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BG Göttingen Roijakkers: „Bei einer Niederlage wäre es vorbei gewesen“
Sportbuzzer BG Göttingen Roijakkers: „Bei einer Niederlage wäre es vorbei gewesen“
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10:45 06.03.2018
Mit vollem Einsatz: BG-Headcoach Johan Roijakkers feuert sein Team gegen Tübingen an. Quelle: Swen Pförtner
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Göttingen

Während im Basketball-Zentrum Darius Carter, Brion Rush und Dominic Lockhart zu Hip-Hop-Musik locker ein paar Körbe werfen (an ihrem freien Tag), lässt Roijakkers noch einmal das Spiel gegen Tübingen Revue passieren: „Das war statistisch gesehen die drittbeste Offensivleistung in der BBL-Geschichte der BG. Außerdem hatten wir die zweitbesten jemals erzielten Assits-Werte. Offensiv habe ich uns lange nicht so gut gesehen“, schwärmt der Trainer.

Die Gründe? Klar, der Gegner sei nicht so stark gewesen, räumt Roijakkers ein. Aber seine Mannschaft habe auch eine klasse Leistung gezeigt. „Wir spielen schon seit einigen Wochen keinen schlechten Basketball. Uns fehlte aber immer ein kleines bisschen.“ Mit Carter sei jetzt der Erfolg zurückgekommen. „Man sieht auch, dass Rush nicht mehr so viel kreieren muss, sondern sich wieder auf das Werfen konzentrieren kann. Und Will Buford war sehr stark, besser als ich erwartet hatte. Ich habe jetzt zwei große Guards mit ihm und Lockhart“, ist der Coach froh, personell endlich mal wieder aus dem Vollen schöpfen zu können.

„Stockton, Lockhart und Rush waren alle so stark“

So ist es auch nicht verwunderlich, dass Roijakkers versucht, keinen Spieler unerwähnt zu lassen. „Stockton, Lockhart und Rush waren alle so stark, dass ich eigentlich keine Minute für Grüttner und Williams hatte. So muss es sein. Dass ich keine Minuten verschenken muss. Das ist super“, betont der Coach. „Dabei war es nicht so, dass die beiden schwach waren. Aber die anderen waren einfach so stark, ich konnte sie nicht auf die Bank setzen. Das ist immer das, was ich meine, wenn ich sage, dass die Spieler selbst über ihre Spielzeit entscheiden. Das haben sie gezeigt.“ Auch Haukohl habe viele Minuten gespielt, weil er einfach gut gewesen sei. Und Kramer habe nicht etwa deswegen so wenig gespielt, weil er schlecht gewesen sei, „sondern weil Carter so überragend war“.

Überhaupt Carter: „Er hat so viel gearbeitet“, sagt Roijakkers über den Center, der in seinem ersten Spiel nach dreimonatiger Verletzungspause gleich wieder ein Turm in der Brandung war. „Schon in den beiden Testspielen konnte man sehen, dass er stark war. Aber am Ende des vierten Viertels gegen Tübingen musste er raus, weil er Krämpfe hatte. Er hat sich drei Viertel voll reingehauen. Das ist das, was wir immer sagen: Mach dich platt. Ich will rotieren, weil Leute platt sind, nicht weil sie schwach spielen“, betont Roijakkers.

Keine Entschuldigung nach Spuckattacke

„Das ist nicht einfach, das geht nicht jedes Spiel, aber das muss das Ziel sein.“ Dabei ließ sich Carter noch nicht einmal von der Spuckattacke des Tübingers McCrea aus dem Tritt bringen. „Ich habe das nicht mitbekommen, aber er hat mir das nach dem Spiel erzählt“, erinnert sich Roijakkers und schiebt nach. „Das gehört natürlich nicht auf ein Basketballfeld.“ Die Tübinger hätten sich noch nicht einmal entschuldigt, zumindest nicht bei ihm.

Selbst für Harper Kamp, der am Sonnabend wegen Schmerzen am Knie ausfiel, findet Roijakkers lobende Worte: „Er hat uns wirklich gut geholfen und mich auf der Bank beim Coachen unterstützt. Harpers Anteil am Sieg darf man nicht unterschätzen.“

Genauso wenig wie den von Lennart Stechmann und Lennard Larysz. „Es gibt auch Spieler, die nicht spielen, die sich missmutig auf die Bank setzen und die dem Team dadurch die Energie aussaugen. Ich nenne solche Spieler Energie-Vampire. Aber diese beiden geben uns immer viel Energie“, erklärt der BG-Headcoach. „Das Team funktioniert, auch wenn wir wie zuletzt oft verloren haben. Die Energie-Vampire sind gegangen oder ich habe sie weggeschickt.“

Fans haben das Team beflügelt

Auch die Fans hätten das Team beflügelt, sagt Roijakkers: „Man fühlte schon vor dem Spiel, dass das Publikum da war. Das gibt uns einen Schub, und wir brauchen das. Dann ist Göttingen ein schwieriges Pflaster.“ Das musste auch Tübingen erfahren. Zum Glück, kann man aus Sicht der BG nur sagen. „Wenn wir gegen Tübingen verloren hätten, wäre es vorbei gewesen. Jetzt ist alles offen“, sagt Roijakkers.

Der Jubel jedenfalls nach dem Sieg am Sonnabend war ohrenbetäubend. Roijakkers aber blieb gelassen: „Ich habe gar nicht gefeiert. Ich habe ein bisschen holländisches Fernsehen geguckt. Das mache ich immer gerne am Samstag. Ohne das kann ich nicht im Ausland leben, das ist wichtig für mich“, erzählt er. Er lasse sich immer vertraglich zusichern, dass sein Appartement mit Satellit ausgestattet ist. „Das ist meine Verbindung in die Heimat. Samstags gucke ich gerne RTL 4, und sonntags immer Fußball. Der PSV Eindhoven hat 3:0 gewonnen, Ajax hat verloren, das Wochenende war super.“

Von Andreas Fuhrmann

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