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BG Göttingen So stehen die Chancen der BG Göttingen auf den Klassenerhalt
Sportbuzzer BG Göttingen So stehen die Chancen der BG Göttingen auf den Klassenerhalt
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12:42 07.04.2018
Jubel wie zuletzt gegen Bamberg – oder Abstiegstränen? Wir bewerten die Chancen der letzten fünf Teams auf den Klassenerhalt. Quelle: Swen Pförtner
Göttingen

Wir haben uns die Performance und das Restprogramm der fünf Teams am Tabellenende der BBL näher angeschaut – und bewerten die Chancen der Kellerkinder im Abstiegskampf.

BG Göttingen

Nägelkauen ist angesagt: Innerhalb von acht Tagen bestreitet die BG zwei enorm wichtige Heimspiele im Kampf um den Klassenerhalt. An diesem Sonnabend sind die Rockets als Vorletzter zu Gast, eine Woche später kommt dann der direkte Verfolger Eisbären Bremerhaven. Diese beiden Spiele müssen gewonnen werden, ebenso wie das letzte Heimspiel am 29. April gegen den MBC, um ganz sicher zu sein. Die BG hätte dann zehn Siege, gemeinhin reicht das in der BBL für den Klassenerhalt. Wobei die Veilchen vor zwei Jahren auch mit neun Siegen so eben noch die Liga hielten – auf so viel Glück sollten sie sich aber nicht noch einmal verlassen. Zumal es die vier noch ausstehenden Auswärtsspiele in sich haben. Gewarnt sein muss die BG so oder so: Das Hinspiel gegen die Rockets ging schließlich recht deutlich mit 63:74 verloren. BG-Headcoach Johan Roijakkers fordert denn auch einen konzentrierten Auftritt seines Teams. Klar würde er gerne gewinnen, sagt er, schränkt aber ein: „Ob wir gewinnen oder verlieren, in beiden Fällen ist noch nichts entschieden.“ Der Druck jedenfalls sei kein Problem: „Das sind Profis, die wollen immer gerne gewinnen und lieben Herausforderungen. Das pusht einen eher.“ Zudem können die Veilchen auf ihren jüngsten Partien aufbauen. „Wir spielen einen guten Basketball, wenn alle fit sind, sind wir ein toughes Team“, sagt Roijakkers. „Der Sieg gegen Bamberg war herausragend. Aber jedes Spiel ist anders.“ Mit dem Klassenerhalt beschäftige er sich ohnehin nicht: „Ich schaue nur von Spiel zu Spiel. Es kann noch so viel passieren. Ich habe jedenfalls keine Angst vor dem Abstieg.“ Positiv im Saisonendspurt: Mit Neuzugang Mitch Creek hat der Trainer noch eine Option mehr – und kann auch etwaige Verletzungsausfälle besser kompensieren. Wobei man davon in dieser Saison wahrlich genug verkraften musste, angefangen mit der schweren Verletzung von Darius Carter gegen Braunschweig, als eine lange Niederlagenserie der BG begann. Bei den Braunschweigern müssen die Veilchen ausgerechnet ganz zum Schluss ran. Es würde zur Saison passen, wenn die Göttinger genau dort, in der Höhle des Löwen, den Klassenerhalt perfekt machen würden. Aber wieder letzter Spieltag? Wieder so eine Zitterpartie? Darauf könnten die Fans wohl gut und gerne verzichten – allein schon wegen der Fingernägel.

Abstiegswahrscheinlichkeit: 25 Prozent

Walter Tigers Tübingen

Nur ein Sieg und 15 Niederlagen in Folge: Die Walter Tigers Tübingen haben derzeit mit Abstand die schlechtesten Chancen auf den Klassenerhalt. Da hilft es auch nur wenig, dass die Schwaben noch gegen den Vorletzten, die Rockets, spielen. Auch diese sind schon zu weit enteilt. Zumal es das Restprogramm des Tabellenletzten in sich hat: Alba Berlin, Bayern München, Ludwigsburg sind nur einige der Hochkaräter, die im Saisonendspurt noch darauf warten, fette Beute zu machen. Läuft es ganz schlecht, könnten die Tigers bereits an diesem Wochenende als erster Absteiger feststehen – dann nämlich, wenn sie ihr Heimspiel gegen Jena verlieren und Bremerhaven und die BG gewinnen. Ihr einziges Spiel haben die Tigers übrigens ausgerechnet gegen die Göttinger gewonnen – am 9. Dezember mit 80:67. Allerdings waren die Veilchen enorm ersatzgeschwächt angetreten. Das Rückspiel in Göttingen am 3. März ging dann auch klar mit 95:75 an die BG. Die schaffte damals die Wende – und stürzte Tübingen ins Tal der Tränen. Dort werden die Schwaben voraussichtlich auch nicht mehr herauskommen.

Abstiegswahrscheinlichkeit: 99 Prozent

Eisbären Bremerhaven

Einen heftigen Dämpfer im Abstiegskampf mussten die Eisbären Bremerhaven am 1. April hinnehmen. Bei den Rockets verloren sie nach einer desaströsen ersten Halbzeit mit 90:98 – und ließen den direkten Verfolger so noch einmal herankommen. Das könnte sich noch rächen, denn auch der direkte Vergleich, der bei Punktgleichheit entscheidet, geht an die Rockets. Noch dazu hat Bremerhaven ein hammerhartes Restprogramm. Ob Bamberg, medi Bayreuth oder Bayern München, die Chance auf Siege in den verbleibenden Spielen ist gering, auch wenn noch vier Heimspiele auf dem Plan stehen. Am wahrscheinlichsten ist noch ein Erfolg gegen die BG. Daher werden die Eisbären alles daran setzen, am 14. April bei den Veilchen den Ausrutscher gegen die Rockets wieder auszubügeln. Allerdings ging bereits das Hinspiel in Bremerhaven mit 77:74 an die Göttinger – und die präsentierten sich zuletzt in bestechender Form. Dennoch: Die Begegnung in Göttingen wird der Gradmesser sein. Denn die Rockets als Vorletzter könnten mit zwei Siegen unter anderem gegen Tübingen noch aufschließen zu den Eisbären. Und dann könnte es in Bremerhaven im Frühling noch mal richtig frostig werden.

Abstiegswahrscheinlichkeit: 50 Prozent

Mitteldeutscher BC

Der MBC aus Weißenfels hat in den vergangenen sechs Partien lediglich einen Sieg gelandet – und das vor zwei Wochen beim 74:70-Auswärtserfolg gegen die Rockets. Das direkte Duell gegen die BG Göttingen in der Stadthalle Weißenfels ging hingegen mit 84:89 verloren, und somit dürften die Veilchen selbstbewusst ins Rückspiel am 29. April in der heimischen Sparkassen-Arena gehen. Mit Abstand bester MBC-Scorer ist Lamont Jones, der im Durchschnitt pro Spiel 16,7 Punkte beisteuert und damit hinter Benzing, Eatherton und Bryant viertbester BBL-Schütze ist. Für den MBC wird es vor allem in den letzten vier Saisonspielen happig: Es geht gegen drei Playoff-Kandidaten und zum direkten Konkurrenten BG Göttingen in die Sparkassen-Arena, die gerade zuletzt eine fast uneinnehmbare Bastion war. Zuvor stehen Oldenburg (auswärts) und Bayreuth (zu Hause) auf dem Spielplan, zur letzten Hauptrundenpartie erwartet Weißenfels den Deutschen Meister Brose Bamberg. Auch wenn Malte Schwarz, der vor der Saison von der BG Göttingen zurück zum MBC gewechselt ist, über jede Menge Erfahrung im Abstiegskampf verfügt, dürfte gerade das Saisonfinale schwer werden für das Team.

Abstiegswahrscheinlichkeit: 30 Prozent

Rockets Erfurt

Für die Rockets, die nach dem Ausstieg des Sponsors im Dezember auf das Bier verzichten, bedeutete der 98:90-Erfolg am vergangenen Wochenende gegen Bremerhaven eine enorme Erleichterung: Zuvor hatte das Team zehnmal in Folge verloren, Ausgangspunkt für die Pleitenserie war ausgerechnet der 74:63-Erfolg gegen die BG Göttingen, über den sich die Veilchen immer noch ärgern. Der Aufsteiger aus Gotha befand sich in seiner besten Phase der Saison, als ihm der Sieg gegen die Göttinger gelang – im vorangegangenen Heimspiel hatten 20 Punkte von Benzing nicht gereicht, um den 85:77-Sieg der Rockets gegen Würzburg zu verhindern. Sorgen machen dürfte den Veilchen allerdings lediglich der direkte Vergleich, vom Potenzial her hat die BG insbesondere nach der Verpflichtung von Mitch Creek die Nase vorn. Aus Sicht der Rockets dürften die Spiele gegen Göttingen und Tübingen besonders wichtig sein, da sind Siege Pflicht, soll der Klassenerhalt noch gelingen. Ansonsten dürfte angesichts der „Big B’s“ Bayern München, Bamberg, Bayreuth und Bonn am letzten Spieltag in Jena die Chance auf einen Überraschungserfolg am größten sein. Wie schwer der ist, hat die BG allerdings am eigenen Leib erfahren.

Abstiegswahrscheinlichkeit: 80 Prozent

Die Autoren erreichen Sie:

Eduard Warda: E-Mail, Twitter

Andreas Fuhrmann: E-Mail, Twitter

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Von Andreas Fuhrmann und Eduard Warda

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