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MEG: Selbstbewusst in den Bonner Hexenkessel

Basketball-Bundesliga MEG: Selbstbewusst in den Bonner Hexenkessel

Erheblich mehr gefordert sein als beim 93:71-Heimsieg gegen Gießen wird Basketball-Bundesligist MEG Göttingen am heutigen Sonnabend in Bonn. Zum Spitzenspiel des 27. Spieltages tritt der Tabellendritte um 19.30 Uhr im schmucken neuen Telekom Dome beim heimstarken Vierten, den Telekom Baskets, an.

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Spektakuläres Duell in der Lokhalle: Göttingens Sprungwunder Rocky Trice (links) im Kampf um den Rebound gegen den 22 Zentimeter längeren Bonner Ken Johnson. 

Quelle: Theodoro da Silva

Aufgrund der bisherigen Bilanz können die Göttinger durchaus selbstbewusst zum Deutschen Vizemeister fahren. Zwar verloren die Veilchen in der vergangenen Saison ihr Heimspiel gegen Bonn mit 75:79, revanchierten sich aber im Rückspiel mit einem 69:67-Überraschungserfolg und gingen auch im Hinspiel der laufenden Serie als 70:65-Sieger vom Lokhallen-Parkett. Vor allem Charles Lee (17 Punkte), der Bonns Topscorer Brandon Kyle Bowman (14,4 im Schnitt) zum Statisten degradierte, und Rocky Trice' spektakuläre Aktionen rissen die Zuschauer zu Begeisterungsstürmen hin.

Doch im Hexenkessel des 6000 Zuschauer fassenden, im Juni 2008 eröffneten Telekom Dome - die einzige Halle in der BBL, die vom Verein selbst finanziert wurde (Baukosten 16,8 Millionen Euro) - werden die Karten neu gemischt. Erst einmal in dieser BBL-Saison musste sich die Mannschaft von Trainer Michael Koch dort geschlagen geben: mit 71:77 gegen die Artland Dragons. Dagegen holten sich alle Topteams der Bundesliga - Oldenburg (62:65), Berlin (66:80), Ulm (66:94), Frankfurt (75:84) und Bamberg (76:81) - im Telekom Dome eine blutige Nase.

Dass die Bonner mit 34:16 Zählern dennoch vier Minuspunkte mehr aufweisen als Göttingen (36:12), liegt an ihrer Auswärtsschwäche. In sieben von 13 Partien zogen sie den Kürzeren - zuletzt mit 63:79 in Ulm. "Da steckte ihnen aber die zwei Tage zuvor erlittene Viertelfinal-Niederlage im Europa-Cup bei Virtus Bologna in den Knochen", relativiert MEG-Coach John Patrick die deutliche Schlappe. Baskets-Trainer Koch gibt sich denn auch kämpferisch: "Jetzt, da wir keine Doppelbelastung mehr haben, können wir im Training wieder ganz anders arbeiten. Wir schauen im Kampf um die Playoff-Plätze nicht nur nach hinten, sondern auch nach vorne. Da ist noch nichts entschieden."

Von Siegchance überzeugt

Patrick nimmt die Bonner Kampfansage ernst, lässt sich davon aber nicht erschrecken. "Die Baskets haben ein sehr starkes Team und gehören zu den Meisterschaftsanwärtern. Sie sind auf allen Positionen mehrfach hervorragend besetzt, so dass es nichts bringt, ein oder zwei Spieler auszuschalten. Ich bin aber überzeugt, dass wir trotzdem eine Siegchance haben. Wir werden versuchen, unseren Stil durchzusetzen, und dann sehen, was passiert. Wie wir gegen Gießen aufgetreten sind, hat uns viel Selbstvertrauen gegeben", versichert der Coach, der auf alle Leistungsträger zurückgreifen kann.

Neben Bowman punkten bei Bonn auch Spielmacher Rowland (14,1) und Dreierspezialist Frazier (12,8) zweistellig. Auf der Centerposition sind die Baskets mit John Bowler (2,04 m; nach langer Verletzung wieder topfit) und Ken Johnson (2,10 m) den Göttingern längenmäßig deutlich überlegen. Darüber hinaus steht Koch nach dreimonatiger Verletzungspause auch Vincent Yarborough wieder zur Verfügung. Der Flügelspieler, beim Hinspiel in der Lokhalle mit zwölf Punkten erfolgreichster Bonner Schütze, gab in Ulm mit fünf Zählern einen gelungenen Einstand.

Von Michael Geisendorf

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