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BG Göttingen: Das Trauma hält an

Verabschiedung nach Playoff-Aus BG Göttingen: Das Trauma hält an

Die Playoff-Historie der BG Göttingen ist um ein traumatisches Erlebnis reicher. Auch bei ihrer vierten Playoff-Teilnahme, drei davon in der BBL, überstanden die Veilchen die erste Runde nicht. Das Aus bei Science City Jena am vergangenen Freitag hat sich das Team selbst zuzuschreiben.

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Verlässt nach starkem Spiel als tragischer Held mit hängendem Kopf das Parkett: BG-Routinier Sullivan Phillips kann sein Team nicht zum Sieg führen.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Mit 40 unkonzentrierten Sekunden brachte es sich beim 85:86 (43:35) nicht nur um den Lohn der starken 39:20 Spielminuten zuvor, sondern auch um den verdienten Lohn einer ganzen Saison in der 2. Basketball-Bundesliga Pro A. Trotz der riesigen Enttäuschung blickt BG-Headcoach und Sportdirektor Johan Roijakkers schon auf die nächste Saison.

So schmerzlich sich der Hakenwurf von Bremerhavens Power Forward Andrew Drevo ins kollektive-Veilchen-Fan-Gedächtnis eingebrannt hat, der das Playoff-Bundesliga-Aus 2010 besiegelte, so wird auch der Drei-Punkt-Wurf von Jenas Shooting Guard Garrett Sim haften bleiben.

Sieben Sekunden vor dem Spielende brachte er mit einem sicheren Distanzwurf sein 40 Sekunden zuvor scheinbar hoffnungslos zurückliegendes Team mit 86:85 in Front. Paul Guede hatte noch versucht, mit letztem Einsatz den Wurf zu blocken, doch der Engländer konnte Sim nicht mehr entscheidend stören.

„So etwas passiert leider im Sport. Wir haben ein gutes Spiel in Jena gemacht, es war ein toller Playoff-Fight mit enorm viel Energie. Leider haben uns individuelle Fehler um den Sieg gebracht“, resümierte Roijakkers.

Ausgerechnet gegen Jena

Vielleicht hätte es dem Team gut getan, sich das Video vom Auftritt der BG Göttingen in ihrem ersten Erstliga-Jahr in Paderborn anzuschauen. Damals verspielten die Veilchen im November 2007 in der Maspern-Halle einen Acht-Punkte-Vorsprung in knapp 30 Sekunden und verloren nach 93:85-Führung noch mit 96:97.

Während am vergangenen Freitag die Schluss-Sirene im Jubel der gut 1200 Jena-Fans untergeht, eilt BG-Headcoach Johan Roijakkers quer über das Spielfeld in die Kabine. Ramon Harris kann das Geschehene nicht fassen und vergräbt sein Gesicht unter dem Trikot. Sullivan Phillips, der trotz starkem Spiel und 27 Punkten zum tragischen Helden avancierte, sitzt minutenlang auf dem Auswechsel-Stuhl und starrt mit leerem Blick auf den Boden.

Die Gesichter sind leer. Der Traum vom Aufstieg ist ausgeträumt. Die Veilchen scheiden gegen Science City Jena im vierten Playoff-Spiel mit 86:85 aus. ©Pförtner

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BG-Managerin Anna Jäger weint bittere Tränen. Ausgerechnet gegen Jena auszuscheiden, ist für die Göttinger besonders bitter. Im Vorfeld der Saison, als die Veilchen sich um eine Spielerlaubnis in der Pro A bemühten, hatten die Saalestädter mehrfach Bedenken geäußert und waren alles andere als BG-Fürsprecher. 

Fest steht bereits, dass das Duell zwischen Jena und Göttingen in der kommenden Pro-A-Serie fortgesetzt wird. Jena kann nicht aufsteigen, weil es keine Lizenz beantragt hat. „Ich werde in der kommenden Woche beginnen, mit den Spielern Gespräche zu führen. Entscheidungen werden aber erst im Sommer fallen“, so Roijakkers.

Der 32-Jährige will im Sommer so viel Zeit wie möglich in Göttingen verbringen, um die kommende Saison bei der BG Göttingen zu planen. Als holländischer U-18-Nationaltrainer steht für ihn und seinen Assistent-Coach Ingmar Snabilie im Juli die Europameisterschaft in Mazedonien an.

Michael Crowell schwer erkrankt

Wann die Spieler Göttingen verlassen, steht noch nicht fest. Die Verträge der BG-Profis endeten am Tag des Playoff-Ausscheidens. Flüge seien Mitte Mai gebucht, es könne aber sein, dass einige BG-Profis früher zurückreisen möchten und umbuchen. Vorher soll den Fans aber noch die Chance gegeben werden, sich vom Team zu verabschieden.

Einen fixen Termin gibt es noch nicht. „Wir planen eine Verabschiedung als Art Fan-Talk. Ich hoffe, dass wir Hallensprecher Andreas Lindemeier als Moderator gewinnen können. Der Talk soll Ende dieser Woche stattfinden“, so Jäger.

Eine längere Basketball-Pause wird Michael Crowell einlegen müssen. Schützend hat sich Roijakkers, dem von einigen Seiten vorgeworfen wird, zu hart mit seinen Spielern umzugehen, vor seinen Spieler gestellt. Der Deutsch-Amerikaner ist schwer erkrankt. „Die Ärzte haben bei Michael Krebs festgestellt.

Es war Michaels Wunsch, im Team zu bleiben, auch wenn er nicht mehr trainieren oder spielen durfte“, so Roijakkers. Das Team sei über Crowells Erkrankung 24 Stunden vor dem Heimspiel gegen den Nürnberger BC informiert worden. Crowell bat darum, seine Erkrankung während der Saison nicht öffentlich zu machen.

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