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Bonn bestraft BG-Defenseprobleme schonungslos

Basketball-Bundesliga Bonn bestraft BG-Defenseprobleme schonungslos

Mit 83:97 unterlag die BG in Bonn gegen die Telekom Baskets. Vor 4710 Zuschauern zeigten sich die Veilchen noch nicht in bester Saison-Form.

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Engagierte Leistung: Christoph Tetzner (r.) – hier gegen Bonns Hunt – markierte fünf Punkte.

Quelle: Theodoro da Silva

„Wir sind heute für unsere Fehler bitter bestraft worden. Nach der Pause haben wir uns nicht so präsentiert, wie es nötig ist, um Spiele auf diesem hohen Niveau gewinnen zu können“, sagte BG-Headcoach John Patrick sichtlich enttäuscht. Dabei war es weniger die 83:97 (45:46)-Niederlage bei den Telekom Baskets Bonn, die dem Coach Sorgenfalten in die Stirn gefurcht hat – immerhin ist Bonn ein absoluter Playoff-Kandidat und ausgewiesen heimstark –, als vielmehr das phasenweise lethargische Auftreten einiger Akteure. „Manche Spieler waren einfach nicht konzentriert, sonst wären Fehler wie diese, die wir schon oft angesprochen haben, nicht passiert. Heute haben wir leider unsere zwei Gesichter gezeigt.“

Die Partie vor 4710 Zuschauern im bei weitem nicht ausverkauften Bonner Basketball-Tempel Telekom-Dome glich einer emotionalen Achterbahnfahrt. Denn es war mitnichten alles schlecht, was die Veilchen beim deutschen Vizemeister 2008 und 2009 gezeigt haben. So präsentierten sich die Veilchen in der Offense bisweilen erstaunlich variantenreich, vor allem aber treffsicher aus der Distanz. In der ersten Hälfte fanden elf von 15 Drei-Punkt-Würfen ihr Ziel. Auch die Defense agierte vor der Pause recht solide. Dass Bonn 46 Zähler markierte, resultierte aus der individuellen Klasse seiner Top-Akteure Wise, Campbell, Ensminger und Hunt, die auch stark in Bedrängnis gebracht punkteten.
Den ersten Sieg im Telekom-Dome verspielten die BGer aufgrund vieler Ballverluste und eines vier Minuten andauernden Blackouts zu Beginn des dritten Viertels. In der Verteidigung erinnerten sich wohl einige Akteure nicht mehr an die Team-Regeln der „Pick-and-Roll“-Defense, so dass Bonn nach geschickten Blocks oft eine Überzahl und günstige Miss-Matches hatte. Die hochtalentierte Mannschaft von Headcoach Michael Koch nutzte diese Geschenke und setzte sich mit einem 14:0-Lauf auf 60:45 (24.) ab. Bereits in Trier zeigte die BG hier Schwächen, die abschlussschwachen Trierer konnten dies allerdings nicht nutzen.

Hilfesuchend hätte sich BG-Coach Patrick in diesen vertrackten Pick-and-Roll-Situationen in Bonn wohl am liebsten an einen Akteur gewendet, der auf den Zuschauerrängen im Telekom-Dome saß: BG-Euro-Fighter Michael Meeks (siehe unten stehenden Bericht). Der Euro-Champion der vergangenen Serie hat durch perfekte Defense und hochkonzentriertes Verhalten auf dem Platz großen Anteil am Erfolg der vergangenen Serie. „Ja, keine Frage, Meeks würde uns mit seiner Qualität sehr helfen, aber es hat ja leider nicht geklappt, ihn zu halten“, sagte Patrick.

„Anfang des dritten Viertels ist bei uns die Kommunikation in der Verteidigung ein wenig zusammengebrochen, sie hat irgendwie nicht gestimmt. Zudem hat Bonn unsere Distanzschützen wesentlich effizienter verteidigt. Wir haben in der zweiten Hälfte in der Offense den Fehler gemacht, den gegnerischen Korb nicht aggressiv genug zu attackieren“, sagte BG-Center Adam Waleskowski selbstkritisch.

„Bonn war aggressiver als wir und hat vielleicht ein wenig mehr um die freien Bälle gekämpft. Keine Frage, Bonn hat ein starkes Team, aber wir hatten hier eine reelle Chance zu gewinnen“, meinte BG-Guard Louis Dale. Das treffsichere BG-Talent war mit 17 Punkten erneut Topscorer der Veilchen. 14 Zähler markierte der 22-Jährige allerdings in den ersten beiden Vierteln.

Um im Schlussviertel eine Aufholjagd hinzulegen, fehlte es der BG ein wenig an einem mit viel Selbstvertrauen ausgestatteten Teamleader, der die anderen mitreißt. Einer, der das Potenzial dazu hat, saß verletzt auf der Bank: Dwayne Anderson. Der BG-Forward hatte sich im dritten Viertel bei einem Zusammenprall unter dem gegnerischen Korb verletzt. „Es ist wohl was Muskuläres, eine Art Pferdekuss, nichts Schlimmes also“, sagte der 24-Jährige. Sein Coach Patrick wollte dies allerdings so nicht bestätigen. „Es ist schön zu hören, dass Dwayne so denkt, aber wir wissen noch nicht, was es ist. Er muss zum MRT, dann wissen wir mehr.“ Sein Einsatz bei der Heimpremiere am Mittwoch um 19.30 Uhr in der Lokhalle gegen EnBW Ludwigsburg ist also fraglich.

Von Mark Bambey

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