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Vechta drängt BG Göttingen von Tabellen-Spitze

2. Basketball-Bundesliga Vechta drängt BG Göttingen von Tabellen-Spitze

Lange Gesichter bei der BG Göttingen: Die sieben Spiele währende Siegesserie in der 2. Basketball-Bundesliga Pro A ist gerissen. Dabei verlor der bisherige Tabellenführer im Topspiel gegen den Zweiten Rasta Vechta vor 2000 frenetischen Fans nicht nur klar mit 68:100 (49:75, 34:47, 18:22), sondern auch seine Spitzenposition an den starken Aufsteiger.

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Einer der wenigen Lichtblicke bei der BG: Akeem Vargas (r.) gegen Vechtas Dirk Mädrich. Göttinger Fans machen gute Miene zum bösen Spiel.

Quelle: Triphaus

Vechta. Phasenweise führten die Gastgeber das Team von Trainer Johan Roijakkers vor und sicherten sich nach der 64:87-Hinspielniederlage in Göttingen sogar noch den direkten Vergleich. Trotz der klaren Pleite stellte sich der Roijakkers vor seine Mannschaft und gab überraschenderweise an, dass er nicht enttäuscht sei. „Nach der Heimniederlage gegen Leipzig war ich sauer, das heutige Ergebnis geht in Ordnung. Vechta ist ein würdiger Spitzenreiter, wir waren das nie“, sagte Roijakkers.

Vechtas Coach Pat Elzie überraschte die BG zu Spielbeginn mit einer 2-3-Zonenverteidigung. Die Gäste wirkten perplex, suchten ihr Glück in oft viel zu früh geworfenen Dreiern. Roijakkers reagierte beim Stand von 7:16, brachte die starken Offensiv-Rebounder Bobby Davis und Nick Livas ins Spiel. Doch auch Elzie hatte eine Antwort parat und stellte prompt auf eine 3-2-Zone um, und erwischte die Südniedersachsen damit abermals auf dem falschen Fuß. Einzig Akeem Vargas hielt die BG Göttingen mit neun Punkten im ersten Viertel im Spiel.

Einen Clou hatte der neue Ligaprimus im ausverkauften Rasta-Dome aber noch aufzubieten: Den zweiten Spielabschnitt begannen sie mit einer Mann-Verteidigung. Zwar erwies sich Vargas weiterhin als offensive Lebensversicherung der Veilchen, doch defensiv brachen beinahe alle Dämme. Praktisch nach Belieben griffen Rastas Big Men Luke Doerksen und Routinier Dirk Mädrich Offensivrebounds unter dem BG-Korb ab.

Die Hausherren konnten es sich sogar erlauben, ihrem angeschlagenen Topscorer Richard Williams, vor dem Roijakkers ausdrücklich gewarnt hatte, mit nur dreieinhalb Minuten Spielzeit einen nahezu freien Tag zu gönnen. Dass ihm „Humpty“ Hitchens in dieser kurzen Zeit dennoch zwei  Offensivrebounds und zwei Assists gestattete, sah dessen Coach gar nicht gerne und beorderte den diesmal gestarteten Hitchens für die restliche Spielzeit auf die Bank.

Dass sich die Göttinger im dritten Abschnitt sechs Minuten ohne Punkte blieben und dabei einen 0:14-Lauf Vechtas kassierten, kommentierte Roijakkers dann jedoch mit dem ihm eigenen Sarkasmus: „Das war ein Duell einer BBL-Mannschaft gegen ein JBBL-Team. Männer gegen Kinder.“ Besonders die individuelle Verteidigung der BG zeigte sich nach dem Seitenwechsel intensitätslos. Corey Hassan, der Williams hervorragend vertrat, vernaschte seine Gegenspieler teils problemlos.

Erst als die längst geschlagenen Gäste im letzten Viertel mit 54:93 einem 39-Zähler-Rückstand hinterherliefen, mobilisierten Ramon Harris und Sulli Phillips ihre Mitspieler noch einmal, streuten drei weitere der insgesamt zehn erfolgreichen Dreier – bei 42 Versuchen – gegen Vechtas Zone ein. „Wir wussten, dass Göttingen die stärksten Eins-gegen-Eins-Spieler der Liga hat. Das wollten wir mit der Zone kompensieren“, begründete Elzie seine defensive Aufstellung, kurz nachdem er gemeinsam mit dem jubelnden Pulk die Siegeshumba angestimmt hatte.

BG: Grimaldi (2 Punkte/0 Dreier/0 Rebounds/3 Assists), Vargas (20/4/9/2), Crowell (0/0/0/0), Guede (6/2/2/0), Livas (2/0/5/1), Harris (13/3/7/0), Davis (0/0/4/1), Hitchens (2/0/1/0), Phillips (15/1/2/3), Wenzl (8/0/3/0). – Beste Vechta: Hassan (32/5/6/1), Doerksen (18/0/8/0), Mädrich (15/0/8/0).

Von Rupert Fabig

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Pressekonferenz

Johan Roijakkers wirkt ruhig, beinahe in sich gekehrt. Sogar den Hauch eines Lächelns meint man auf der Pressekonferenz nach der 68:100-Demontage der BG Göttingen beim neuen Spitzenreiter SC Rasta Vechta auf dem Gesicht des Niederländers auszumachen. „Ich bin froh, dass wir nicht mehr Erster der Pro A sind. Da gehören wir nicht hin“, erklärt Roijakkers, entgegen seines Naturells als ehrgeiziger Gewinner, äußerlich gelassen.

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