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BG gewinnt Nervenschlacht gegen Rambo-Niners

Roijakkers lobt seine „Slowaken“ BG gewinnt Nervenschlacht gegen Rambo-Niners

Die BG Göttingen hat die bis zum Schluss tobende Nervenschlacht gegen den BV Chemnitz 99 vor nur 1806 Zuschauer in der heimischen Sparkassen-Arena mit 76:69 (53:43, 31:34, 19:19) gewonnen und ihren Spitzenplatz in der 2. Basketball-Bundesliga Pro A behauptet. Für Trainer Johan Roijakkers war das aber kein Grund, etliche seiner Leistungsträger von Kritik zu verschonen.

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Laufduell ehemaliger BG-Teamkameraden: Der Chemnitzer Jorge Schmidt (links) verfolgt Veilchen-Spielmacher Marco Grimaldi.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen.  „Wir hatten vor allem in der ersten Halbzeit ein Deutschen-Problem“, teilte er den Medienvertretern auf der Pressekonferenz mit. Marco Grimaldi, Akeem Vargas und Michael Wenzl hätten dem aggressiven Spiel der Niners viel zu wenig entgegengesetzt, bemängelte Roijakkers.

Keineswegs milde stimmte den Coach, dass Vargas mit 22 Punkten Topscorer der Partie war und die Veilchen während der Chemnitzer Dominanz in der ersten Halbzeit mit seinen Dreiern (4 von 7) in der Partie hielt.

„Für einen Spieler, der 36 Minuten auf dem Feld steht, ist es nicht ungewöhnlich, dass er über 20 Punkte macht. Entscheidender für mich ist, dass Akeem im ersten Viertel in zwei Minuten neun Punkte von Takumi Ishizaki zugelassen hat“, verdeutlichte Roijakkers. Von dem Japaner in Reihen der Chemnitzer war der Niederländer ebenso angetan wie vom gebürtigen Göttinger und langjährigen BGer Jorge Schmidt. „Ihn könnte ich mir auch in meinem Team gut vorstellen.“ Das klang fast wie ein Angebot.

An Wenzl missfiel seinem Trainer, dass er in der Defensive viel zu zögerlich zu Werke ging, Lawson und Cardenas des öfteren ungehindert zum Korb ziehen ließ und beim Rebound seine körperliche Überlegenheit kaum einmal zur Geltung brachte. Und Grimaldi? „Ich erwarte von einem Point Guard mehr, als 30 Minuten vor der gegnerischen Zone zu kreuzen und Pässe zu verteilen.

Marco muss viel mehr Druck ausüben und die Initiative ergreifen. Er hat oft genug gezeigt, dass er es kann. Ich glaube, er hat manchmal Angst, Fehler zu machen“, vermutete Roijakkers.

Matchwinner war für ihn das slowakische Quartett in Reihen der Veilchen, also die Akteure, mit denen er in der vergangenen Saison als Coach des BC Prievidza Meister geworden war. Dagegen machte der Niederländer keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über die dürftige Vorstellung von Ramon Harris und Anthony Hitchens.

In der Tat waren Sullivan Phillips, Nicholas Livas, Paul Guede und – mit Abstrichen – Bobby Davis die BGer, die den Kampf mit den knallhart einsteigenden, mitunter die Grenzen des Zumutbaren arg strapazierenden Niners voller Leidenschaft und ohne Rücksicht auf eigenes Verletzungsrisiko aufnahmen.

Auf wenig Gegenliebe stieß der Chemnitzer Rambo-Stil beim Göttinger Publikum, das die überharten Attacken der Gäste ebenso mit empörten Pfeifkonzerten quittierte wie die häufig unverständlichen Entscheidungen der überforderten Schiedsrichter. „Das ist halt unser Spiel“, rechtfertigte Jorge Schmidt das Auftreten seiner Mannschaft, mit dem sie offenbar technische und spielerische Defizite zu kompensieren versucht.

„Mit ein bisschen mehr Glück hätten wir sogar gewinnen können. Aber  Göttingen hat ein sehr athletisches, schwer zu verteidigendes Team. Deshalb war der Sieg verdient.“

Ihrem Ruf als Spitzenteam der Pro A wurde die BG vor allem im dritten Viertel gerecht, das sie dank konsequenter Verteidigung und konzentrierter Offensive ohne Ballverluste 22:9 gewann und damit den Grundstein zum Erfolg legte.

Überzeugend war zudem das Auftreten in der Schlussminute, als die Veilchen gegen die von 69:60 (38.) auf 71:69 (39.) herangekommenen Niners eindrucksvoll ihre Nervenstärke unter Beweis stellten, in der Abwehr wieder beherzter zupackten und die Freiwürfe (bekanntermaßen ihre Wackeldisziplin) nach taktischen Fouls des Gegners überraschend sicher verwandelten.

„Ich habe es trotz der Niederlage sehr genossen, mal wieder vor dem tollen Publikum meiner Heimatstadt zu spielen“, bekannte Schmidt. „Die Kulisse ist wirklich erstligareif.“ Beeindruckt von der „unglaublichen Atmosphäre“ war auch Ishizaki: „Es ist wundervoll, wieder hierher zurückzukehren“, sagte der Japaner, der sich 2010 dem Göttinger Erstligateam auf Bitten von Trainer John Patrick ohne Bezahlung und auf eigene Kost und Logis als Trainingsspieler zur Verfügung gestellt hatte.

Als Dank für sein selbstloses Engagement schenkte ihm der BG-Fanclub eine Veilchen-farbene Laptop-Tasche. „Ich finde es eine tolle Idee“, bedankte sich Ishizaki.

BG: Grimaldi (0 Punkte/3 Rebounds/2 Assists), Vargas (22/4 Dreier/4/2), Guede (17/2/4/2), Livas (9/0/12/2), Harris(0/0/1/0), Davis (5/1/2/3), Hitchens (4/1/1/0), Phillips (14/0/4/2), Wenzl (5/0/2/0).

Beste Niners: Ishizaki (21), Schmidt (15), Lawson (11).

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