Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
BG Göttingen Veilchen-Express zu schnell für russische Lok
Sportbuzzer BG Göttingen Veilchen-Express zu schnell für russische Lok
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:52 24.11.2009
Quelle: Swen Pförtner
Anzeige

„Jetzt sind wir auch in Europa angekommen“, jubelte Geschäftsführer Marc Franz nach Spielende: „Man sieht, dass man mit unserer Spielweise auch europäische Top-Teams überraschen und schlagen kann. Was mir jedoch am meisten imponierte, war, wie wir in der kritischen Phase im Schlussviertel die Kontrolle bewahrt und das Spiel zu unseren Gunsten entschieden haben.“
Auch im 3500 Kilometer entfernten Krasnodar mussten die Veilchen nicht auf Unterstützung aus der Heimat verzichten. Hartmut Niemann, Präsident des Fan-Klubs Veilchen-Power, nahm die Strapazen auf sich. „Hier hat sich jeder Kilometer der Reise gelohnt. Das war ein tolles, packendes Spiel. Unsere Europapokal-Premiere wollte ich auf keinen Fall verpassen.“
Es dauerte fast 30 Minuten, bis Lok Kuban sich auf die aggressive Spielweise der MEG eingestellt hatte. Obwohl die Veilchen zwischenzeitlich mit mehr als 20 Punkten in Führung gelegen hatten, wurde es im Schlussviertel noch einmal spannend. Der lange Zeit blass gebliebene BC-Top-Akteur Alkexandar Capin und Alexey Surovtsev sorgten mit ihren Dreiern dafür, dass die Veilchen kurzzeitig um ihren Sieg bangen mussten. Dass auch Nebosja Joksimovic zahlreiche Zähler zur Aufholjagd hinzusteuerte, lag aber auch daran, dass die Göttinger in der Abwehr kurzzeitig die Intensität verloren hatten.
Doch besonders Team-Leader Ben Jacobson zeigte in dieser Phase, wie viel Druck er verkraften kann, ohne die Kontrolle zu verlieren. So schrumpfte der Vorsprung nie unter elf Punkte, und als Kuban mit Fouls die Uhr stoppen musste, zeigte sich der Aufbauspieler nervenstark von der Freiwurflinie. Einen wichtigen Dreier zum zwischenzeitlichen 86:72 (38.) verwandelte der früh in Foulprobleme geratene Taylor Rochestie. Unter den Körben sorgte Chris McNaughton mit Punkten und Rebounds eindrucksvoll dafür, dass die Veilchen einen Vorteil hatten. Lok musste allerdings verletzungsbedingt auf Top-Center Pero Antic verzichten.
Erneut ein absoluter Faktor in der Offensive war Chris Oliver, der mit 22 Punkten Topscorer war. Obwohl er sich auch elf Rebounds sicherte, war er in der Verteidigung nicht sonderlich effektiv. Bemerkenswert war der Auftritt von Dwayne Anderson, der seine bisher beste Vorstellung im Dress der Veilchen lieferte. Starke Defense und im Angriff eine gefährliche Alternative. Dass die schwerfällige russische Lokomotive nicht mit dem Veilchen-Express mithalten konnte, lag allerdings an den Guards. Besonders vor der Pause ließen Jacobson, Rochestie, John Little und Chester Frazier den Russen keinen Raum und forcierten so viele Fehler.
„Ich bin stolz, dass wir mit dem MBC und hier in Kuban zwei wichtige Auswärtssiege erzielt haben. Das war der erste Sieg auf internationalem Parkett, man kann also sagen, diese Mannschaft hat Geschichte geschrieben. Sie verdient es, am Sonnabend zu Hause gegen Bamberg in einer ausverkauften Halle zu spielen“, betonte MEG-Headcoach John Patrick.
MEG: Kulawick (2), McNaughton (11), Rochestie (10), Little (5), Jacobson (10), Frazier (5), Boone (7), Anderson (13), Oliver (22).
Beste Kuban: Capin (19), Surovtsev (15).

Von Mark Bambey

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Göttinger Basketballer haben auswärts ein Verteidigungsproblem. Das ist die bittere Erkenntnis nach drei Auswärtspleiten in Folge. Erschütternd muss für MEG-Headcoach John Patrick und die Fans sein, wie leichtfertig sich die Veilchen teilweise um mögliche Siege bringen. Waren es vor zwei Wochen in Trier nur 20 Minuten, in denen die MEG unkonzentriert und bisweilen regelrecht lasch agierte, so zog sich diese Einstellung bei der empfindlichen 88:101 (68:76, 40:48, 22:20)-Pleite beim alles andere als brillant aufspielenden Team von Ratiopharm Ulm durchs ganze Match.

08.11.2009

„Besorgt, aber keinesfalls vor Angst gelähmt“ blickt Marc Franz, Geschäftsführer des Basketball-Erstliga-Lizenz-Inhabers starting five (S5), auf den Verlauf des Insolvenzverfahrens bei der MEG AG, dem Namenssponsor der Göttinger Basketballer. „Unser Hauptsponsor ist zahlungsunfähig, doch die Lage ist für uns nicht dramatisch“, betont Franz.

30.10.2009

„Aus dem Match in Trier, auch wenn wir es trotz einer starken Aufholjagd 87:94 verloren haben, wird die Mannschaft ihre Lehren ziehen. Es war ein guter Test für uns, denn es hat uns schon einmal die Strapazen vor Augen geführt, die wir haben werden, wenn wir demnächst unter der Woche in der Euro-Challenge spielen“, sagte MEG-Headcoach John Patrick.

25.10.2009
Anzeige