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16:46 20.10.2017
Brion Rush – hier gegen Alba Berlin – und die BG Göttingen wollen gegen Angstgegner Science City Jena den ersten Sieg. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Basketball-Insider kommen eher zu der Erkenntnis: Ausgerechnet jetzt gastiert Jena in der Sparkassen-Arena. Die Ost-Thüringer haben sich in den vergangenen Jahren den Ruf des BG-Angstgegners erarbeitet. Gegen Science City hat die BG nach dem Wiederaufstieg in der Basketball-Bundesliga noch kein Spiel gewinnen können. Nach vier sieglosen Partien gegen Jena stehen die Göttinger nun unter Zugzwang. Rassige Duelle gab es zwischen beiden Klubs reichlich in der 2. Liga, allerdings auch damals schon oft mit dem besseren Ende für die Thüringer. Unter anderem waren die Veilchen in der Saison 2012/13 im Playoff-Viertelfinale kläglich früh gegen Science City mit ihrem Latein am Ende.

Ebenso wie die Göttinger hatte auch Jena ein heftiges Auftaktprogramm und duellierte sich ausnahmslos mit Playoff-Kandidaten. Doch die Mannschaft des gebürtigen Göttingers Björn Harmsen schlug sich besser als die Veilchen und setzte zwei Ausrufezeichen. Während die BG wie befürchtet nach fünf Partien ohne Punkt dasteht, weist die Bilanz der Jenaer nach zuletzt zwei Überraschungssiegen gegen Ulm (92:87) und in Bayreuth (88:75) vier Punkte aus. Zuvor war Jena bereits gegen den ungeschlagenen Überraschungsspitzenreiter Würzburg nach Verlängerung knapp am ersten Big Point vorbeigeschrammt. Damit rangiert Jena derzeit auf Platz elf.

Der Trend spricht aktuell deutlich für Jena. Wurde die BG trotz der Niederlagen zu Saisonbeginn für die Leistungen und knappen Ergebnisse mit Lob überschüttet, so hinterließen die deutlichen Pleiten gegen Berlin (69:88) und in Ulm (65:89) deutliche Spuren. Zweimal brachen die Veilchen nach guten Leistungen in den ersten beiden Vierteln nach der Pause dramatisch ein. Zweimal ging BG-Cheftrainer Johan Roijakkers daraufhin mit seinen ausländischen Profis hart ins Gericht. Der 37-Jährige zählte bis auf Kapitän Michael Stockton alle nichtdeutschen Spieler wegen fehlender Einstellung und mangelndem Einsatzwillen öffentlich an. Zurückhaltend blickt Roijakkers deshalb auch auf den Vergleich mit Jena und wählt mahnende Worte: „Jena ist das erfahrenste Team der Liga. Zudem haben sie Spieler, die Partien im Alleingang entscheiden können. Diese Kombination macht es schwer, gegen sie zu gewinnen.“ Während Roijakkers sich schon einen großen Namen im „Sich-klein-reden-Spiel“ der Basketball-Bundesliga gemacht hat, ist er nun von Harmsen überragt worden. Jenas Coach ließ jüngst mit dem Zitat aufhorchen, dass der Klassenerhalt für Jena „eine kleine Meisterschaft“ sei.

ASC-Legenden drücken der BG die Daumen

ASC-Legenden der goldenen Göttinger Basketball-Generation wollen der BG am Sonnabend auf die Sprünge helfen: Die Meister und Pokalsieger um Wilbert Olinde, Holger Geschwindner, Mike Jackel, Terry Schofield und Ulli Frank feierten in den 1980er-Jahren drei Meisterschaften und zwei Pokalsiege. 32 Jahre nach dem letzten großen Erfolg versammeln sich die Helden von damals wieder, um Erinnerungen aufleben zu lassen und sich mit den ehemaligen Weggefährten auszutauschen. Etwa 20 Ex-Spieler werden am Wochenende in Göttingen zu Gast sein. Dort, wo in der 80er-Jahren die Titel in der Godehardhalle geholt wurden, steht jetzt das neue Basketball-Zentrum der BG Göttingen. Die ASC-Legenden werden das Basketball-Zentrum erkunden und im Anschluss das Duell mit Science City Jena in der S-Arena besuchen. Die Veilchen lassen es sich natürlich nicht nehmen, Organisator Frank, Kapitän Olinde, Trainer Schofield und ihre Kameraden aufs Parkett zu holen.

Ein besonderes Duell wird die Partie für Stephan Haukohl werden. Der 2,05 Meter große Innenspieler mit dem sicheren Distanzwurf trifft auf seinen Ex-Verein. In der vergangenen Serie hatte Haukohl besonders in der zweiten Partie maßgeblichen Anteil daran, dass die Thüringer die Veilchen zweimal als Verlierer vom Parkett schickten. Beim 102:92 in Jena markierte Haukohl mit 24 Punkten seine Karrierebestleistung. Das Duell vor 3700 Zuschauern in der Lokhalle hatte Jena zuvor mit 82:76 gewonnen.

Doch es wird mehr als einen zuletzt starken Haukohl in Bestform benötigen, damit die BG am Sonnabend sich und ihre Fans mit einem Sieg belohnen kann. Gegen Jena und dessen kurz vor der Basketball-Rente stehendes Top-Trio Immanuel McElroy (456 BBL-Spiele), Derrick Allen (416) und Julius Jenkins (383) könnte die BG mit ihrem laufintensiven Basketball Vorteile haben. Den Willen zu höchster Intensität vorausgesetzt.

Von Mark Bambey

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