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Veilchen verlieren Duell der Verlierer

Basketball-Bundesliga Veilchen verlieren Duell der Verlierer

Basketball-Bundesligist BG Göttingen hat seine Niederlagenserie nicht beenden können. Bei Ratiopharm Ulm mussten sich die Veilchen vor 6200 Zuschauern nach guter erster Hälfte noch sehr deutlich, aber nicht ganz unerwartet mit 65:89 (53:69, 38:46, 23:28) geschlagen geben. Es war der erste Sieg des Eurocup-Teilnehmers im fünften Spiel.

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Geschlagene Veilchen: Die BG Göttingen kassiert bei ratiopharm Ulm eine herbe Niederlage, unterliegt mit 65:89.

Quelle: Eibner-Pressefoto

Ulm. Das Duell begann munter. Beide Teams setzten von Beginn auf Tempo. So entwickelt sich eine Partie, die aufgrund ihrer Dynamik und den schnellen Abschlüssen mit Ballwechseln beim Tennis konkurrierte. Sie war zwar nicht frei von Fehlern, aber enorm unterhaltsam. Die BG kam besser in Fahrt, lag 11:4 vorne (3.). Ulm hatte dabei eine Schrecksekunde zu überstehen. Ryan Thompson knickte nach einem Rebound um und musste vorerst das Parkett verlassen, er kehrte im zweiten Viertel allerdings aufs Parkett zurück. Ausgerechnet Ulms deutsche Youngster bliesen dann zur Aufholjagd. Kurios dabei: Headcoach Thorsten Leibenath wechselte seine Starter komplett aus. Die Veilchen wirkten gegen Till Pape, Joschka Ferner und David Krämer nicht so fokussiert wie gegen die Stars Thompson, Trey Lewis, Isaac Fotu oder Luke Harangody. Angeführt von Spielmacher Ismet Akpinar drehte Ulm so auf und lag nach zehn Minuten mit 28:23 in Front.

Im zweiten Viertel gab dann das Ulmer Publikum – eines der besten der Liga - besonders Gas. Und das zu einer Zeit, als es beim eigenen Team alles andere rund lief. „Hätte uns das Publikum nicht so gepusht, hätte das auch nach hinten losgehen können. So haben wir dann unsere Aggressivität gefunden“, sagte Leibenath. Doch erst einmal war die BG am Zug. Mit einem sehenswerten Zwischenspurt hatte sich die Roijakkers-Truppe nach zwischenzeitlichem 25:35-Rückstand (12.) bis auf 35:36 herangekämpft (17.). In einer von vielen Freiwürfen geprägten Partie ließ die BG zu viele dieser Freiwürfe ungenutzt. Einige Nachlässigkeiten bei Rebound und Korbabschluss brachten die BG zusätzlich aus dem Rhythmus. Die Veilchen lagen so in einer hart umkämpften Partie zur Pause mit 38:46 hinten.

Wie bereits am Freitagabend bei der 69:88-Heimniederlage gegen Alba Berlin tat die Pause den Veilchen nicht gut. Durch die Unterbrechung ging die Intensität komplett verloren und es dauerte, bis die BG wieder einigermaßen auf Touren kam. Nach zwei Drei-Punkt-Würfen von Trey Lewis lagen die Gäste 40:55 zurück (23.). Die Veilchen konnten den Rückstand zwar noch einmal in den einstelligen Bereich verkürzen, doch so richtig heran an die Ulmer kamen sie nicht mehr. Dazu war das Spiel der Göttinger zu fehleranfällig. Besonders Michael Stockton merkte man nach seinem 40-Minuten-Einsatz gegen Alba einen Substanz-Verlust an. Brion Rush fand an alter Wirkungsstätte nicht die nötige Balance zwischen Aggressivität und Abgeklärtheit. Die BG erarbeitete sich zwar enorm viele zweite Chancen (19 Offensiv-Rebounds!), doch die Verwertung blieb schwach.

Es waren zudem einmal mehr besonders die deutschen Spieler, die für ein wenig Intensität im BG-Spiel sorgten. Von den ausländischen Profis überzeugten nur Stockton (phasenweise) und Darius Carter. „Es war ein wirklich schlechtes Spiel. Wir haben es Ulm teilweise sehr schwer gemacht, aber wir waren nicht konstant genug. Um Spiele gewinnen zu können, benötigen wir einfach unsere ausländischen Profis“, resümierte BG-Coach Johan Roijakkers. Nicht zum Einsatz war Paul Watson als siebter Ausländer gekommen. „Er ist fit, doch ich musste mich gegen ihn entscheiden“, sagte Roijakkers, der nur sechs seiner sieben ausländischen Profis einsetzen darf.

Kollektives Aufatmen herrschte hingegen bei den Gastgebern. Die Ulmer feiern ihren ersten Saisonsieg ausgelassen und ihr Team minutenlang mit Standing Ovations. Besonders besungen wurde Kapitän Per Günther. Der Spielmacher war unter der Woche erstmals Vater geworden.

Am kommenden Sonnabend gastiert nun Science City Jena in Göttingen. Tipoff ist um 20.30 Uhr in der S-Arena. Nach fünf Partien als krasser Außenseiter ist es das erste Spiel in dieser Saison, in der die Veilchen unter Druck stehen. Ein Sieg zu Hause gegen einen Gegner auf Augenhöhe ist angepeilt.

Kopfnoten

#3 Dominic Lockhart: Note 2,0. Defensiv mit gewohnt bissiger Unnachgiebigkeit, offensiv mit starkem Zug zum Korb, enorme Athletik.

#5 Leon Williams: Note 4,0. Obwohl er nicht seine Top-Intensität erreicht noch immer einer der aggressivsten BG-Akteure. Gutes Scoring, aber viele kleine Fehler.

#8 Evan Smotrycz: Note 4,5. Findet den Weg zum Korb, weil physisch leicht verbessert. Defensiv noch immer blass, offensiv mit Wurfpech.

#12 Darius Carter: Note 2,0. Starkes Spiel des BG-Big-Man. Nachlässigkeiten am Brett macht er offensiv mit starken Würfen aus der Mitteldistanz wett.

#15 Brion Rush: Note 5,0. Findet in Ulm kaum statt, weil er die Balance zwischen Aggressivität und Abgeklärtheit nicht findet.

#20 Michael Stockton: Note 4,5. Hat einen schwarzen Tag erwischt. Versuchte, sich ins Spiel zu beißen, gelang ihm nur defensiv standesgemäß.

#21 Jordan Loveridge: Note 5,0. Schwächster BG-Akteur. Formkurve zeigt deutlich nach unten. Keine gelungene Bewerbung für seinen Mitte November auslaufenden Vertrag.

#30 Lenny Larysz: Note 2,0. Der Youngster wird erneut ins kalte Wasser geworfen und er schwimmt. Offensiv mehr als nur eine Passstation, defensiv recht solide.

#31 Nikolai Simon: Note 4,0. Kann sich trotz reichlich Einsatzzeit nicht nachhaltig in Erinnerung spielen. Macht aber auch keine großen Fehler.

#35 Stephan Haukohl: Note 3,0. Starke Energieleistung des langen Schlacks. Jagt unter den Körben jedem Ball nach. Bisher seine beste Leistung im BG-Dress.

#50 Joanic Grüttner Bacoul: Note 3,5. Gibt dem Team Stabilität, wenn er auf dem Parkett steht. Hat aber wenige Aktionen.

Von Mark Bambey

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