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BG Göttingen BG entgeht nur knapp einem Ulm-Desaster
Sportbuzzer BG Göttingen BG entgeht nur knapp einem Ulm-Desaster
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17:22 01.01.2017
Niedergeschlagenheit nach dem Spiel Quelle: Pfoertner
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Göttingen/Ulm

Wie hoffnungslos unterlegen die BG war, lässt sich an den wichtigen Statistiken ablesen. Ulm dominierte Rebounds, Ballgewinne, Ballverluste und Korbvorlagen. So hatten die Gastgeber 16 Versuche mehr auf dem Konto, aus dem Feld heraus Punkte erzielen zu können. Zudem standen sie 29-mal an der Freiwurflinie, die BG nur 15-mal. Trotz des deutlichen Sieges war Cheftrainer Thorsten Leibenath von der Leistung seines Teams aber nicht überzeugt. Der 41-Jährige sprach später sogar von einer der schwächsten Offensivvorstellungen: „In der Verteidigung haben wir Vieles richtig gemacht. Wir haben Göttingen nur vier Offensivrebounds gestattet. Offensiv war es dagegen nicht unser bestes Spiel. Die Wurfquoten sind mir zu niedrig und wir haben als Team nicht gut und konsequent genug gespielt.“ Hätten allein die bei elf Versuchen erfolglos gebliebenen Distanzwurfspezialisten Chris Babb und Taylor Braun nur einen normalen Tag erwischt, die BG hätte mit 40 Punkten Differenz verloren.

Nach dem Spiel hatte Roijakkers sein scharf kritisierte, sprach vom „schlechtesten Spiel der Saison. Auftreten und Körpersprache – das war alles nicht professionell. Jetzt müssen wir klären, ob das eine Ausnahme war.“ Wie blutleer der Auftritt phasenweise war verdeutlicht auch ein Kommentar von Veilchen-Power-Mitglied Christian Zigenhorn. Der für seine sanfte Seele bekannte Basketball-Enthusiast schrieb verärgert ebenfalls von fehlender Lust zu spielen und mangelndem Siegeswillen. Zigenhorn war einer von etwa 30 mitgereisten BG-Fans unter den 6200 Zuschauern in der ausverkauften Ratiopharm-Arena.

Zum Rückrunden-Auftakt gastiert nun am Freitag um 19 Uhr s.Oliver Würzburg in der S-Arena. „Das Spiel wird für uns ein entscheidendes sein“, betonte BG-Routinier Adam Waleskowski nach dem 65:89 in Ulm und ergänzte: „Würzburg wackelt, hat sich noch überhaupt nicht gefunden. Wir hatten dort die Chance zu gewinnen, konnten sie aber nicht nutzen. Mit unserem Publikum im Rücken wollen wir zeigen, dass wir in der Lage dazu sind.“ Beim Duell in Würzburg hatte die BG am 2. Weihnachtstag den Beginn verschlafen, sich dann aber ins Spiel zurückgekämpft. Spät ging das Roijakkers-Team erstmals in Führung, verlor dann aber in den Schlusssekunden doch noch.

Die in der Hinrunde weit unter ihren Möglichkeiten spielenden Mainfranken reisen dann mit einem neuen Cheftrainer an. Douglas Spradley wurde am Freitag freigestellt. Der seit vielen Jahren in Deutschland als Trainer tätige US-Amerikaner hatte die Franken in der Saison 2014/15 zurück ins Oberhaus geführt. In der laufenden Saison steht s.Oliver Würzburg nach der Hinrunde mit fünf Siegen aus sechzehn Spielen auf dem vierzehnten Tabellenplatz. Zu wenig für den als sicheren Playoff-Kandidaten gehandelten Klub. Überraschend schnell präsentierte s.Oliver Würzburg einen renommierten Nachfolger. Ex-Bundestrainer Dirk Bauermann leitet ab sofort die sportlichen Geschicke der Franken. Das Vertrauen in ihn ist offensichtlich sehr groß, der 59-Jährige erhielt einen Vertrag bis Ende der Spielzeit 2019/20.

Bauermann will Würzburg zu Top-Klub formen

Dirk Bauermann will seinen neuen Club langfristig in die „deutsche Spitze“ führen. Für ihn bedeute dies, „in den nächsten Jahren stabil in die Playoffs zu kommen und dort eine gute Rolle abzugeben“, sagte der 59-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Man wolle langfristig ein „berechtigter Kandidat für eine Halbfinalteilnahme“ werden. „Das verlangt eine unglaubliche Kraftanstrengung aller Beteiligten. Es ist ein schwer erreichbares Ziel, aber nicht unrealistisch bei Bündelung aller Kräfte.“

Bauermann war zuletzt als als Nationaltrainer im Iran tätig. Davor als Nationaltrainer Polens sowie Klub-Coach bei Rytas und Wolgograd. Seine letzte Anstellung in der BBL endete 2012 als Headcoach des FC Bayern München. Von 2003 bis 2011 trainierte er die deutsche Nationalauswahl und war lange Zeit als Coach in Leverkusen und Bamberg erfolgreich. Er selbst bezeichnet sich als Kind der BBL: „Ich habe mehr als 20 Jahre in dieser Liga gearbeitet.“ Mit Leverkusen und Bamberg feierte er neun Deutsche Meisterschaften und wurde viermal Pokalsieger und „Trainer des Jahres“ in der Bundesliga.

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