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BG Göttingen bringt den großen FC Bayern ins Wanken

Basketball-Bundesliga BG Göttingen bringt den großen FC Bayern ins Wanken

Mit einer starken kämpferischen Leistung hat der Basketball-Bundesligist BG Göttingen am Mittwochabend den haushohen Favoriten und Tabellenführer FC Bayern München ins Wanken gebracht. Angeführt von einem überragenden Michael Stockton verpassten die Veilchen aber beim 77:91 (38:48) die Sensation.

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Michael Stockton und die BG Göttingen haben den FC Bayern München an den Rand einer Niederlage gebracht.

Quelle: Eibner-Pressefoto

München/Göttingen. Dabei hatte das Spiel für die Göttinger erneut mit einer Hiobsbotschaft begonnen. Topscorer Brion Rush, der im Hinspiel unglaubliche 35 Punkte erzielt hatte, fiel kurzfristig mit Knieproblemen aus. Doch wer gedacht hatte, die Veilchen würden sich davon schocken lassen, lag falsch. Von Beginn an nahmen die Gäste ihr Herz in die Hand und kämpften aufopferungsvoll gegen die bayrische Übermacht.

Mit Erfolg: So gehörten die ersten Minuten klar der BG, die durch Dennis Kramer, Stockton und Dominic Lockhart mit 9:4 in Führung ging. Vor allem Kramer, der unverhofft in der Starting Five stand, zeigte sich bis in die zugegebenermaßen sehr kurzen Haarspitzen motiviert. Zu motiviert? Nach nicht einmal zwei Minuten hatte er bereits zwei persönliche Fouls auf seinem Konto. Das zeigte aber auch: Die Göttinger waren heiß, und das beeindruckte die großen Bayern.

Die Gastgeber fingen sich erst Mitte des ersten Viertels. Und zwar nicht, weil sie spielerisch glänzten, sondern weil die Veilchen kurz nachließen. Hier ein Ballverlust, da ein Fehlversuch, und schon waren die Münchner wieder dran. Mehr aber auch nicht. Die BG jedenfalls ließ sich davon nicht entmutigen. Vor allem Jungnationalspieler Lockhart bewies seine Qualitäten in der Defense und machte auch offensiv seine Sache gut, versenkte den Ball nach tollem Move unter dem Korb zum 16:15. Und als dann auch noch der junge, aufstrebende Joanic Grüttner und Stephan Haukohl trafen, rieb sich manch ein Zuschauer verwundert die Augen. Stimmte das wirklich? Ja, es stimmte: Die BG führte nach einem beherzten Auftritt mit 20:17. Da blieb auch Howard und Wayne Carpendale, die sich unter den Zuschauern befanden, die Spucke weg.

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Der Basketball-Bundesligist BG Göttingen hat am Mittwoch gegen den haushohen Favoriten und Tabellenführer FC Bayern München gespielt.

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Das sollte sich allerdings im zweiten Viertel ändern. Die Bayern drehten, angepeitscht von ihrem verärgerten Trainer Aleksandar Djordjevic, plötzlich auf – und gleichzeitig das Spiel. Binnen Minuten lagen die Gastgeber mit 29:22 in Front. In dieser Phase fand die BG überhaupt nicht statt. Die Bayern hingegen wirkten viel präsenter und aggressiver in der Defense. Aber die Göttinger rappelten sich wieder auf. Malik Müller mit fünf Punkten in Folge und Stockton per Korbleger verkürzten auf 44:34. Und Bayern-Trainer Djordjevic ärgerte sich erneut. Auszeit. Doch auch die brachte seine Mannen nicht wirklich in Wallung. Das spiegelte auch ihre schmeichelhafte 48:38-Halbzeitführung wider. Die Gäste hingegen durften hoch zufrieden in die Pause gehen, auch wenn Haukohl kurz vor dem Abpfiff noch einen Dreier ganz knapp verfehlte.

Die Veilchen waren zuletzt häufiger nach der Halbzeit eingebrochen. Diesmal nicht. Wie schon zu Beginn des ersten Viertels machten sie den Bayern das Leben schwer, aggressiv in der Defense und mutig in der Offense. Sie waren der unbequeme Underdog, vor dem sich Topteams fürchten. Leidiger Nebeneffekt: Kramer, Lockhart und Harper Kamp hatten schnell drei persönliche Fouls auf ihrem Konto – zu schnell. Dafür schafften es die Bayern nicht, sich deutlich abzusetzen. Im Gegenteil: Stockton drehte immer mehr auf, was den sonst eher besonnenen BG-Headcoach Johan Roijakkers zu regelrechten Begeisterungsstürmen hinreißen ließ: er applaudierte. Und der angeschlagene Brion Rush, der auf der Bank Platz genommen hatte, lächelte. Ja, er lächelte. Münchens Trainer Djordjevic nahm angesichts dieses überbordenden Frohsinns lieber die nächste Auszeit (63:55).

Im letzten Viertel schnupperten die Veilchen dann förmlich an der Sensation. Stockton war jetzt überall, hinten, vorne, er spielte die Bayern alleine schwindelig. Das machte Eindruck. Die Bayern waren völlig von der Rolle. Der kleine Stockton wollte doch wohl nicht den Score von Brion Rush aus dem Hinspiel übertreffen? Den Anschein hatte es zumindest, und die Bayern zeigten tatsächlich so etwas wie Angst. Vor allem, als Jordan Loveridge und wieder Stockton auf vier Punkte verkürzten. Vier Punkte. Aber die Bayern wären nicht die Bayern, wenn sie nicht zurückschlagen könnten. Und dieser Schlag saß. Fünf Minuten vor Schluss führten sie wieder mit neun Punkten. Aber erst ein unsportliches Foul der Göttinger brachte die Entscheidung: zwei Freiwürfe und Ballbesitz München. 80:67. Das war’s. Daran änderten auch die bärenstarken 27 Punkte von Stockton nichts.

Der aufopferungsvolle Kampf der Göttinger wurde also am Ende nicht belohnt. Aber sie durften erhobenen Hauptes die Heimreise antreten – weil sie mit viel Herz und Leidenschaft einen ganz großen Gegner ins Wanken brachten.

Stimmen zum Spiel:

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Glückwunsch an die Bayern zum verdienten Sieg. Wir kamen gut raus, haben aber in ein paar Situationen falsche Entscheidungen getroffen. Wir haben aber nie aufgegeben und immer gekämpft. Sobald Bayern einen Gang höher geschaltet hat, wurde es für uns hart dagegenzuhalten. Ich denke, dass Bayern den besten Basketball der Liga spielt und wünsche ihnen daher viel Erfolg bei den kommenden Aufgaben.“

Aleksandar Djordjevic (Headcoach FC Bayern München): „Göttingen hat heute hier gespielt, um zu gewinnen. Das schätze ich sehr, Respekt für diese Leistung. Wir konnten heute nie relaxen. Wir mussten unser besten Basketball spielen, um den Sieg zu holen. In der ersten Halbzeit haben wir sicher nicht gut gespielt. Wir hatten schon nach dem ersten Viertel sieben Turnover. Zudem haben wir zu viele Offensiv-Rebounds abgegeben. Das gilt es zu verbessern. Wir müssen jetzt mental bereit sein für das Wochenende und uns auf uns selbst konzentrieren.“

Von Andreas Fuhrmann

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