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BG Göttingen Auf den Spuren von „Hakeem the Dream“
Sportbuzzer BG Göttingen Auf den Spuren von „Hakeem the Dream“
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21:51 27.04.2012
Im Gespräch mit dem Lehrmeister: Vitalis Chikoko hat unter BG-Coach Michael Meeks viel dazu gelernt. Quelle: Pförtner
Göttingen

Die Markenzeichen des Nigerianers: Lange Krakenarme, herausragende Fußarbeit und ein schier unerschöpfliches Repertoire an offensiven Fertigkeiten. Und nicht nur darin ähnelt Göttingens Senkrechtstarter Vitalis Chikoko seinem großen Vorbild „Hakeem the Dream“. Der aus Simbabwe stammende BG-Youngster besticht mit derselben Einstellung und dem starken Willen.

Seine unermüdlichen Ambitionen in Richtung NBA treiben den erst 21-Jährigen im Training an. „In Afrika gibt es so viele talentierte Spieler, die es mindestens nach Europa schaffen wollen. Wenn du da nicht immer Vollgas gibst, hast du keine Chance“, erinnert sich der extrem schüchterne und stets um Höflichkeit bemühte Chikoko an seine Jugend im südafrikanischen Binnenstaat. „Vitah“, so sein Spitzname, konnte sein Glück zunächst gar nicht fassen, als sein damaliger Trainer Peter Mubanda vom Heat Basketball Club Harare ihm vergangenen Sommer vom Angebot der BG berichtete. „Zuerst hielt ich das für einen Witz, dann war ich so aufgeregt wie nie zuvor in meinem Leben“. Nur knapp zwei Wochen später saß der 2,08 Meter große Big Man alleine im elfstündigen Flug nach Frankfurt. Als Erinnerung ist ihm die strenge Passkontrolle bei der Einreise nach Deutschland geblieben. „Das war der erste Schock. Der zweite kam beim Blick in den kalten, grauen Himmel – ich dachte es wäre genauso heiß wie in Simbabwe“, sagt der WG-Partner von BG-Kollege Malte Herwig.

Vitah beweist, wie weit man mit harter Arbeit kommt“

Der sprunggewaltige Athlet hat sich in dieser Saison zur wohl einzigen Erfolgsgeschichte der Veilchen entwickelt. „Vitah beweist, wie weit man mit harter Arbeit kommt“, lobt BG-Sportdirektor Jan Schiecke. Insbesondere von der intensiven Arbeit mit Coach Michael Meeks profitiert der Afrikaner. „Mike war von Beginn an ehrlich zu mir, und ich habe immer auf ihn gehört“, erklärt Chikoko. Mit seiner starken linken Hand schon jetzt kaum zu verteidigen, weiß er, wo noch Arbeit anliegt. „Ich muss kräftiger werden und meinen Wurf trainieren“, betont das Defensiv-Ass, dessen Blockkünste ihm den Spitznamen „Chiblocka“ eingebracht haben.

Allerdings ist es möglich, dass Chikoko seine Talente im Sommer zu einem anderen Klub trägt. Zu unberechenbar macht der extrem schnelle Big Man seine Teams, ist offensiv ein wandelnder Matchup-Vorteil. „Mein Vertrag gilt nicht für die Pro A. Allerdings gefällt es mir gut in Göttingen“. Ein Faustpfand im Vertragspoker könnte Michael Meeks werden. Zum Trainer hat Chikoko ein sehr enges Verhältnis aufgebaut und auch der Deutsch-Kanadier hält große Stücke auf seinen Schützling: „Ich will ihn wiedersehen und an seinem Spiel arbeiten“, betont Meeks.
In spätestens drei Jahren soll aber Schluss sein mit der Idylle in Südniedersachsen. „Dann will ich NBA spielen – mindestens aber Euroleague“, erklärt Chikoko selbstbewusst. Im Gegensatz zu seinem Idol Olajuwon will er aber nicht für die Rockets spielen, sondern in Los Angeles bei den Lakers.

Von Rupert Fabig

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