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Bezirksliga: Strafe gegen Sparta und Wertung für Seeburg

Neuansetzung Bezirksliga: Strafe gegen Sparta und Wertung für Seeburg

Das Bezirkssportgericht Braunschweig hat die abgesagte Partie der Fußball-Bezirksliga zwischen Sparta und dem SV Seeburg mit 5:0 für Seeburg gewertet. Außerdem müssen der Sparta-Vorsitzende Hans-Wilhelm „Hansi“ Kulle 50 Euro Strafe wegen Beeinflussung des Platzwartes und Sparta noch einmal 250 Euro zahlen.

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Treffen doch aufeinander: Sparta, hier noch mit Artem Konrat (l.) und Hadir Zani (r.), sowie Seeburg (Norman Bonnemann, M.).

Quelle: Walliser

Göttingen. Kurioserweise wird das Spiel jedoch neu angesetzt, so dass die 5:0-Wertung nicht mehr lange von Bestand sein dürfte.

Die Begegnung war am 10. März von Sparta wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt worden, obwohl am Vormittag auf dem Kunstrasenplatz am Greitweg noch ein Testspiel stattgefunden hatte (Tageblatt berichtete). Die Seeburger legten daraufhin Protest ein, da sie eine Beeinflussung des zuständigen Platzwartes witterten.

Dieser hatte laut eigener Aussage aufgrund eines aufziehenden Unwetters eine Gefährdung von Spielern und Zuschauern befürchtet. Die von den Seeburgern angezweifelte Argumentation wurde vom Bezirksspielausschuss zurückgewiesen und der Fall an das Bezirkssportgericht mit seinem Vorsitzenden Meinhart Schlenker überwiesen.

„Die Sachlage ist kompliziert“, verdeutlichte Schlenker auf Tageblatt-Nachfrage. Das Sportgericht, so Schlenker, sei zu der Überzeugung gelangt, dass der Sparta-Vorsitzende Kulle den Platzwart überredet hat, die Partie abzusagen. „Von allein wäre der Platzwart wohl nicht auf die Idee gekommen“, unterstrich Schlenker.

Geldstrafe und Punktabzug

Kulle habe dem Gericht später schriftlich sogar mitgeteilt, dass eine Austragung „wohl möglich gewesen wäre“. Aufgrund einer „missbräuchlichen Absage“ wurde das Spiel folglich mit 5:0 für die Seeburger gewertet. Das Gericht belegte Kulle zudem mit einer Geldstrafe von 50 Euro sowie Sparta mit einer Strafe von 250 Euro.

Die Wertung des Spiels gilt jedoch nur so lange, bis das Duell zwischen den Teams auf dem Platz entschieden ist – die Partie wird neu angesetzt. Grund: Der entsprechende Paragraph 28, Absatz fünf der Spielordnung wurde vor knapp eineinhalb Jahren per Satzungsänderung neu gefasst.

In ihm heißt es: „Der Missbrauch dieser Bestimmungen (zur Spielabsage, Anm. d. Red.) wird durch Geldstrafe und Punktabzug geahndet. Er liegt auch dann vor, wenn die geforderten Unterlagen im Sinne von Absatz drei nicht fristgerecht vorgelegt werden. Ein missbräuchlich abgesagtes Pflichtspiel ist seitens der spielleitenden Stelle neu anzusetzen.“

Für die Seeburger sind Paragraph und Urteil „ein Schlag ins Gesicht. Das ist Wettbewerbsverzerrung“, ereifert sich Seeburgs Spieler und Co-Trainer Pascal Witzke. „Das ist eine Ohrfeige für alle, die Fußball spielen. Wo bleibt da das Recht?“ Dass das Urteil nur schwer nachvollziehbar sei, räumt selbst der Vorsitzende des Bezirkssportgerichts ein.

„Das kostet ein Heidengeld und bringt wohl nichts“

„So ganz verstehe ich es auch nicht. Im Grunde sind damit die Betrüger im Vorteil.“ Ändern, so Schlenker, könne man an den Bestimmungen jedoch nichts: „Dass das Spiel neu gespielt werden muss, ist eine Muss-Bestimmung. Da haben wir keine Chance. Wir sind letzten Endes auch nur Befehlsempfänger und haben darauf keinen Einfluss.“

Der Paragraf sei aus Gründen der Chancengleichheit geändert worden – Entscheidungen sollen nicht am grünen Tisch gefällt, Abstiegskonkurrenten durch eine Wertung etwa für Seeburg nicht benachteiligt werden.

Den Gang vor das Verbands-Sportgericht wollen die Eichsfelder nicht antreten. „Das kostet ein Heidengeld und bringt wohl nichts“, sagt Witzke. „Aber auf das Spiel gegen Sparta freue ich mich. Da sind alle von uns so heiß, da wird der Schiedsrichter keine Brille brauchen.

Der Sparta-Vorsitzende Kulle will sich erst äußern, wenn ihm das Urteil zugeschickt worden ist. „Das einzige, was ich nicht so ganz in Ordnung finde, ist, dass diejenigen, die das Urteil angeht, es zuerst hören sollten“, sagt er in Anspielung auf bereits kursierende Meldungen mit Schlenker-Äußerungen.

Wolfgang Reese, Vorsitzender des Spielausschusses, der die Partie nun neu ansetzen muss, ist sowieso genervt: „Entweder rein in die Kartoffeln oder raus aus den Kartoffeln.“

Von Christian Roeben und Eduard Warda

►Kommentar: Absurde Entscheidung

Der SV Seeburg hat gewonnen und doch verloren. Das Bezirkssportgericht wertete die abgesagte Partie gegen Sparta mit 5:0 für das Eichsfeldteam, aber nur solange, bis das Spiel ausgetragen wird. Mit anderen Worten: Die Justiz bestraft die Göttinger wegen einer missbräuchlichen Spielabsage, konterkariert ihre Strafe im selben Atemzug jedoch durch die Neuansetzung.

Dass die Seeburger sich jetzt betrogen fühlen, ist nachzuvollziehen, denn: Der Passus eröffnet den Vereinen die Möglichkeit, willkürlich zu handeln. Von Verletzungsproblemen oder Sperren könnten sich die Klubs – wenn sie es denn auf die Spitze treiben – in Zukunft mit Blick auf den Fall quasi „freikaufen“, nach dem Motto: „Fehlen unsere besten Spieler, sagen wir das Spiel ab und nehmen eine Geldstrafe in Kauf, treten aber dann in Bestbesetzung an.“

Der Passus soll für Gerechtigkeit sorgen, bewirkt jedoch das Gegenteil. Im Falle des SV Seeburg handelt es sich eher um eine Strafe als um eine nachvollziehbare Entscheidung, Wenn Spiele nur vorläufig und in der Theorie entschieden werden, sorgt das bei Spielern, Trainern und Fans für Unsicherheit, die vermeidbar sein sollte.

Von Christian Roeben

Christian Roeben

Christian Roeben

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