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BG Göttingen fegt Nürnberg vom Parkett

Heimvorteil im Halbfinale BG Göttingen fegt Nürnberg vom Parkett

Angeführt vom beinahe fehlerfrei aufspielenden David Godbold ist die BG Göttingen ihrem Ziel Erstliga-Aufstieg einen großen Schritt näher gekommen. Mit dem ungefährdeten 90:73 (68:53, 46:41, 20:20)-Erfolg gegen den Nürnberger BC hat sich der unangefochtene Tabellenführer der 2. Basketball-Bundesliga Pro A vorzeitig den Heimvorteil für eine mögliche Playoff-Halbfinalserie gesichert.

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Dreh- und Angelpunkt im BG-Spiel: David Godbold trifft alle seine Feldwürfe und behält auch unter Druck gesetzt die Übersicht.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen.  Bei nur noch fünf auszutragenden Hauptrunden-Partien beträgt der Vorsprung auf den Tabellendritten Science City Jena zehn Punkte. Da Jena gestern Abend bei einem vorgezogenen Duell  des 26. Spieltages überraschend zuhause gegen Ehingen verloren hat, kann die BG nicht mehr auf Rang drei abrutschen.

Dass die Veilchen ihre Pole-Position noch abgeben werden, ist allerdings ebenso unwahrscheinlich wie ein Comeback von Bayer Leverkusen oder Schalke 04 im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League. Zu überlegen und geschlossen agiert das Team von BG-Headcoach Johan Roijakkers.

Ganz anders die Konkurrenz: Der Tabellenzweite Crailsheim Merlins verlor überraschend zu Hause gegen den Tabellenletzten BG Karlsruhe mit 62:65 und liegt nun schon vier Siege hinter den Veilchen.

Nach furiosem Beginn und drei sehenswerten Dreiern von Dominik Spohr lag die BG vor 2528 Zuschauern in der Sparkassen-Arena schnell mit 9:4 in Front (4.). Doch Nürnbergs Coach Benjamin Travnizek hatte sich eine unorthodoxe Defense als Wunderformel gegen das schier übermächtige BG-Kollektiv erdacht.

Taktik-Fuchs

Eine Mischform aus Raum- und Mannverteidigung und der häufige Wechsel zwischen den in den anderen Phasen in Reinform gespielten Zonen-Verteidigung und „Man-to-Man-Defense“ sollte die Ordnung im BG-Offensivspiel zusammenbrechen lassen. Und in der Tat gerieten die BG-Taktgeber zwischenzeitlich aus dem Rhythmus, so dass die Franken die Partie bis in die zweite Hälfte des zweiten Viertels ausgeglichen gestalteten.

Mit einer großen Aufstellung wollte Travnizek nun versuchen, die Zone unter dem eigenen Korb dicht zu machen und in der Offense am Brett zu punkten. Doch Roijakkers durchkreuzte dessen Pläne mit einem scheinbar riskanten Schachzug, der sich als geniale Idee entpuppte.

Der gewiefte niederländische Taktik-Fuchs bot mit Marco Grimaldi, Jeremy Dunbar, Jermaine Mallett, Alex Ruoff vier Guards auf und mit Harper Kamp nur einen wirklichen Innenspieler. Die große und dadurch eher langsame Gäste-Defensive musste sich jetzt nun weit auseinanderziehen, um die vier Distanzwurf-Schützen zu bewachen.

Dadurch bot sich viel Platz für Kamp am Brett, der exzellent von seinen Guards bedient wurde. Defensiv ging das Konzept auch auf, weil Ruoff auch deutlich größere Spieler dank seiner Physis verteidigen kann. Dies musste später auch Ex-Veilchen Enosch Wolf leidvoll erfahren, der Ruoff immerhin um 17 Zentimeter überragt.

Stampfend und schimpfend

Die Weichen endgültig auf den 13. Sieg im 13. Heimspiel hat die BG im dritten Viertel gelegt. Basis dafür war eine überragende Verteidigung, denn die Veilchen gestattetet dem derzeit auf Rang sieben rangierenden potenziellen Playoff-Viertelfinal-Gegner nur zwölf Punkte.

Besonders Nürnbergs Leistungsträger Ahmad Smith verteidigten Ruoff, Mallett oder Godbold stark. Der mit durchschnittlich sieben Vorlagen beste Assistgeber der Liga verteilte nur eine Vorlage. Roijakkers war allerdings mit der Offensive nicht zufrieden, besonders Ater Majok ließ einige Chancen ungenutzt und wirkte zu passiv.

Einen vergebenen freien Dreier von Dunbar und einen auf den Ring gesetzten Alley-oop-Dunking nach Mallett-Pass von Majok quittierte der impulsive Niederländer wild stampfend und schimpfend (27.). Beim 68:53 waren die Aktionen allerdings schon beinahe vergessen (30.).

Vollkommen der Euphorie gewichen waren sie dann in der 39. Minute, als derselbe Spielzug von Erfolg gekrönt war und der nun sehr präsente Majok den Pass von Mallett krachend aus gefühlten 3,80 Metern zum 88:68 in den Korb wuchtete.

„Es ist uns einfach nicht gelungen"

Die Gegenwehr der Franken, die mit Ex-Veilchen Cornelius Adler und Robert Lewandowski auf ihre stärksten deutschen Spieler verzichten mussten, war längst gebrochen und so durften die BG-Youngster Andi Onwuegbuzie und Aaron Donkor sowie der nun mit sieben Punkten Akzente setzende Marc Liyanage mitwirken, den Start-Ziel-Sieg zu feiern.

„Es ist uns einfach nicht gelungen, die hohe Intensität der Göttinger mitzugehen“, resümierte Nürnbergs Coach Travnizek. Roijakkers hob hervor, dass mit Godbold, Ruoff, Mallett und Kamp vier Spieler zweistellig punkteten. „Wir haben clever gespielt und gut verteidigt. Ich freue mich sehr für Marc.

Er bekam bisher wenige Chancen. Jetzt hat er gezeigt, dass er eine Alternative ist und setzt mich unter Druck. Das mag ich“, betonte Roijakkers.

BG: Majok (4 Punkte/0 Dreier/4 Rebounds/1 Assist), Liyanage (7/1/2/0), Grimaldi (9/0/4/5), Ruoff (11/1/7/6), Spohr (11/3/2/0), Mallett (11/1/5/1), Godbold (13/3/2/3), Onwuegbuzie (0/0/0/0), Kamp (12/0/7/0), Raffington (5/1/1/0), Donkor (0/0/0/0), Dunbar (7/1/2/4).

Beste NBC: Smith (13/0/2/1), Fleischmann (11/1/4/1).

Die BG bleibt zu Hause ungeschlagen und fegt NBC mit 90:73 (46:41) vom Parkett. © Theodoro da Silva

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