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BG Göttingen BBL: „Wolle kleine Standorte nicht aus der Liga drängen“
Sportbuzzer BG Göttingen BBL: „Wolle kleine Standorte nicht aus der Liga drängen“
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17:02 03.04.2018
In die Sparkassen-Arena passen knapp 3500 Zuschauern. Zu wenig, um auf Dauer konkurrenzfähig in der BBL zu bleiben? Quelle: Swen Pförtner
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Göttingen

BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen hatte gegenüber dem Tageblatt erklärt, er gehe davon aus, dass die BBL in Zukunft bei der Lizenzierung größere Kapazitäten fordert. Und von der Auslastung her stoße die S-Arena schon jetzt an ihre Grenzen.

Die Kapazitätsfrage werde, so vermutet Meinertshagen, „früher oder später“ zum Ausschlusskriterium bei der Lizenz-Vergabe werden, und die Mindestkapazität könnte bei 4000 oder 5000 Zuschauern liegen, eventuell abhängig von der Größe der Stadt.

„Dann würde die BBL verarmen“

Wenn es so weit kommen sollte, „würde man die BBL auf die großen Player reduzieren. Dann würde die BBL verarmen“, sagt Frey auf Anfrage. Zugegeben, die Kommerzialisierung im Sport schreite voran, auch im Basketball.

In Göttingen aber werde seit vielen Jahren guter Basketballsport mit relativ bescheidenen Mitteln im Vergleich zu anderen Städten auf die Beine gestellt. „Das ist sehr sympathisch, wird aber konterkariert“, wenn es weiter nur in Richtung Kommerzialisierung in der Bundesliga gehe, so Frey. Und darum, neue Hallen bauen zu lassen, die diesen Ansprüchen genügen. „Ob man größeren Sport erlebt nur wegen einer größeren Halle, ist fraglich“, erklärt der GöSF-Chef.

„Das wäre bitter“

Wenn die BBL langfristig das Ziel verfolgen sollte, eher auf große Städte wie Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf und Leipzig zu setzen und die anderen außen vor bleiben, sei das schade, so Frey. „Ob das auf Dauer gesund ist, ist die große Frage.“ Das hatte auch Köhler angesprochen: „Wenn das Ziel sein sollte, nur große Städte in der BBL zu haben, wäre das bitter“, sagte er. „Es scheint sich um einen Versuch der BBL zu handeln, mittlere Städte rauszudrängen.“

Er persönlich finde eine solche Entwicklung „sehr schade“, sagt Frey. „Und ich würde dann für Göttingen auch wenig Perspektive sehen.“ Denn eine große Halle nur für Basketball in Göttingen neu zu bauen, sei sehr schwierig. „Wohin soll die Halle, wofür soll sie gebaut werden und vor allem, wer soll das bezahlen?“, fragt Frey.

„Möglichkeiten ziemlich ausgereizt in Göttingen“

„Eine solche Halle müsste permanent bespielt werden und nicht nur rund 20-mal im Jahr bei Heimspielen der BG. Das aber würde dann anderen Hallen fehlen.“ Um eine solche Veranstaltungsstätte profitabel betreiben zu können, „sind die Möglichkeiten ziemlich ausgereizt in Göttingen“.

Frey erinnert zudem daran, dass eine Vergrößerung der Zuschauerkapazität der S-Arena erst in der Bauphase angeordnet worden sei. „Als deutlich wurde, dass der Spielort Lokhalle nicht mehr für die BG zur Verfügung stand, sind wir in die Bresche gesprungen“, erklärt der GöSF-Chef.

Schulsporthalle und Veranstaltungshalle in einem

Man habe somit eine Schulsporthalle und eine Veranstaltungshalle für Basketball gebaut – „zur Zufriedenheit der BBL und der BG“, sagt Frey. „Wenn die BBL nun zu neuen Ufern aufbrechen will, dann wird das nicht funktionieren.“

Zumal sich Verantwortliche der BBL damals die S-Arena angeschaut und „sehr positiv“ bewertet hätten. „Ich wäre schon enttäuscht, wenn das, worauf wir uns verlassen haben, dann aus unserer Sicht in kurzer Zeit obsolet wäre. Wir haben schließlich viele Millionen hingelegt. Um zukunftssicher planen zu können, sollte einem dann auch ein Zeitraum von mindestens zehn Jahren gewährt werden und nicht einer von fünf oder sechs Jahren“, so Frey.

BBL: „Beschäftigen uns mit dem nächsten Wachstumsschritt“

„Zuerst einmal: Es geht uns nicht darum, kleinere oder mittlere Standorte aus der Liga zu drängen“, sagt BBL-Sprecher Dirk Kaiser. Der BBL sei auch klar, dass sie einer Kommune nicht vorschreiben könne, eine neue Halle zu bauen. Aber die letzte Anpassung auf eine Kapazität von mindestens 3000 Zuschauern sei im Jahr 2001 verfolgt. „Und nach 17 Jahren darf man durchaus mal wieder darüber nachdenken.“

Es gebe zwar nichts Konkretes. „Aber natürlich beschäftigen wir uns intensiv mit dem nächsten Wachstumsschritt“, sagt Kaiser. Dabei gehe es aber in erster Linie nicht um die Kapazität einer Halle, sondern um deren Ausstattung. Stichworte seien beispielsweise die TV-Anforderungen und die vernetzte Halle. „Das entwickelt sich momentan wahnsinnig schnell“, so Kaiser. Spruchreif sei aber noch nichts: „Aber wir werden darüber diskutieren.“

Von Andreas Fuhrmann

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