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BG Göttingen Führungslose Veilchen verlieren verdient
Sportbuzzer BG Göttingen Führungslose Veilchen verlieren verdient
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23:03 08.11.2009
Kann es nicht fassen: MEG-Headcoach John Patrick ist vom Auftritt einiger Akteure enttäuscht. Quelle: Pförtner

Erschreckend ist, dass die MEG in Ulm sowohl auf den Guard-Positionen als auch bei den Forwards und Centern Defizite erkennen ließ. 101 Punkte gegen ein Team zu kassieren, das bisher kaum überzeugte, ließ dem gewieften Taktiker und Verteidigungs-Fanatiker John Patrick mehr als nur einmal die Zornesröte ins Gesicht steigen. „Wir müssen in Ulm nicht gewinnen. Unser Etat ist erheblich geringer, dennoch haben wir die Chance gehabt. Wir haben uns zurück ins Match gekämpft, aber wir haben die Intensität nicht gehalten und einfach zu weich verteidigt. Einige Spieler haben nicht unseren Stil gespielt. Das enttäuscht mich sehr“, fand Patrick deutliche Worte.
Die Liste der Fehler ist lang. Lediglich Chester Frazier, Chris Oliver, John Little sowie mit Abstrichen Robert Kulawick und Jason Boone wussten zu überzeugen und vermittelten mit ihrer Körpersprache unbedingten Siegeswillen. Auch Ben Jacobson war der Wille anzusehen, aber er wirkte noch deutlich geschwächt von seiner schweren Grippe-Erkrankung. Er war nicht die Führungspersönlichkeit, die dringend notwendig gewesen wäre, um die Veilchen aus ihrem Wach-Koma zu wecken.
Als nur schläfrig kann der Zustand wohl kaum bezeichnet werden, wenn zum Beispiel gestandene Basketball-Profis förmlich Spalier stehen, damit Ulms Distanzwurfspezialist Lee Humphrey – der sich in einer Top-Form präsentierte und acht von zehn Dreiern traf – oder der deutsche Jungnationalspieler Robin Benzing einmal mehr frei zum Wurf von der Drei-Punkt-Linie kommen. Das Defizit war bereits in Quakenbrück sichtbar und wurde dann in Trier zu einem richtigen Problem, als die Veilchen im Dreierhagel von Copeland und Shuler untergingen. „Wir kennen die Schusspositionen unserer Gegner genau, aber wir verteidigen sie einfach viel zu lasch“, beklagt Patrick.
Patrick als Psychologe gefragt
Zuvor war es den Aufbauspielern allerdings schon nicht gelungen, die Ulmer Guards zu stoppen. Jacobson und besonders Taylor Rochestie agierten merkwürdig gehemmt. Und unter den Körben erwartet Patrick von seinem Top-Akteur Chris McNaughton, der im Besitz eines der wenigen hochdotierten Verträge ist, sicherlich mehr als nur Offensiv-Aktionen. Selbstverständlich darf er mehr als null Rebounds von seinem 2,11-Meter-Mann fordern. Dass er rebounden kann, hat McNaughton in der starken spanischen zweiten Liga gezeigt, wo er sich durchschnittlich fünf Rebounds holte.
Es gibt also einige Problemfelder, mit denen sich Patrick bis zum Match gegen Bonn befassen muss. Und es dürfte eher der analysierende Psychologe gefragt sein als der knallharte Übungsleiter. Dass seine Akteure verteidigen können, das haben sie ja bei den drei gewonnen Heimspielen in der Lokhalle eindrucksvoll bewiesen. „Bonn wird für uns ein Gradmesser werden. Da werden wir sehen, wo wir stehen“, blickt Patrick gespannte auf das Match am Dienstag, 17. November.

Von Mark Bambey

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