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„Tatkraft und Lebensfreude beeindrucken“

Paralympics: Ursula von der Leyen im Interview „Tatkraft und Lebensfreude beeindrucken“

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen hat vor den Paralympischen Spielen in London zwei Tage die deutsche Reiter-Equipe der Behinderten besucht. Einige Fragen an die passionierte Reiterin.

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Von der Leyen

Quelle: Deischl

Ärgern Sie sich, dass sie nur im Vorfeld Zeit hatten, die Paralympics zu besuchen?
Ursula von der Leyen: Nein, ärgern wäre sicherlich das falsche Wort. Vielmehr bin ich sehr froh darüber, dass mein Terminkalender es erlaubt hat, das paralympische Reiterteam persönlich kennenzulernen. Ich habe mit der Mannschaft und den Helfern zu Abend gegessen und am nächsten Tag beim Training zugesehen. Ein tolles Team. Aber auch die Begeisterung der Gastgeber ist ansteckend. London feiert die Paralympics mit typisch britischem Humor. Mit Blick auf die Olympiade vor 4 Wochen, ist in der Stadt plakatiert: „Thank you for the warm-up!“

Gibt es einen persönlichen Bezug zur Reiter-Staffel?
Ich bin selbst passionierte Reiterin. Pferde haben schon von frühster Jugend an eine Rolle in meinem Leben gespielt. Deswegen schaue ich mir die Leistungen der Reiter natürlich mit besonderem Interesse an. Ich kenne zwei Reiterinnen schon länger. Hannelore Brenner, die seit einem schweren Unfall teilweise querschnittsgelähmt ist und Angelika Trabert, die ohne Beine geboren wurde. Beide bringen ihre mächtigen Pferde mit Einfühlungsvermögen und Balance förmlich zum Tanzen. Am meisten beeindruckt mich aber ihre Tatkraft und Lebensfreude.

Können Sie die Leistung der paralympischen Reiter einschätzen?
Ich weiß, wie viel Arbeit, Treue zum Tier und Reitkunst notwendig sind, um dahin zu kommen. Und diese Reiter sind waschechte Amateure, sie wollen ihre Berufe nicht missen und haben nebenbei jahrelang auf Olympia hingearbeitet. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die passenden Pferde - sensibel und dennoch nervenstark, dem schmalen Geldbeutel angepasst und dennoch zu Spitzenleistung fähig - sehr schwer zu finden sind. Und wir sollten die Helfer, ohne die nichts geht, nicht vergessen. Alle sind hochmotiviert. Ich drücke dem Team die Daumen.

Glauben Sie, dass sportliche Leistungen der Behindertensportler das Thema Inklusion in die Köpfe der Bevölkerung bringt und Menschen mit Handicap mehr Akzeptanz finden?
Ja, unbedingt. Diese Sportler sind große Vorbilder, insbesondere für junge Menschen. Sie führen klar vor Augen, dass man sich darauf besinnen sollte was geht und nicht auf das, was nicht geht. Zwei Parareiter sind regelmäßig auch auf Turnieren im Regelsport am Start. Das ist gelebte Inklusion. Oder nehmen sie das Beispiel von Oscar Pistorius, dem Läufer, der sowohl bei der Olympia als auch bei den Paralympics startet. Er löst heftige Diskussionen aus und das tut dem Thema gut. Wir sind hier schon weit vorangekommen, aber eben noch nicht am Ziel.

Aufgezeichnet von Manuel Becker und Mark Bambey

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