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BG Göttingen Franz: „Lage für uns nicht dramatisch“
Sportbuzzer BG Göttingen Franz: „Lage für uns nicht dramatisch“
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16:06 30.10.2009

Was sich zunächst widersprüchlich anhört, relativiert sich beim Blick auf das Budget der MEG Göttingen. Die MEG AG, ein in Kassel ansässiger Versicherungsvermittler, hat sich für zweieinhalb Jahre mit dem Namen zwar aus Marketing-Sicht das Filetstück des Göttinger Basketballs gesichert, doch der finanzielle Aufwand, den die Hessen dafür leisten müssen, ist vergleichsweise gering. Der Anteil der MEG am 1,7 Millionen Euro umfassenden Etat der Göttinger Basketballer beträgt nicht einmal 300 000 Euro, also deutlich weniger als 20 Prozent. Zum Vergleich: Der Business-Club – der sich aus 100 regionalen Förderern zusammensetzt – generiert ein wenig mehr als 20 Prozent des Gesamt-Budgets.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Fritz Westhelle von der in Kassel ansässigen Kanzlei Leonhardt-Westhelle und Partner bestellt. Als Grund für den Eigeninsolvenzantrag nannte die Aragon AG, seit September Eigentümerin der MEG, drohende Zahlungsunfähigkeit.

Auch die Insolvenz der MEG „HandballSportbetriebs- und Marketing- GmbH“ habe keine Auswirkung auf die Göttinger Basketballer, unterstreicht Franz. Denn anders als das Personal des ebenfalls von der MEG gesponserten Handball-Regionalligisten SVH Kassel hätten die Basketballer keine Kontrakte mit dieser GmbH. „Unsere Spieler haben Verträge mit der starting five. Die MEG ist einer unserer Sponsoren. Sie ist zwar sehr wichtig für uns, aber sie ist nicht, wie einige irrtümlich glauben, Gesellschafterin der starting five“, stellt Franz klar.

Ruhe vermittelt auch Dirk Kaiser, Pressesprecher der Basketball-Bundesliga: „Der Spielbetrieb ist nicht in Gefahr, das ist uns dokumentiert worden. Wir werden Kontakt aufnehmen, bleiben eng dran und werden die Göttinger partnerschaftlich begleiten.“
Die Interessen der starting five vertritt nach Aussage von Franz der Göttinger Rechtsanwalt Alexander Schneehain von der Kanzlei Vockenberg, Schneehain, Melz. Der 36-jährige Advokat – der übrigens auch Sprecher des Business-Clubs ist – sieht in der Tatsache, dass es sich um eine selbst angezeigte drohende Insolvenz handelt, eine Chance: „Ein Eigeninsolvenzantrag ist oft ein taktisches Mittel, um den Druck auf Gläubiger zu erhöhen, damit diese einem finanziell entgegenkommen und Vergleichsbereitschaft signalisieren.“ Eine Eigeninsolvenz könne bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgenommen werden, dies sei bei einem von dritten gestellten Insolvenzantrag nicht möglich.

Um die drohenden Ausfälle auszugleichen, arbeite die S5 intensiv daran, weitere Unterstützer zu finden. Eine deutliche Verbesserung der Einnahmensituation kann der Klub mit zusätzlichen Besuchern erzielen, denn der Zuschauerschnitt sei „sehr konservativ gerechnet“, betont Franz. In der vergangenen Serie kamen pro Spiel fast 3000 Besucher in die Lokhalle, im Etatplan 2009/10 rechnet die S5 mit nicht einmal 2500 Zuschauern im Schnitt. „Aufgrund der Wirtschaftskrise haben wir vorsichtiger gerechnet. Ein Hauptpfeiler unseres Etats sind und bleiben unsere Zuschauereinnahmen“, so Franz.

„Team muss Priorität haben“

„Zuschauer kommen in die Halle, wenn guter und erfolgreicher Basketball gezeigt wird. Die Priorität muss das Team haben. Das Budget fürs Team ist aber kleiner als in der vergangenen Serie“, betont John Patrick. Damit macht der MEG-Headcoach und Sportliche Leiter deutlich, dass bei eventuellen Sparplänen dort nicht gekürzt werden dürfe. „Natürlich sind wir, Trainer und Spieler, verunsichert. Wir wünschen uns ein Management, das vertrauensvoll handelt. Wir wollen spüren, dass wir in guten Händen sind. Deswegen müssen wir auch wissen, in welcher Situation wir uns befinden“, sagt Patrick, der es bedauerte, über die „Insolvenz des Hauptsponsors von einem Fan informiert worden“ zu sein.

Von Marc Bambay

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