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„Wenn Du Tischtennis spielst, verlierst Du“

Gold für Nikelis „Wenn Du Tischtennis spielst, verlierst Du“

Als der letzte Ball im Aus landet, fällt sie von ihm ab, die Anspannung. Holger Nikelis streckt den rechten Arm jubelnd nach oben, Sekunden später rollt schon Trainer Karl-Heinz Weber in seinem Rollstuhl an die Platte und umarmt den Tischtennisspieler, der gerade durch das 3:1 (11:4, 11:6, 3:11, 11:6) gegen den Franzosen Jean-Francois Ducay Gold gewonnen hat.

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Jubelschrei nach dem letzten Punkt: Holger Nikelis.

Quelle: dpa

London.  „Dann habe ich ein paar Freudentränen verdrückt“, sagt der querschnittsgelähmte Nikelis nach der Partie.

Er legt noch einmal kurz den Kopf auf die Platte, dann sind die Momente der Rührung vorbei, und es wird bei einer Ehrenrunde mit den deutschen Fans gejubelt, die den 34-Jährigen angefeuert hatten.

Unangenehm zu spielen sei es gegen den Franzosen, der sich Platz eins der Weltrangliste mit Nikelis teilt, wusste der Kölner schon vorher. Aber er habe vor dem Match gut geschlafen, Silber sei schließlich schon sicher gewesen. Nikelis erwischte einen guten Start, spielte aggressiv und Bälle mit viel Schnitt, die für den Franzosen nicht erreichbar waren. Schnell hatte er die ersten beiden Sätze gewonnen.

 „Das Spiel läuft in der Klasse 1 nur über Taktik“, sagte Coach Weber. „Wenn du Tischtennis spielst, verlierst du.“ Holger sei so hoch gelähmt, „wenn er nicht nach drei Ballwechseln den Punkt gemacht hat, macht seine Fitness nicht mehr mit, und er wird instabil“, sagte Weber.
Gegen den Franzosen war es die deutsche Taktik, kurze Bälle auf die Vorhandseite zu spielen. In den ersten beiden Sätzen ging die Taktik auf, doch dann stellte  Ducay sein Spiel im dritten Durchgang um.

Ehe Nikelis dies durchschaut hatte, war der Satz mit 3:11 verloren. Aber Nikelis und Weber hatten den Konter parat. Im vierten Satz spielte der Fachinformatiker immer dann, wenn der Franzose einen kurzen Ball erwartete, einen langen – die Taktik die zu Gold führte.

Am Sonntag hatte Nikelis noch auf der Tribüne gesessen und Jochen Wollmert angefeuert. Wollmert siegte, „und ich konnte ihn da ja jetzt nicht mit Gold alleine lassen. Da habe ich eben nachgezogen.“

Von Manuel Becker

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