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Backes, Beune und Ruf lesen in Göttinger Fußball-Kneipe

Geschichten von Fans in Midlife-Crisis Backes, Beune und Ruf lesen in Göttinger Fußball-Kneipe

Auswärtsfahrten in überfüllten Zügen, Beleidigungen zwischen rivalisierenden Anhängern – Eindrücke, die jedem Stadiongänger bekannt sind. Auch dem Trio Volker Backes, Andreas Beune und Christoph Ruf, das in der Göttinger Fußball-Kneipe Stadion an der Speckstraße aus seinem Buch „Ohne Fußball wär’n wir gar nicht hier – Geschichten von Fans in der Midlife-Crisis“ vorträgt.

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Teil eines Trios in der Midlife-Crisis: Andreas Beune.

Quelle: Theodoro da SIlva

Göttingen. Die drei Journalisten präsentieren runde Geschichten um das runde Leder, die durch Offenheit bestechen und durch Humor: Den lediglich 25 Zuhörern ist ein stetes Lächeln ins Gesicht geschrieben.

Die drei Autoren beschreiben auf amüsante Weise Hardcore-Fans . Etwa jenen, der den Bundesliga-Abstieg seines 1. FC Köln darauf zurückführt, dass er Hörner und Schwanz des Geißbocks beim Ausstanzen des Vereinswappens der Stecktabelle lädiert hat. Auf der anderen Seite wird von Skurrilitäten berichtet wie dem belgischen Ligasystem mit seinen unzähligen Playoff- und Relegationsspielen. „Da braucht man vier Semester Philosophiestudium, um das zu verstehen“, verdeutlicht Ruf.

Bayern-Fans und Bayern-Hasser

Ob die Abhängigkeit der Stimmung vom Ergebnis des Lieblingsvereins, Fahrten in brechend vollen Straßenbahnen (die zumindest den Vorteil böten, nicht umfallen zu können) oder Duelle zwischen Bayern-Fans und Bayern-Hassern: Das Buch beschreibt Situationen, die der Fußballfan kennt – und in denen er sich wiedererkennt.

Und weil die drei Journalisten frei herausschreiben, was sie in ihrer Rolle als Fans denken, stellt sich die Frage: Dürfen die das? Dürfen sie auf der einen Seite Fan sein und der anderen ein um Neutralität bemühter Journalist? Kann so etwas funktionieren? „Ja, auf jeden Fall“, sagt Volker Backes. „Im Alltag ist kritische Distanz natürlich enorm wichtig – das Buch aber bietet die Chance, mal alles rauszulassen – ohne journalistischen Filter.“ Christoph Ruf bringt es in anderen Worten auf den Punkt: Er bezeichnet den Fußball als „Lieblingsflucht aus dem Alltag“.

Sinnfrage des Fußballs

Auch der Sinnfrage des Fußballs gehen die Autoren nach: „Eigentlich ist es ja bekloppt, zuzuschauen, wie sich 22 Akteure um einen Ball streiten, ganz nüchtern betrachtet“, sinniert Backes. Aber Fans, fügt er hinzu, seien ja selten nüchtern. Backes zufolge leben das Buch und seine 26 Geschichten vor allem von ihrer Heterogenität: „Wir drei haben alle ganz unterschiedliche Herangehensweisen“, unterstreicht er.

Inhaber Christoph Köchy kann damit leben, dass nur wenige Zuhörer in seine Fußball-Kneipe gekommen sind: „Wir sind auf Fußballkultur ausgelegt – und da gehören Lesungen dazu“, sagt er. Das Konzept sei aufgegangen – „die Leute finden das super“. Eine indirekte Bestätigung erhält Köchy von jenen Fans, die im Anschluss an die Lesung – vom Autoren-Trio inspiriert – auf ihre ganz persönlichen Fan-Erlebnisse zurückblicken. Unvergessene Auf – und Abstiegsspiele inklusive.

Von Timo Holloway

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