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Karlsruhe stößt BG von Tabellenspitze

Spitzenspiel vor 3074 Zuschauern Karlsruhe stößt BG von Tabellenspitze

Die Kulisse war die eines Spitzenspiels würdig – die Leistung auf dem Parkett nicht und die Stimmung in der mit 3074 Zuschauern so gut wie in dieser Spielzeit nie zuvor besuchten Sparkassen-Arena nur phasenweise. Die BG Göttingen konnte die in sie gesetzte Erwartung im Top-Duell mit der bis dahin drittplatzierten BG Karlsruhe am späten Sonntagnachmittag nicht erfüllen.

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Ansprechendes, aber glückloses Comeback: Ramon Harris (r.) ist nach Bänderdehnung wieder im Team.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Und auch die Zuschauer zeigten reichlich Potenzial für lautstärkere Unterstützung. Die Veilchen verloren das umkämpfte, aber auch von zahlreichen Fehlern geprägte Duell gegen den neuen Tabellenzweiten mit 65:74 (54:51, 33:35, 23:16) und damit auch die Tabellenführung der 2. Basketball-Bundesliga Pro A. Neuer Primus sind die Düsseldorf Baskets, die sich vor nur 448 Besuchern im Castello Düsseldorf mit einem 83:69 (44:34)  über Chemnitz an die Spitze gesetzt haben. Die BG fällt auf Rang drei zurück.

„Wir waren heute kein Top-Team“, analysiert BG-Headcoach Johan Roijakkers auf der Pressekonferenz recht einsilbig. Auch wenn der 32-jährige Niederländer später sagen wird, dass der Karlsruher Sieg „absolut verdient“ war, weil Karlsruhe „heute klar die bessere Mannschaft war“ und er sich deswegen „gar nicht so furchtbar ärgern kann, dass wir verloren haben“, zeigt ein Blick in Roijakkers versteinerte Miene, dass die Niederlage ihn innerlich doch mächtig aufwühlt. Es ist ihm deutlich anzusehen: Johan Roijakkers hasst das Verlieren. Auf Nachfrage wird der Meistertrainer dann deutlicher: „Karlsruhe war heute auf den Punkt top vorbereitet. Wir waren das als Team nicht. Wir sind offensichtlich noch nicht so weit, um Top-Teams wie Karlsruhe zu schlagen, wenn sie ihre Leistungsgrenze erreichen.“

Veilchen haben keinen „Sahnetag“ erwischt

Dass die Veilchen keinen „Sahnetag“ erwischen, wird früh deutlich. Die Karlsruher verteidigen eng, doch auch die wenigen freien Würfe fallen nicht. Trotz eines 3:13-Laufs bewahrt Roijakkers die Ruhe, bringt nach 3:37 Minuten nur Sullivan Phillips für den indisponierten Paul Guede. Der Wechsel greift, der 33-jährige Routinier ordnet sofort die holperige BG-Offense. Mit einem 11:0-Lauf schocken sie Karlsruhes Coach Torsten Daume, der nach 6:23 Minuten die erste Auszeit nimmt. Doch die Veilchen lassen sich nicht beirren, erhöhen auf 16:13. Nach 8:06 Minuten bejubelt das Publikum das Comeback von Ramon Harris, der nach Verletzungspause ein ansprechendes Comeback gibt. Auch dank vier Zählern von ihm erhöht die BG bis zum Ende des Viertels auf 23:16. Das Publikum klatscht fröhlich.

Als Center Michael Wenzl den Vorsprung im zweiten Viertel auf neun Punkte erhöht, scheint der BG-Express endgültig Fahrt aufgenommen zu haben. Mit einer erneuten Auszeit versucht Daume gegenzusteuern. Mit Erfolg. Er verordnet seinem Team ein hartes Defensiv-System, es schaltet sehr früh auf Verteidigung um, um das schnelle Spiel der Veilchen zu stoppen. Zudem streut er vereinzelt eine 2:3-Zone ein. Die BG lässt sich beeindrucken, wirft nun hart verteidigt eine Fahrkarte nach der anderen, so findet zum Beispiel nur einer von elf Dreiern sein Ziel.

Karlsruhe setzt seine Big Men Jeremy Black, Eric Vierneisel und Dewayne Richardson gekonnt in Szene – Michael Wenzl, den zwei unnötige Fouls Spielzeit kosten werden – und der nicht ins Spiel findende Bobby Davis können nicht gegenhalten. Da auch dem in den vergangenen Partien so überzeugend agierenden Nick Livas erst in der zweiten Hälfte einige ordentliche Aktionen gelingen werden, kann sich die BG nicht erfolgreich wehren um muss ihrerseits einen 0:13-Lauf hinnehmen. So geht es mit einem 33:35 in die Pause. Roijakkers wird später sagen: „Wenn man ein Team nicht an einem Lauf hindern kann, dann verliert man das Spiel.“

Menck wird wegen seines zweiten unsportlichen Fouls disqualifiziert

Im dritten Viertel gelingt der BG wieder mehr, Karlsruhe gestattet es ihr allerdings nicht, mit leichten Punkten davonzuziehen. Als Nils Menck wegen seines zweiten unsportlichen Fouls disqualifiziert wird, tobt die Halle. Als Phillips an der Freiwurflinie zum Viertelende das 54:51 markiert, sitzt niemand mehr. Im Schlussviertel löst sich die BG-Offensive dann allerdings ein zweites Mal in ihre Einzelteile auf. Der Ball wird zwar gepasst, ein System scheint aber nicht zugrunde zu liegen, denn wenn die 24-Sekunden-Uhr fast abgelaufen ist, wird per Einzelaktion versucht zu punkten. Kein probates Mittel gegen das gut harmonierende Karlsruher Kollektiv. Und während das Team sich scheinbar seinem Schicksal ergibt, verlassen bereits vor dem Ende die ersten Zuschauer ihre Plätze.

„Karlsruhe hat ein sehr ausbalanciertes Team, ist sowohl im Front- als auch Backcourt stark besetzt. Der Unterschied ist auch, dass es vier Deutsche hat, die schon auf Top-Niveau agieren können. Wir müssen noch hart arbeiten, um dort hinzukommen. Das Potenzial haben wir“, betont Roijakkers.

BG: Grimaldi (7 Punkte/1 Dreier/5 Rebounds/3 Assists), Vargas (18/2/5/1), Crowell, Guede (0/0/2/0), Livas (12/1/9/3), Harris (9/1/4/1), Davis (7/0/0/0), Hitchens (0/0/0/1), Phillips (7/0/9/3), Wenzl (5/0/0/0).

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