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Beyazit schießt 05 für 21 Stunden an die Spitze

Fußball-Oberliga Beyazit schießt 05 für 21 Stunden an die Spitze

„Glückwunsch an eure Nummer zehn. Da muss er das ganze Spiel nicht laufen und darf zwei Tore machen. Wir haben beide Tore der Göttinger mit katastrophalen Fehlern vorbereitet.“ Jan Zimmermann, Spielertrainer des FC Germania Egestorf-Langreder, ist nach der 1:2 (0:1)-Niederlage seines Teams beim RSV 05 am Sonnabend spürbar bedient, spricht in der kurzen Pressekonferenz nach der Partie in den Katakomben des Jahnstadions mit genervt wirkendem Unterton.

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Perfekter Lob: 05-Torjäger Özkan Beyazit lupft das Leder über FC-Keeper Julian Lenz zum zwischenzeitlichen 2:0 ins Tor.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Business-Club-Vorsitzender Michael Wucherpfennig hat dem Gästetrainer zuerst das Wort erteilt, 05-Coach Jozo „Jelle“ Brinkwerth lauscht den Ausführungen seines Kollegen aufmerksam und quittierte sie mitunter süffisant lächelnd.

Zimmermanns Spitze kontert der RSV-Coach später mit einem besonderen Lob für seine Nummer zehn. „Özkan Beyazit hat gezeigt, welche Torjägerqualitäten er besitzt. Läuferisch hat er sich zur vergangenen Saison deutlich verbessert.“ Das wiederum bringt dann bei Ex-Profi Zimmermann ein Lächeln hervor. Allerdings ein recht gequältes, dem der „Zimbo“ genannte Ex-Akteur von Borussia Mönchengladbach ein trocken-ironisches „na dann Glückwunsch“ folgen lässt. 

Doch Zimmermanns Enttäuschung war verständlich, denn für den Aufsteiger war im Jahnstadion mehr drin. Den verbalen Spitzen der Trainer war ein enges Duell beider Teams vorangegangen. Bis Brinkwerth sein Lächeln zurückgefunden hatte, mussten er und sein Team brenzlige Minuten überstehen. Der Coach hatte seinen Schwarz-Gelb-Grünen vor 525 Zuschauern in Jahnstadion die defensiv und auf Konter ausgerichtete Auswärtstaktik vorgegeben.

„Das Team fühlt sich in diesem Konzept derzeit noch deutlich wohler. Besonders die jungen Akteure finden sich besser zurecht“, hat Brinkwerth analysiert. Mit Jan-Henrik Matthes, Thorben Rudolph und Christoph Meyer standen gleich drei Youngster in der Startelf.

Doch der Gastgeber agierte zu Beginn viel zu verhalten. Besonders in den Zweikämpfen und beim Spielaufbau fehlten Timing und Präzession. Da Patric Förtsch und auch Matthes einige Zeit benötigten, um ins Spiel zu kommen, mussten sich der wieder ins Team gerückte Kapitän Christian Horst und Thorben Rudolph als Innenverteidiger im Spielaufbau versuchen.

Mit mäßigem Erfolg: Die hohe 05-Fehlpassquote brachte den FC immer wieder früh in Ballbesitz und zu vielversprechenden Konterchancen. Bisweilen agierte der Aufsteiger im 2-4-4-System. Doch so fehlerhaft die Innenverteidiger in der Offensive agierten, so tadellos fehlerfrei agierten sie defensiv und ließen kaum gute Chancen zu. „Uns hat mit Thorben Schierholz unser durchschlagkräftigster Akteur gefehlt“, vermisste Zimmermann seinen beruflich verhinderten Top-Angreifer. Der Feuerwehrmann erzielte vergangene Serie 30 Tore.

In der 36. Minute folgte dann der Schock für den spielfreudigen Aufsteiger. Nach überflüssigem Foul von Schiermeister in Überzahl durfte sich Özkan Beyazit den Ball aus etwa 20 Metern Torentfernung aus zentraler Position zum Freistoß zurecht legen. Die Chance ließ sich der Top-Torjäger nicht entgehen. 05 lag vorne, und die Übermacht des Gastes war dahin.

In der zweiten Hälfte wirkte 05 endlich wacher und frischer. Wucherpfennig hatte dafür gesorgt, dass ausreichend isotonische Getränke am Spielfeldrand standen und die Spieler zusätzlich mit in der Kabine ausgelegten Zetteln ans Trinken erinnert. Dem frühen 2:0 von Beyazit folgten weitere Großchancen. Die beste vergab Bruns freistehend in der 52. Minute. Zwei Minuten zuvor hatte der Mittelfeldmann jedoch noch auf der eigenen Linie klären müssen. Bis zur 88. Minute passierte recht wenig. Die 05er ließen den Gast spielen und setzten mit einigen Kontern Akzente. Diese wurden jedoch nicht konsequent ausgespielt. Der Anschlusstreffer des FC kam zu spät (88.), um den RSV-Erfolg noch einmal zu gefährden. 

Was folgte, war um 19.49 Uhr kollektiver schwarz-gelb-grüner Jubel. Mit sieben Punkten rangierte 05 mindestens 21 Stunden lang auf Rang eins. Der Fan-Klub stimmte im Chor „Spitzenreiter, Spitzenreiter“ an. Davon jedoch wollte Brinkwerth knapp 15  Minuten später in den kühlen Katakomben des Jahnstadion nichts hören: „Das sind sieben Punkte gegen den Abstieg. Mehr noch nicht. Wir können und müssen besser spielen“, betonte der 05-Coach ernst. Sein süffisantes Lächeln? Längst Vergangenheit.

RSV 05 : Holzgrefe – Timucin, Horst, Rudolph, Zeibig (84. Keseling) – Dogan (73. Spohr), Matthes, Förtsch (88. Streater), Meyer, Bruns – Beyazit.
Tore : 1:0 Beyazit (36.), zirkelt Freistoß sehenswert aus 20 Metern unhaltbar ins linke obere Eck; 2:0 Beyazit (47.), lupft den Ball nach perfekt getimeten Durchstecker von Matthes über FC-Keeper Lenz ins Tor; 2:1 Kelle (88.), trifft trocken aus 16 Metern.

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