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BG Göttingen BG: Zuschauer-Magnet, aber längst kein Krösus
Sportbuzzer BG Göttingen BG: Zuschauer-Magnet, aber längst kein Krösus
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18:00 19.11.2012
Die Treuesten der Treuen: Die BG kann sich über einen großen Fan-Klub und zahlreiche andere Zuschauer freuen. Quelle: Pförtner
Göttingen

Zu den fünf Heimpartien strömten 11 988 Fans in die Arena – fast doppelt so viele wie vor Saisonstart im Etatplan kalkuliert. Über so viel Unterstützung kann sich kein anderer Klub in der 2. Basketball-Bundesliga Pro A freuen. Verbunden mit den deutlich höheren Zuschauerzahlen sind natürlich auch Mehreinnahmen. Die Veilchen sind zwar noch weit davon entfernt, über ein Festgeld-Konto wie der FC Bayern München zu verfügen, doch die Zusatz-Einnahmen wecken Begehrlichkeiten. Leistet sich das BG-Management im Winter noch ein oder vielleicht sogar noch zwei Top-Transfers, oder will das Management eine Rücklage schaffen?

„Die Zuschauerresonanz ist natürlich phantastisch. Wir haben in unseren Etatplanungen sehr konservativ gerechnet, dass wir so schnell wieder so viele Menschen für den Basketball in Göttingen begeistern, haben wir nicht erwartet. Schade, dass unser Team gegen Karlsruhe sein Leistungsvermögen nicht abrufen konnte. Ich hätte mich gefreut, wenn wir es den Zuschauern mit einer starken Leistung schwer gemacht hätten, das nächste Heimspiel nicht zu besuchen“, sagte BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen nach der Partie.

Im Schnitt pilgerten bei den bisherigen fünf Heimspielen also 2398 Zuschauer in die Arena, 1098 mehr als die kalkulierten 1300 Fans. Die zweitmeisten Besucher verzeichnet Karlsruhe mit durchschnittlich 2100 Fans in der Europahalle. Abgeschlagenes Schlusslicht in der Gunst des Publikums ist ausgerechnet der Tabellenführer: Die Düsseldorf Baskets spielen im Schnitt vor mickrigen 422 Zuschauern.

Von ihrem Saisonziel, bei den 15 Heimspieltagen 19 500 Zuschauer in die Halle zu locken, sind die Veilchen somit nur noch 7512 Besucher entfernt. Kämen in den restlichen zehn Heimpartien also durchschnittlich nur 751 Zuschauer, so wäre das Planziel erreicht. Dass dieses deutlich übertroffen wird, ist jedoch schon allein aufgrund der an den Fan gebrachten Dauerkarten gewiss. „Wir haben knapp 800 Saisontickets verkauft. Darunter sind etwa 250 Businessclub-Karten“, sagt BG-Vertriebsleiterin Anna Jäger. 

Meinertshagen warnt trotz der guten Zahlen davor, die finanzielle Leistungsfähigkeit der BG Göttingen zu überschätzen: „Wir haben zwar deutlich mehr Zuschauereinnahmen als erwartet, dafür haben wir unsere Ziele bei der Suche nach Sponsoren noch nicht erreicht. Wir sind noch nicht  großartig im Plus-Bereich.“ Nicht zuletzt aufgrund der Erfahrungen mit dem insolventen Ex-BG-Lizenz-Inhaber starting five werde er weiter konservativ kalkulieren, aber die Zahlen seien „der aktuellen Entwicklung angepasst“ worden. 

Und selbst wenn die Saison 2012/13 ein finanzieller Erfolg wird, will Meinertshagen keine Nachverpflichtungen garantieren. „Wir werden schon oft gefragt, ob wir uns noch einmal verstärken. Aber wir haben eine spielstarke Mannschaft zusammen, mit der wir unsere Ziele erreichen können. Es gibt keinen Gesellschafter-Beschluss, dass wir noch einmal auf dem Transfermarkt tätig werden. Ich plädiere dafür, eine Rücklage für die kommende Saison zu bilden“, sagt Meinertshagen.

Für BG-Headcoach Johan Roijakkers hat die Verlängerung des im Dezember auslaufenden Vertrags mit Nick Livas oberste Priorität. „Nick hat gezeigt, wie wichtig er für das Team ist“, betont der Niederländer. Livas spielte bereits im vergangenen Jahr in der Slowakei unter Roijakkers und war ein „wichtiger Mosaikstein unseres Meisterteams“. Dabei vermeidet es Roijakkers allerdings, Druck aufzubauen und betont, dass er „noch keinen Handlungsbedarf“ sehe. Das braucht der Coach offensichtlich auch nicht, denn Meinertshagen meint, dass „wir den Livas-Vertrag noch im November unterschrieben bekommen“.

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