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Frank Meinertshagen: BBL-Gedankenspiele erlaubt

BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen: BBL-Gedankenspiele erlaubt

1997 ist Frank Meinertshagen nach Göttingen gekommen, weil er es ruhiger und stressfreier angehen lassen wollte. Davon ist nun, 15 Jahre später, nichts mehr zu spüren. Nach der nervenaufreibenden Rettung des Profi-Basketball-Standorts Göttingen in den vergangenen acht Monaten hat der Ex-Basketball-Profi ein außergewöhnlich aufreibendes und zeitintensives Anstellungsverhältnis.

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Ein Mann für besondere Aufgaben: Doppel-Geschäftsführer Frank Meinertshagen.

Quelle: Vetter

Göttingen. Der 44-Jährige koordiniert als Geschäftsführer sowohl die Freiwilligendienste im ASC 46 als auch die Geschicke des im Mai dieses Jahres ins Leben gerufenen BG-Zweitliga-Lizenz-Inhabers „Pro Basketball Göttingen GmbH“ (PBG).

„Das war schon eine absolute Monster-Aufgabe, die wir seit Anfang Mai bewältigen mussten, um nach der Insolvenz der alten Trägergesellschaft weiter Profi-Basketball in Göttingen anbieten zu können“, erinnert sich Meinertshagen. Rückblickend sagt der in Hamburg Altona Geborene: „Man vergisst ja so schnell, wie unsicher das doch alles gewesen ist.“ Acht Monate nach der Insolvenz ist aus dem Erstliga-Absteiger BG Göttingen ein offensichtlich gesunder Klub geworden, der sportlich die Liga aufmischt und als Tabellenführer zu den Top-Aufstiegskandidaten zählt.

„Das war damals alles extrem aufregend"

Vergessen ist fast, dass zwischen der Insolvenz der Starting Five GmbH und der PBG-Gründung im Mai nur wenige Tage lagen. „Das war damals alles extrem aufregend. Alles musste sehr schnell gehen, unser Zeitfenster betrug nur drei, vier Tage“, erinnert sich Meinertshagen. Mit der aktuellen Situation seiner BG sei er zufrieden. „Wir haben uns gut entwickelt und zum Glück viel Zuspruch von Sponsoren und Fans bekommen“, sagt Meinertshagen in seiner ihm typischen zurückhaltenden Art.

Gleich zwei so verantwortungsvolle Ämter auszufüllen sei zwar anstrengend, lauge ihn aber nicht aus. „Ich habe zum Glück sowohl beim ASC 46 als auch bei der PBG hervorragende Mitarbeiter. Ohne sie könnte ich beide Jobs nicht machen. Anstrengend ist es dennoch, deswegen freue ich mich über die Pause zwischen Weihnachten und Silvester, um meine Akkus wieder aufzuladen“, betont der sportbegeisterte Meinertshagen, der wie fast jedes deutsche Kind zuerst Fußball spielte. Als Zwölfjähriger hat er sogar ein Jahr gemeinsam mit Ex-Nationalspieler und Bayern-Star Stefan Effenberg für den SC Victoria gespielt.

Erst zwei Jahre später kam Meinertshagen zum Basketball. In seinem Stadtteil spielte er für den TV Lokstedt. 1989 zog es ihn dann zum TK Hannover in die 1. Regionalliga. „Mir war klar, dass wir sofort aufsteigen werden. Mit den Hannover Flyers haben wir dann Bundesliga gespielt, allerdings hat sich der Klub finanziell übernommen“, erinnert sich Meinertshagen.

Nach seiner Zeit beim Basketball-Erstligisten suchte der feingliedrige 2,03-Meter-Schlacks einen Klub, bei dem er seine Basketball-Leidenschaft weiter auf hohem Niveau ausleben konnte, dafür aber nicht mehr zweimal täglich schuften musste. „Ich wollte mich mehr auf mein Studium konzentrieren. Bei der BG mussten wir nur viermal in der Woche trainieren“, erinnert sich Meinertshagen, der im August 1997 neben Clinton Ladine als Neuzugang im Team von Trainer Vlastibor Klimes vorgestellt wurde.

Trikot von Marco Grimaldi bekommen

Drei Spielzeiten lang pendelte Meinertshagen zwischen Hannover und Göttingen. Und seit diesen Tagen darf die Bahncard 100 in Meinertshagens Portmonee nicht mehr fehlen. Denn seine Ehefrau Alice, mit der er seit 1996 verheiratet ist, blieb in der Landeshauptstadt. Mittlerweile haben sie gemeinsam zwei Söhne. Lennart ist 14 Jahre alt, Leon zehn. „Einer von beiden kommt eigentlich immer mit zu unseren Heimspielen. Alice schaut sehr selten zu. Leon ist ein richtiger Fan geworden, zu Weihnachten hat er das gewünschte Trikot von Marco Grimaldi bekommen“, erzählt Meinertshagen.

Nach seinem Studium der Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Wirtschaftswissenschaften hatte für Meinertshagen die Zeit des Pendelns eine kurze Pause. 2001 trat er beim Landessportbund in seiner Wahlheimatstadt Hannover eine auf zwei Jahre befristete Projektstelle „Sport in sozialen Brennpunkten“ an. „Da ging es dann auch schon so langsam mit den Freiwilligendiensten im Sport los.

Ich fand das von Beginn an extrem spannend, weil dies das Mark des Sports ist. Beide Seiten, sowohl die FSJler als auch die Einsatzstellen profitieren enorm“, sagt Meinertshagen. Somit lag es nicht fern, dass er 2004 zum ASC 46 wechselte, um die Freiwilligendienste für ganz Niedersachsen zu koordinieren. „Göttingen ist schon ein wenig Heimat für mich geworden. Ich würde mich nicht für einen Job entscheiden können, beide machen mir extrem viel Spaß“, sagt Meinertshagen, der so das täglich dreistündige Pendeln gern in Kauf nimmt.

Hoffnungen nach starker Vorrunde

Leicht angespannt, aber mit viel Vorfreude blicke er nun auf die Rückrunde – wissend, dass die Erwartungen und Hoffnungen nach der starken Vorrunde weiter angewachsen sind. „Ich trete ja schon regelmäßig auf die Euphoriebremse“, betont Meinertshagen, schränkt dann aber ein: „Wenn wir so weiterspielen und aufsteigen können, müssten wir uns ernsthaft Gedanken machen.“ Drei Millionen Euro Etat benötige man nicht zwingend, um in der BBL zu spielen, meint Meinertshagen. „Verdoppeln müssten wir unseren Etat aber schon. Ein eventuelles Aufstiegsrecht nicht wahrzunehmen, könnte auch ganz schnell einen Abschwung der Basketball-Euphorie in Göttingen bedeuten“, warnt der Geschäftsführer. Es scheint, als stünden dem Manager 2013 noch heikle Aufgaben und Entscheidungen bevor.

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