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BG Göttingen BG Göttingen gewinnt gegen Science City Jena
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12:32 23.10.2017
Quelle: Swen Pförtner
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Göttingen

Jena-Coach Björn Harmsen brachte es in der anschließenden Pressekonferenz auf den Punkt: „Wille, Intensität, Einsatz, Kampf - all’ diese Faktoren haben heute mehr auf Göttinger Seite gestanden“, sagte er und fügte hinzu: „Wir hätten zur Halbzeit schon höher zurückliegen können.“

Die Kopfnoten – BG-Spieler im Leistungs-Check

Im ersten Viertel war die Entwicklung freilich noch nicht abzusehen: In der S-Arena standen sich zu Beginn vor 3024 Zuschauern zwei Teams auf Augenhöhe gegenüber. Ein entscheidender Erfolgsfaktor für Science City, nicht nur von den BG-Fans als Schlüsselspieler der Gäste ausgemacht, fiel am Sonnabend allerdings fast völlig weg: Neuzugang Martynas Mazeika fand überhaupt nicht in die Partie. Am Ende kam er auf einen Dreier und zwei verwandelte Freiwürfe.

Bilder aus dem Spiel der BG Göttingen gegen Science City Jena in der Sparkassen-Arena

Dafür spielte bei den Veilchen neben einem Michael Stockton, der wieder einmal die Seele des Göttinger Spiels darstellte, ein Niederländer groß auf: Leon Williams absolvierte eins seiner besten Spiele für die BG, präsentierte sich gereift - und mit einer fast unglaublichen Treffsicherheit ausgestattet. Gegen Ende der Partie nahm er die schwierigsten Dreier, und trotzdem rauschte der Ball wie an der Schnur befestigt durchs Netz. Bezeichnendste Szene war im ersten Viertel ein Block am eigenen Brett bei einer Fastbreak-Chance von Science City und im direkten Gegenzug ein Korberfolg (8.). „Leon hat ein sehr gutes Spiel gemacht“, unterstrich später im GT-Talk BG-Headcoach Johan Roijakkers.

Erfolgreichster Göttinger Werfer war aber nicht Williams, der letztlich auf 16 Punkte kam, sondern Center Darius Carter, der schier unermüdlich ackerte. Vor der Halbzeit bestach der US-Amerikaner vor allem im Zusammenspiel mit Michael Stockton - das Erfolgsrezept der BG lautete nicht nur einmal: Assist: Stockton, Punkte: Carter. Letztlich kam der 2,01-Meter-Mann auf 20 Zähler.

BG – Jena 86:60 (23:19, 16:14, 24:14,23:13)

Lockhart (4 Punkte/0 Dreier/6 Rebounds/1 Assists), Williams (16/2/1/3), Smotrycz (12/4/7/1), Kramer (0/0/1/1), Carter (20/0/4/2), Rush (12/3/3/2), Stockton (12/1/2/6), Loveridge (2/0/6/0), Simon (0/0/2/3), Haukohl (8/2/7/1), Grüttner (0/0/0/0).

Teamwerte: Feldwürfe: 30/62 (48%), Dreier: 12/32 (38%), Freiwürfe: 14/17 (82%), Rebounds: 41 (11 Off./30 Def.), Assists: 20, Ballverluste: 15, Fouls: 12.

Mazeika (5 Punkte/1 Dreier/2 Rebounds/0 Assists), Ugrai (5/1/1/0), Reyes-Napoles (3/1/0/0), Clay (0/0/0/0), Jenkins (12/2/1/2), Bowlin (8/2/4/4), Allen (16/1/4/2), McElroy (0/0/5/4), Spearman (7/1/3/1), Mackeldanz (4/0/3/0).

Teamwerte: Feldwürfe: 22/62 (35%), Dreier: 9/25 (36%), Freiwürfe: 7/10 (70%), Rebounds: 32 (10 Off./22 Def.), Assists: 13, Ballverluste: 15, Fouls: 19.

Wäre nicht Derrick Allen gewesen, die Party in der S-Arena hätte bereits im dritten Viertel beginnen können. Allen, neben McElroy und Jenkins einer von drei City-Oldies, traf zu Beginn des Durchgangs fünfmal in Folge für Jena und brachte sein Team bei Gegenpunkten von Carter und Smotrycz auf 41:44 heran (24.).

Doch es blieb dabei: Die Veilchen wollten den ersten Saisonsieg erzwingen, und symbolisch für die Disposition der Teams standen zwei Gesten - Mazeika klatschte nach einem Fehlversuch frustriert in die Hände, Carter zeigte nach einem erfolgreichen Korbleger seinen Bizeps. Nun ging es für Jena dahin: Carter, Loveridge und vor allem Williams bauten die Führung innerhalb von Minuten auf 59:42 aus (29.) - Jenas Oberinspektor Derrick konnte sich fortan gedanklich bereits mit dem nächsten Fall beschäftigen.

Apropos Oldies: Standing Ovations wurden in der S-Arena den ASC-Meistern und -Pokalsiegern der 80er-Jahre zuteil, die in der Halbzeit geehrt wurden. Vor allem Wilbert Olinde, früher als „schwarze Perle Göttingens“ bekannt, erntete begeisterten Applaus. Schade, dass der heutige Basketball so schnelllebig und eine Identifikationsfigur wie Olinde gar nicht mehr denkbar ist.

Bereits in der vergangenen Woche habe sein Team ein „sehr gutes Spiel gezeigt“, verdeutlichte Roijakkers, der Grüttner eine Pause gegönnt hatte und ihn nur in den letzten Sekunden spielen ließ. „Letzte Woche war es das gleiche Spiel wie heute, nur haben wir eine Sache besser gemacht und deshalb gewonnen“, sagt der Niederländer. Welche Sache, blieb sein Geheimnis, schließlich wolle er „die anderen Mannschaften nicht cleverer machen“. Für Oberbürgermeister und BG-Fan Rolf-Georg Köhler (SPD) war die Sache sonnenklar: „Sie haben heute gut gekämpft und die Dreier getroffen“, resümierte er. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Von Eduard Warda

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