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09:41 01.04.2018
Jena, Sparkassen-Arena, 31.03.18, Basketball, 1. Bundesliga, Saison 2017/18, 27. Spieltag, Science City Jena gegen BG Göttingen Bild: #15 Brion Rush (BG Göttingen) BG Göttingen gegen Science City Jena Quelle: Harald Kuhl
Jena

Der Hallensprecher hatte es in der Viertelpause vor dem letzten Durchgang geahnt: Das vierte Viertel könne insbesondere in der Halle in Jena ganz entscheidend sein, die Entscheidung zu Gunsten von Jena bringen. Und das Schicksal nahm seinen Lauf: Die BG hatte drei Durchgänge lang bis auf wenige Ausnahmen eine Führung verteidigt, die sie sich mit einem furiosen Beginn erarbeitet hatte. Doch dann kam der schreckliche Schlussakkord - ein 38:19 für die Gastgeber, ein Veilchen für die Veilchen.

„Unsere Verteidigung war gut, die Intensität war da, aber wir müssen einfach ein bisschen cleverer sein“, sagte ein enttäuschter BG-Headcoach Johan Roijakkers in der anschließenden Pressekonferenz. Die Gäste hatten früh mit Foulproblemen zu kämpfen gehabt, und letztlich war für Rush, Buford und Lockhart die Partie frühzeitig zu Ende. Das furiose Finale von Jena hatte hingegen mehr mit drei Oldies zu tun, die am Ende mächtig aufdrehten.

Julius Jenkins, Derrick Allen und Immanuel McElroy wurden im Verlauf des Spiels immer stärker, und letztlich war es Jenkins, der zu einem von zwei großen Anführern der Gastgeber aufstieg. Der andere hieß Martynas Mazeika und war zum Schluss zusammen mit Michael Stockton Topscorer des Spiels - beide markierten 25 Punkte.

Und die BG? Die begann mit einem großartig aufgelegten Jordan Loveridge und zwei Dreiern in Folge zur 6:2-Führung (2.). Jena war zu Beginn indisponiert, bis zur 7. Minute, als Dominic Lokhart per Dreier zum 22:10 traf, wurde der Vorsprung auf zwölf Punkte ausgebaut. Was sollte diese Veilchen nach dem Bamberg-Erfolg stoppen? „Wir haben gegen eine sehr gute Mannschaft gewonnen, die momentan wahrscheinlich auf dem höchsten Level der Saison spielt und offensiv extrem gefährlich ist“, sagte Jena-Headcoach Björn Harmsen später.

Doch dann kam ein erster Fingerzeig, was für den Gastgeber an diesem Abend möglich war: Jenkins, Julius Wolf und Skyler Bowlin versenkten innerhalb von Sekunden drei Dreier in Folge, und Roijakkers musste per Auszeit für Ruhe sorgen.

Mit 92:103 unterliegt die BG Göttingen in Jena.

Stichwort Julius Wolf: Der Göttinger, dessen Vater Horst Wolf die Partie in der Halle verfolgte, legte eine starke Partie hin, scorte letztlich mit 13 Punkte zweistellig. „Er ist für uns sehr wichtig, vor allem auch wegen seiner Intensität und Treffsicherheit. Ich habe ihn versucht zu provozieren: Gegen seine Heimatstadt werde er doch besonders heiß sein. Nach dem Spiel hat er es mir zurückgegeben“ - Harmsen ist selbst gebürtiger Göttinger.

Die BG fing sich, und in der Folge passte vieles zusammen. Selbst als der Dreier-Versuch von Stephan Haukohl, der noch in der vergangenen Saison für Science City spielte, nicht fiel und Jena beim 28:27 (12.) erstmals in Führung ging, hatten die Gäste die richtige Antwort parat.

Das zweite Viertel war ausgeglichener, doch im dritten Viertel war erneut Göttingen am Zug. Stockton traf Freiwürfe, und in der 24. Minute lag sein Team mit 63:54 in Front. 73:65 lautete die Führung vor dem Schlussabschnitt, die 50 mitgereisten Göttinger jubelten - aber gleich die erste Aktion des letzten Viertels, Jenkins erfolgreicher Dreier, sollte ein Fingerzeig sein. „Dream-Teamer“ John Stockton, der wohl auch die Partie in Göttingen gegen die Rockets sehen wird, musste mit ansehen, wie die Partie noch in die Binsen ging, auch weil Rush diesmal meilenweit von seiner Bestform entfernt war.

„Wir hatten eine Chance, aber Jena hat erfahrene Spieler, die schwer zu verteidigen sind und im vierten Viertel jeden Fehler bestraft haben“, resümierte Roijakkers nach der letzten Sirene. Eine weitere Überraschung hätte der BG im Abstiegskampf sehr gut getan. Ein Viertel hat gefehlt. - Punkte BG: Stockton (20), Loveridge, Carter (je 20), Buford (14), Rush (5), Grüttner, Lockhart (je 3), Kramer (2).

Von Eduard Warda

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