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Doppelgold für Popow und Rehm

Weitsprung bei den Paralympics Doppelgold für Popow und Rehm

Mit Doppel-Gold im Weitsprung hat die deutsche Mannschaft zum Abschluss der Paralympics am Sonnabend ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Im sehr gut besuchten Olympia-Stadion triumphierte Markus Rehm in der Klasse T44 mit einer Weite, die ihn in Reichweite einer Olympia-Medaille gebracht hätte.

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Heinrich Popow bei seinem Sprung

Quelle: dpa

Rio. Heinrich Popow beendete mit Gold seine Paralympics-Karriere und besiegte auch seinen nicht mehr aktiven Erzfeind.

„Die Leistung war gut. Ich wollte zeigen, dass paralympischer Spitzensport auch mit olympischem Sport mithalten kann“, sagte Rehm umrahmt von Journalisten. Der 28-jährige Athlet des TSV Bayer Leverkusen machte es nur kurz spannend. Nach einem verpatzten ersten Versuch setzte er sich mit seinem zweiten Satz an die Spitze und distanzierte die Konkurrenz mit seiner Siegesweite von 8,21 Metern im letzten Sprung um fast einen Meter. Den deutschen Erfolg machte Shooting-Star Felix Streng mit Bronze komplett. 7,13 Meter bedeuteten für ihn eine Verbesserung seiner Bestleistung um 23 Zentimeter. Damit ist er erst der dritte T44-Weitspringer, der weiter als sieben Meter sprang.

Die Auftritte des deutschen Ausnahmespringers Rehm riefen in Rio ähnlich großes Medieninteresse hervor wie 2008 und 2012 die Wettkämpfe des Ex-Paralympics-Helden und Olympia-Starters 2012 Oscar Pistorius. Und auch Rehm hat seinen Traum, sich bei internationalen Wettkämpfen mit den Nichtbehinderten messen zu können, noch nicht aufgegeben. Der Deutsche Meister von 2014 betont, dass er mit dem Leichtathletik-Weltverband konstruktive Gespräche führe. „Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr in London, dass ich auch bei den Nichtbehinderten springen darf. Wir haben in den Gesprächen gemerkt, dass wir nicht so weit auseinander sind. Es geht mir nicht darum, Medaillen zu gewinnen, sondern einfach um den Wettkampf und darum, den paralympischen Sport noch bekannter zu machen.“

Im Gegensatz zu Rehm rief Popow in der Klasse T42 seine Bestleistung gleich im ersten Versuch ab. Und was für eine. 6,70 Meter bedeuteten neuer paralympischer Rekord. Popows Weltrekord liegt bei 6,77 Meter. „Der Wettkampf war extrem anstrengend. Ich bin erleichtert“, jubelte Popow und fügte an: „Ich bin jetzt 33 Jahre alt, und der Nachwuchs versucht jedes Mal, mir in den Arsch zu treten. Die Jungs sind echt stark.“ Besonders im Blick hat er seine Entdeckung und Trainingskollegen Leon Schäfer. Der nachnominierte 19-jährige Deutsche sprang mit neuer Bestleistung und 6,06 Metern auf Rang vier. „Er hat mächtig Potenzial. Ich hoffe sehr, dass er seinen Weg gehen wird.“ Der Generationenwechsel im deutschen Team scheint also recht reibungslos zu verlaufen.

Besonders glücklich dürfte Popow über seinen paralympischen Rekord sein, denn so verdrängte er den ehemaligen deutschen Konkurrenten und Erzfeind Wojtek Czyz. Die Fehde zwischen den beiden deutschen Sportlern hatte 2012 ihren Höhepunkt erlebt, als der unterlegene Deutsch-Pole Popow Material-Doping vorgeworfen hatte. Vom Verband und der sportlichen Leitung gerüffelt, beendete Czyz 2013 seine Karriere.

Die deutsche Mannschaft hat sich mit einem bemerkenswerten Endspurt von den Paralympics verabschiedet. Mit dreimal Gold, viermal Silber und einmal Bronze am Abschlusswochenende steigerten die Deutschen ihr Gesamtergebnis auf 57 Medaillen (18/25/14). Damit belegen sie in der Nationenwertung nach Rang acht in London nun Platz sechs. „Mit diesem sportlichen Abschneiden sind wir sehr zufrieden“, bilanzierte Karl Quade. Mit Blick auf den Medaillenspiegel fügte der deutsche Chef de Mission an: „Das zeigt, dass wir bei den Paralympics weiter vorne mitspielen.“

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