistorius suchen die Paralympics-Macher dringend ein einen Athleten, der die Strahlkraft und Vermarktungspotenzial hat, das Vakuum zu füllen. Nicht nur Experten trauen das dem smarten und überaus erfolgreichen deutschen Ausnahme-Weitspringer zu.

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Markus Rehm: Unter deutscher Flagge in Rio unterwegs.

Quelle: dpa

Rio kann für Überflieger Rehm der Absprungbalken in eine neue Dimensionen werden. Das Interesse der Medien an der Geschichte des Sprungwunders ist überwältigend. Selbst beim sogenannten Pre-Opening des Deutschen Hauses am Dienstagabend stehen die Journalisten Schlange. Und Rehm nimmt sich Zeit, um lächelnd die vielen Fragen zu beantworten. „So geht das seit Tagen. Markus gibt täglich mehrere Stunden Interviews, und es sind nicht nur deutsche Pressevertreter“, sagt Leichtathletik-Sprecher Nicolas Feißt.

Bei den Paralympics in Rio startet Rehm neben seinem Weitsprung-Wettkampf am Sonnabend, 17. September auch mit der 4x100-Meter-Staffel. „Die Stimmung ist super, wir verstehen uns klasse“, fiebert der Überflieger auch dem Lauf-Event mit seinem Team am Montag, 12. September, entgegen. Auch hier ist den Deutschen Gold zuzutrauen.

Rehms Leistungsstärke ist imposant. In Rio hat der Athlet von Bayer 04 Leverkusen eigentlich keine Konkurrenz zu fürchten. Sein härtester Konkurrent springt knapp einen Meter kürzer. Rehms Bestmarke – natürlich Weltrekord - liegt bei 8,40 Metern. Olympiasieger Jeff Henderson gewann in Rio mit 8,38 Metern. Rehms Ziel in Rio ist daher unstrittig: Alles andere als der Paralympicstitel wäre eine Enttäuschung, auch wenn der gebürtige Göppinger das Wort Gold nicht in den Mund nimmt. „Ich wäre kein Leistungssportler, wenn ich bei großen Wettkämpfen nicht das Ziel hätte, eine neue Bestweite zu erzielen“, sagt Rehm im Deutschen Haus.

Zudem will der Titelverteidiger zeigen, dass es kein böses Omen ist, deutscher Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier zu sein. Zuletzt hatte bei den Olympischen Spielen Timo Boll die Mannschaft angeführt und die sportlichen Erwartungen nicht erfüllen können. Diese Sorge wischt der Orthopädietechnik-Meister selbstbewusst und mit einem Zahnpasta-Lächeln weg. „Ich werde zeigen, dass das nichts miteinander zu tun hat. So schwer ist die Fahne ja nun auch nicht.“

Und doch würde ein erneuter Paralympics-Titel ihn sportlich wohl nicht erfüllen. Auch wenn er betont, dass die „Paralympics mein Hauptwettkampf sind“, will sich der ehrgeizige Spitzensportler mit den Besten messen: Olympia soll die große Bühne sein. 2014 durfte Rehm als Behinderten-Sportler bei den Deutschen Meisterschaften mitspringen. Er gewann mit 8,24 Metern überraschend den Titel. Ein Start im Nationaltrikot des Deutschen Leichtathletik-Verbands blieb Rehm, der von Ex-Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius trainiert wird, dennoch versagt.

Noch immer springt bei jedem seiner Sätze die Frage mit: Verschafft ihm seine Carbon-Feder, die seinen nach einem Wassersport-Unfall verlorenen rechten Unterschenkel ersetzt, einen Vorteil? Ein Gutachten belegt, dass Rehm keinen nennenswerten Vor- aber auch keinen Nachteil hat. Sogar die renommierte New York Times hatte zuvor über Rehm berichtet. Wie der Leichtathletik-Weltverband künftig damit umgehen will, ist noch nicht geklärt. Auch wenn Rehm es bisher nicht nutzte, könnte er sich an das Sportgericht CAS wenden. Ob dies der letzte Weg ist, scheint ungewiss. Sicher ist jedoch, dass Rehm einen erneuten Anlauf unternehmen wird, um sein Ziel zu erreichen. Getreu seinem Leitspruch: „Ich lasse mich nicht behindern."

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03.12.2016 - 11:59 Uhr

Der VfL Wolfsburg wird in den kommenden Jahren voraussichtlich weniger Geld vom Automobilkonzern Volkswagen erhalten. Dies hätte auch Auswirkungen auf die Transferpolitik.

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