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Fußball vor Ort 3:4 in der letzten Minute: Beim SCW Göttingen brennt der Baum
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort 3:4 in der letzten Minute: Beim SCW Göttingen brennt der Baum
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17:52 02.12.2018
Fußball Landesliga, SCW Göttingen - Lehndorfer TSV, 02.12.2018, Göttingen. Göttingens Jasper Frohn (l) gegen Lehndorfs Jasper Schmidt. Foto: Swen Pförtner Quelle: Swen Pförtner
Göttingen

So grausam kann Fußball sein. Fußball-Landesligist SCW Göttingen hat sein Heimspiel gegen den Lehndorfer TSV am Sonntag 3:4 (1:2) verloren. Besonders bitter an der Niederlage: In der 88. Minute hatte der SCW durch Kratzert den Ausgleich geschafft. Doch die Gäste schlugen eiskalt zurück. SCW-Trainer Marc Zimmermann war außer sich. Der SC Hainberg ergatterte unterdessen einen Punkt beim TSV Germania Lamme.

SCW Göttingen – Lehndorfer SV 3:4 (1:2). SCW-Trainer Marc Zimmermann kriegte sich nach dem Spiel kaum noch ein. „Hier stimmt etwas nicht, wir sind momentan nicht landesligatauglich“, ärgerte er sich. Vier Gegentore in einem Heimspiel gegen eine durchschnittliche Mannschaft seien einfach zu viel. „Letzte Woche haben wir uns sieben gefangen, das geht gar nicht, das ist scheiße“, sagte der Trainer. „Wir haben jetzt 50 Gegentore auf dem Konto, die Hälfte wegen individueller Fehler, das ist mittlerweile auch eine Qualitätsfrage. Das fühlt sich nicht gut an, es funktioniert derzeit einfach nichts.“

Er werfe keinem einzelnen Spieler etwas vor. „Es geht um die Qualität des gesamten Mannschaftsgefüges“, urteilte Zimmermann. „Es ist nicht das Trainerteam, dass es nicht auf die Reihe kriegt. Dass ich Landesliga kann, das habe ich bewiesen.“ Außerdem stimme die Einstellung des Teams nicht. „Der unbändige Wille fehlt. Wir sehnen jetzt die Winterpause herbei. Und dann müssen wir einige Dinge besprechen. Wir müssen jeden Stein umdrehen. Es passt einiges nicht.“

Bereits direkt nach dem Spiel habe es ein erstes Krisengespräch gegeben, sagte Zimmermann. In der Winterpause wolle man sich dann noch einmal zusammensetzen und die Situation analysieren. „Dann müssen wir auch gucken, ob der Vorstand noch will, was ich hier mache. Ich bin jetzt seit zehn Jahren Trainer beim SCW, das ist aber kein Freifahrtsschein.“ Er sei selbstkritisch genug, um auch seine Person zu hinterfragen. „Bei jeder Niederlage fühle ich mich persönlich angegriffen. Auch ich hinterfrage mich natürlich. Es gibt jede Menge zu ändern“, erklärte Zimmermann.

Zu allem Überfluss verlor der SCW auch noch einen seiner wichtigsten Spieler in der Anfangsphase der Partie. Florian Berg verletzte sich schwer am Knie, als ein Gegenspieler unglücklich auf ihn fiel. „Florian ist ein unglaubliches Mentalitätsmonster. Ich hoffe, dass die Verletzung nicht so schlimm ist“, sagte der Trainer. Dennoch kamen die Gastgeber gut ins Spiel und gingen durch Steffen Claassen (17.) in Führung. Doch der Gegner dreht das Spiel bis zur Pause. Julian Kratzert besorgte dann mit zwei Toren (48./88.) den jeweiligen Ausgleich. Ehe ein weiterer individueller Fehler die Niederlage des SCW in der letzten Spielminute besiegelte – und die Krise des SCW verschärfte.

TSV Germania Lamme – SC Hainberg 2:2 (1:0). „Wir sind sehr gut reingekommen in die Partie und haben uns einige gute Chancen erarbeitet“, sagte SCH-Trainer Oliver Hille. So traf Maximilian Maretschke mit einem fulminanten Schuss nur die Latte. Und Lukas Pampe erwischte wenig später in aussichtsreicher Position dermaßen unglücklich den Ball, dass dieser knapp neben das Tor ging. Dann kam es, wie es in solchen Momenten oft kommt: Durch einen blitzsauberen Konter gingen die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Dabei blieb es bis zur Pause.

Die Hainberger steckten aber nicht auf und kamen in der 72. Minute durch einen Freistoß zum verdienten Ausgleich – und wie. Hendrik Ziegner nahm aus etwa 30 Metern Maß, und der Ball senkte sich hinter dem Torhüter der Gastgeber ins Netz. Ein Kunstschuss. Der SC Hainberg wollte nun mehr, drängte auf das nächste Tor – und fing sich nach einem Gewühle im eigenen Strafraum den nächsten Gegentreffer ein. „Wir haben aber weiter gearbeitet“, sagte Hille. Und das zahlte sich aus. Denn in der 88. Minute vollstreckte Gianni Weiss einen langen ball per Kopf – und sorgte für eine gerechte Punkteteilung. „Wenn man die Torfolge sieht, kann man zufrieden sein“, bilanzierte Hille. „Aber wenn wir am Anfang unsere Chancen genutzt hätten, wäre noch mehr drin gewesen.“

Von Andreas Fuhrmann

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