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„Paralympics und Olympische Spiele in einem Atemzug“

Interview mit Ottobock-Chef „Paralympics und Olympische Spiele in einem Atemzug“

Das Duderstädter Medizin-Technik-Unternehmen Ottobock bleibt mindestens bis 2016 einer der weltweit wichtigsten Partner des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC). Mark Bambey sprach mit Ottobock-Chef Hans Georg Näder über die Zukunft der Paralympics, Chancengleichheit, Techno-Doping und die Kritik an den Prämien-Zahlungen für die Medaillengewinner.

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Paralympische Partner: Hans Georg Näder und Philip Craven.

Quelle: Ley

London/Duderstadt. Bambey: Die Spiele laufen jetzt seit zwei Tagen. Sind Sie zufrieden, wenn Sie London mit den als „Paralympics der Superlative“ bezeichneten Spielen in Peking 2008 vergleichen?

Näder: Ja, das sind wir. Die Spiele haben sich weiterentwickelt. Die Paralympics und die Olympischen Spiele werden jetzt in einem Atemzug genannt. Als wir vor 24 Jahren in Seoul mit unserem Engagement begonnen haben, berichtete das Fernsehen in Deutschland acht Minuten im ZDF-Gesundheitsmagazin. Jetzt gibt es täglich Live-Berichte.

Ein Teil der öffentlichen Diskussion sind die Prämien-Zahlungen für Goldmedaillengewinner. Deutsche Olympiasieger erhielte 15 000 Euro, Paralympioniken die Hälfte. Ist das fair?

Ich glaube, dass die Leistung der Paralympioniken dadurch nicht gemindert wird. Es ist immer noch wesentlich schwieriger, eine Goldmedaille bei Olympia zu gewinnen, bei den Paralympics gibt es weniger Teilnehmer und mehr Startklassen.

Werden die Paralympics weiter wachsen können?

Am Mittwoch widmete die „Times“ den Paralympics zum Auftakt die komplette Titelseite. Es war ein Foto mit Prothesen aus unserem Unternehmen. Diese Ausgabe hänge ich mir gerahmt in mein Büro. Die Frage ist, was kommt jetzt. Ich denke, dass uns die Frage des Techno-Dopings weiter beschäftigen wird. Ich habe größten Respekt vor Oscar Pistorius‘ Leistung. Wir müssen uns aber auch die Frage stellen, ob die Spiele gerecht sind. Um eine größere Chancengleichheit zu garantieren, sollten die Athleten meiner Meinung nach mit demselben Material gegeneinander antreten.

Wie kann das umgesetzt werden, und gibt es schon Pläne?

Wir sind gerne bereit, uns mit anderen Herstellern zusammenzusetzen und Standards heraus zu arbeiten.

Am Donnerstag gaben Sie gemeinsam mit IPC-Präsident Sir Philip Craven die Verlängerung der Kooperations-Partnerschaft mit dem Internationalen Paralympischen Komitee bekannt bis 2016 bekannt. Wie wichtig ist die Zusammenarbeit für Sie und Ihr Unternehmen?

Es ist ein sehr wichtiger Meilenstein für uns. Ein enorm wichtiger Faktor ist, dass die Ausbildung im Bereich Rehabilitation und Versorgung Teil des Vertrags ist. Wir werden intensiv mit Regierungen und Nationalen Paralympischen Komitees daran arbeiten, Ausbildungskonzepte zu entwerfen, um eine bessere Versorgung der Menschen in Zweit- und Dritte-Welt-Staaten zu erzielen.

In Peking hat Ihr Unternehmen 50 Chinesen als Orthopädie-Mechaniker für die Paralympics ausgebildet. Richten sich die Planungen an diesem Modell aus?

Ein wenig. In Russland hat Wladimir Putin die Paralympics zur Chefsache erklärt. Es wird viel in Ausbildung und Seminare investiert. Wir stehen in einem engen Dialog. Im Oktober reise ich nach Russland, um dort die Vereinbarung zu unterschreiben, dass Ottobock auch in Sotchi 2014 den technischen Service für die Athleten übernimmt.

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