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BG Göttingen Deutliche Abfuhr für BG Göttingen in Berlin
Sportbuzzer BG Göttingen Deutliche Abfuhr für BG Göttingen in Berlin
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10:18 04.11.2018
BG-Kapitän Michael Stockton (r.) wird in dieser Szene vom Berliner Jonas Mattisseck (9) attackiert. Quelle: dpa
Berlin

Bevor sie in ihren Teambus einstiegen, hatten sich die BG-Spieler noch mal vor der riesigen Halle sehen lassen. Sie schlenderten über den Mercedes Platz mit seinen Wasserspielen – auf andere Gedanken kommen, die Pleite aus den Klamotten kriegen.

Was über die Veilchen beim aktuellen Team der Stunde aus der Bundeshauptstadt zu Beginn der Partie hereingebrochen war, war nicht weniger als eine Demonstration der Stärke. Die Albatrosse machten in der heimischen Halle einfach da weiter, wo sie beim vielbeachteten internationalen Auftritt in Krasnodar aufgehört hatten.

Hermannsson und zweimal Giedraitis ließen zu Beginn der Partie drei Dreier fliegen, und alle drei Würfe fanden zum Entsetzen der mitgereisten BG-Fans ihren Weg durch die Maschen. Zwar brachten Haukohl und Kapitän Stockton (für Drei) die Veilchen bis zur 4. Minute auf 5:9 heran, der Weg, den die Partie nehmen würde, war jedoch bereits vorgezeichnet.

Wer gedacht hatte, dass die BG mit ihrer kleinen Siegesserie von fünf Erfolgen in Serie (die Pokalpartie gegen Ludwigsburg mitgerechnet) auch in Berlin eine Chance haben könnte, wurde auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt – die Berliner präsentierten sich insbesondere im ersten Viertel, das mit 29:10 an den Gastgeber ging, in jeder Hinsicht um eine Klasse besser.

Insbesondere unter den Körben sah Göttingen kein Land. Die Statistik des ersten Viertels spricht Bände: Alba holte 14 Rebounds, die BG gerade einmal zwei. Teilweise wurden die Göttinger Spieler beim Zug zum Korb einfach mal zur Seite geschoben. In der Pressekonferenz sagte BG-Headcoach Johan Roijakkers: „Ich hätte mir mehr Körperlichkeit gewünscht.“

Dazu kam, dass bei Alba viele Würfe fielen und bei der BG nicht. Nicht nur einmal lugte ein Dreier-Versuch von Andric ganz tief in die Reuse, nur um dann wieder herauszuspringen. Und auf der anderen Seite? Da tänzelt Chapmans Versuch wie beim Flipper ein paarmal auf dem Ring, um dann doch der Schwerkraft nachzugeben und stur den direkten Weg nach unten zu suchen.

Nach diesem Alba-Dreier aus der Endphase des dritten Durchgangs stand es 74:54. Die BG hatte sich zuvor teilweise nur mit Fouls zu helfen gewusst und steckte halstief in Foulproblemen: Haukohl hatte sich bereits Mitte des dritten Viertels mit dem fünften Foul verabschiedet, im Schlussdurchgang wackelten Lockhart, Stockton und Kramer (alle vier Fouls) beträchtlich – die BG hatte am Ende gegen ein Alba, das auch ohne den verletzten Spielmacher Siva wie aus einem Guss spielte, nichts mehr zuzusetzen.

Der Gastgeber schlug letztlich das Kapitel des BG-Gastspiels in Berlin empathiefrei zu, der lange verletzte Clifford wurde bei seiner Hereinnahme von den Fans gefeiert. Ein schwarzer Abend für das Team von Johan Roijakkers – wäre da nicht das dritte Viertel gewesen.

Die BG war selbstbewusst und zielgerichtet aus der Kabine gekommen, hatte endlich mal getroffen und den Durchgang mit sage und schreibe 32:23 für sich entschieden – eine Tatsache, die am Ende Alba-Coach „Aito“ Garcia Reneses merklich ärgerte: „Dass wir im dritten Viertel 32 Punkte zugelassen haben, war der einzige Fehler meines Teams heute“, sagte der Spanier in der Pressekonferenz.

Die Erkenntnis des Abends aus BG-Sicht lautete jedoch: Die Veilchen sind stärker als in der vergangenen Saison, aber für die BBL-Topteams reicht es längst nicht, und die Albatrosse fliegen momentan einfach auch ein wenig zu hoch. „Alba kam zu Beginn sehr scharf und aggressiv raus, da war ich mit meinen Jungs nicht glücklich“, sagte Johan Roijakkers. „Aber wir hätten auch mit 40 verlieren können. Das ist nicht passiert, weil wir in der zweiten Halbzeit einen guten Kampf gezeigt haben.“

Von Eduard Warda

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