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Lila Block treibt BG Göttingen zum Derbysieg

Veilchen drehen in Paderborn mächtig auf Lila Block treibt BG Göttingen zum Derbysieg

„Hauptsache gewonnen“, lautet Jeremy Dunbars erster Kommentar nach dem schwer erkämpften 91:80 (58:64, 37:42, 16:17)-Erfolg seiner BG Göttingen bei den Finke Baskets Paderborn. „Aber eigentlich sind solche Siege die schönsten, bei denen du lange zurückliegst und das Match dann noch drehst“, fügt der Distanzwurfspezialist hinzu, der mit 20 Punkten inklusive vier verwandelter Dreier maßgeblich zum Triumph des Spitzenreiters der 2. Basketball-Bundesliga Pro A beim alten Rivalen beigetragen hat.

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Ausgelassene Atmosphäre: Die BG-Fans stimmen sich während der zweistündigen Fahrt auf das Derby ein.

Quelle: Pförtner

Paderborn. Lange Zeit sah es nicht danach aus, als könnten die Gäste ihren zwölften Erfolg in Serie einfahren – trotz der nie nachlassenden frenetischen Anfeuerung der mehr als 400 mitgereisten Fans, die in der mit 1945 Zuschauern gefüllten „Maspernhölle“ (Saisonrekord in Paderborn) klar den Ton angaben.

Denn bis weit ins dritte Viertel hinein beherrschte der Tabellenzwölfte Spiel und Gegner, war in der 27. Minute mit einem 16:2-Lauf auf 16 Punkte davon gezogen und auf dem besten Weg, für eine dicke Überraschung zu sorgen. Verunsichert und sogar ein bisschen verängstigt reagierte der souveräne Tabellenführer auf die wie entfesselt auftrumpfenden Paderborner, bei denen Topscorer Morgan Grim (18 Punkte), Frederik Hennigsen (12) und Ricky Taylor (11) nach Belieben schalteten und walteten.

Dass die BG den Rückstand in den ersten 20 Minuten im erträglichen Rahmen hielt, verdankte sie der halbwegs funktionierenden Verteidigung, in der Kapitän Marco Grimaldi Baskets-Star Will Barnes an die Kette legte, und einigen gelungenen Einzelaktionen im Angriff, insbesondere von Harper Kamp, Dominik Spohr und Dunbar.

Alex Ruoff geht voran

Als erster legte bei den Veilchen Alex Ruoff den Schalter um. Bis zur Pause in 15 Minuten Spielzeit ohne Punkt, aber mit drei Ballverlusten ein Schatten seiner selbst, riss der Teamführer unmittelbar nach dem Wechsel die Initiative an sich, brachte seine Mannschaft mit drei Korblegern auf 46:48 (23.) heran.

„In der Halbzeit hat unser Coach zu Recht kritisiert, dass wir nicht aggressiv genug sind. Ich habe die Kritik beherzigt, bin für mein Team aggressiver ins Spiel gegangen, und letztlich hat das ja auch geholfen“, so der US-Amerikaner. „Für mich war es nicht überraschend, dass wieder einmal Alex Verantwortung übernommen hat und wir das Spiel noch drehen konnten.

Ich kenne ihn schon aus Belgien, wo er auch in der Euro-Challenge sein Können unter Beweis gestellt hat. Er spielt ganz klar auf BBL-Niveau“, lobte BG-Coach Johan Roijakkers Ruoffs Senkrechtstart nach der Pause.

Hart gekämpft und schließlich gewonnen. Impressionen vom Paderborn-Spiel. © Pförtner

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Dass der Auftritt des Powerman dem Match zunächst keine Wende gab, Paderborn statt dessen noch eine Schippe drauf legte und auf und davon zog, lag daran, dass seine Mitspieler eine Weile brauchten, um aus ihrer Lethargie zu erwachen. Erst Ruoffs zweite Einzelkämpfer-Einlage mit sechs Zählern nach Paderborns 64:48-Führung wirkte als Initialzündung für die anderen Veilchen.

Plötzlich standen die Göttinger in der Abwehr wie aus Beton gegossen, provozierten ein ums andere Mal Ballverluste des Gegners und zogen vorne ihr gefürchtetes Powerplay auf, mit schnellen, präzisen Pässen, sicher verwandelten Distanzwürfen und unwiderstehlichem Zug zum Korb. „Eine Zeitlang habe ich sogar eine Zonenverteidigung spielen lassen. Das tue ich ja eher selten, aber da es ganz gut funktioniert hat, in Zukunft vielleicht öfter“, sagte Roijakkers schmunzelnd.

Innerhalb von sechs Minuten egalisierte die BG den 16-Punkte-Rückstand (65:65; 33.), zog umgehend vorbei  und ging mit einem atemberaubenden 33:5-Lauf vorentscheidend mit 81:69 (38.) in Führung. Die Hausherren waren sichtlich geschockt, brachten kaum noch etwas zustande und ließen sich fast widerstandslos überrollen.

Euphorie-Bekundungen

Während die Paderborner Anhänger immer stiller und regungsloser wurden, ließen die Göttinger Fans ihrer Begeisterung freien Lauf. Sogar den sonst mit Euphorie-Bekundungen eher sparsamen Roijakkers riss es mit. Beim 77:67 durch Kamp machte der BG-Coach einen Luftsprung, dann aber sofort wieder beschwichtigende Handbewegungen in Richtung seiner Spieler, nicht zu überdrehen.

„Die Unterstützung unserer Fans in diesem schwierigen Spiel war fantastisch. So etwas habe ich in einem Auswärtsspiel noch nicht erlebt“, schwärmte der Niederländer.

Sein Paderborner Kollege Martin Krüger erkannte den Göttinger Erfolg aufgrund der Schlussoffensive als „völlig verdient“ an: „Wir haben 30 Minuten lang an unserer Grenze  gespielt, und damit bin ich zufrieden. Es war klar, dass Göttingen irgendwann zulegen und Ruoff übernehmen würde. Ich denke, wir haben hier heute den neuen Meister und Aufsteiger gesehen.“

BG : Majok (4 Punkte/0 Dreier/2 Rebounds/1 Assist), Liyanage (0/0/1/0), Grimaldi (2/0/3/0), Ruoff (21/0/2/8), Spohr (9/1/0/0), Mallett (8/0/7/2), Godbold (10/2/9/2), Kamp (14/0/9/2), Raffington (3/0/2/0), Donkor, Dunbar (20/4/4/0), – Beste Paderborn: Grim (18/0/13/2), Henningsen (12/2/1/1), Taylor (11/3/2/1), Barnes (9/1/5/4), Stachula (8/2/4/1).

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Keine Geschenke für Abstiegskandidaten
Noch ein Sieg fehlt: Marco Grimaldi (rechts im Spiel gegen Nürnberg) und seine BG wollen in Karlsruhe den 13. Sieg in Folge.

Einen Sieg braucht die BG Göttingen noch, um hundertprozentig als Tabellenführer der Basketball-Bundesliga Pro A in die am Sonnabend, 5. April, beginnenden Viertelfinal-Playoffs zu gehen. Mit einem Sieg am Sonntag, 16. März, um 17 Uhr in der 5400 Zuschauer fassenden Karlsruher Europahalle hätten die Veilchen drei Spieltage vor Ende der Hauptrunde ihr erstes Etappenziel erreicht.

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Wer auf die Live-Atmosphäre bei den Bundesligapartien der BG Göttingen verzichten muss, hat trotzdem die Möglichkeit einen Blick in das aktuelle Spieltagsheft zu werfen. Schon vor Öffnung der Halle ist es auch online als E-Paper zu lesen. mehr

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Alle wichtigen Infos zum Spiel am 18. November in der S-Arena.

BG Göttingen - Das Team 2016/17
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