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BG Göttingen Patrick sieht „Außerirdische“ im Veilchen-Dress
Sportbuzzer BG Göttingen Patrick sieht „Außerirdische“ im Veilchen-Dress
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22:25 20.12.2009
Trotz Nasenbeinbruch couragiert gekämpft: Masken-Mann Chris Oliver kam nach der Pause in Form. Quelle: Theodoro da Silva
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Sie wissen, dass sie eine große Chance vergeben haben, auch wenn MEG-Headcoach John Patrick nach der 78:84 (56:59, 27:44, 11:22)-Niederlage von einem „verdienten Sieg für das bessere Team“ sprach. Patrick hat Recht, aber die Veilchen hatten dennoch ihre Chancen, ließen sie aber teilweise fahrlässig verstreichen.
„Ich weiß nicht, wer da in der ersten Hälfte auf dem Feld stand, meine Mannschaft war das nicht. Vielleicht waren irgendwelche Alien in den Körpern meiner Spieler“, versuchte Patrick die „unterirdische“ Leistung seiner Veilchen humorvoll zu umschreiben. Nur 27 Punkte in 20 Minuten, eine mehr als dürftige Trefferquote von nur 31 Prozent, kaum ein angenommener Kampf um den Rebound, neun Ballverluste und zahlreiche schlechte Entscheidungen in der Offense – die Göttinger Basketballer muteten ihren etwa 150 mitgereisten, treuen Fans einiges zu. „Ich hatte das Gefühl, dass Bremerhaven in den ersten beiden Vierteln 30 Offensiv-Rebounds geholt hat“, stöhnte Patrick.
Die gezeigte Leistung war ein mächtiger Schritt zurück, in längst überwunden geglaubte Zeiten. Sie war ein Spiegelbild jener blutleeren 20 Minuten, welche die Göttinger bei der letzten BBL-Auswärtsniederlage in Trier gezeigt hatten. Im frostigen Eisbären-Käfig schienen Siegeswille und Engagement zu Eis erstarrt zu sein. „Wir waren einfach viel zu passiv“, kritisierte Patrick.
Besonders der athletische Ex-NBA-Akteur Rodney Buford nutzte die sich durch die mentale Steife der Veilchen ergebenden Räume. Der 32-Jährige markierte in den ersten 20 Minuten 17 seiner insgesamt 23 Zähler und holte fünf seiner acht Rebounds. Bei den Veilchen hatte lediglich Taylor Rochestie die nötige Menge Frostschutzmittel im Blut, um das Tempo der Eisbären mitgehen zu können.
Es dauerte bis zur Halbzeitpause, bis es Patrick gelang, seine Jungs aus der Frost-Starre zu wecken. Und was die Veilchen-Offense zu leisten im Stande ist, das zeigte sie mit 51 Zählern im dritten und vierten Viertel. Buford, der vier Fouls auf seinem Konto hatte und dem es sichtlich immer schwerer fiel, die Wege zurück in die Defense mitzugehen, saß lange auf der Bank. So nutzte Chris Oliver, der trotz Nasenbeinbruch nun couragiert agierte, den Raum zum Punkten.
Dass es letztlich nicht mehr zum Sieg reichte, lag vor allem daran, dass Schwethelm (3), Campbell und Brooks, der überraschend stark als Point-Guard agierte, für Bremerhaven fünf wichtige „Drei-Punkte-Würfe“ versenkten und dass die Veilchen beim Rebound zwischenzeitlich wieder jene Lethargie der ersten Hälfte an den Tag legten. Gleich viermal erlaubten sie Bremerhaven, sich den Rebound nach einem vergebenen Freiwurf zu angeln. Die Göttinger suchten zudem in den entscheidenden Momenten einen Führungsspieler. Diese unbedingten Siegeswillen demonstrierende Rolle vermochte kein Veilchen einzunehmen. Sicherlich nicht von Vorteil war auch, dass Referee Toni Rodriguez Soriano jeden „Kann-Pfiff“ nutzte, um seine Pfeife gegen engagiert kämpfende Veilchen ertönen zu lassen.
Bereits am Dienstag (22. Dezember, 19 Uhr) sind die Veilchen erneut im Einsatz. Dann steht in Braunschweig das nächste Derby an. Am 26. Dezember gastieren die Göttinger bei Alba Berlin (18:55, live auf DSF).

Von Mark Bambey

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