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„Budenzauber“: Zu viel Startgeld, zu wenig Prämie?

Hallenfußballturniere „Budenzauber“: Zu viel Startgeld, zu wenig Prämie?

Er ist der Zeitvertreib der Fans in der eigentlich fußballlosen Zeit: der „Budenzauber“ unter dem Hallendach. Auf der anderen Seite, so heißt es, kann mit der Veranstaltung von Hallenfußballturnieren auch der eine oder andere Euro verdient werden. „Völliger Quatsch“, sagt Reinhold Napp von der SVG, zusammen mit Thomas Süß vom FC Grone, Organisator des Turniers um den Wanderpokal des Oberbürgermeisters zwischen den Jahren in der Sparkassen-Arena. „Wir sind zwei Vereine und rechnen mit spitzem Bleistift.“

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Turnier in der Sparkassen-Arena 2011: Ruben Benseler von der SVG umdribbelt Jannik Heise, Torhüter des TSV Groß Schneen.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Zweifel daran hat Wolf Kallmeyer, Teammanager des Bezirksligisten Sparta. „Das Veranstalten von Hallenturnieren wird oftmals als Geld-Druckanstalt gesehen, bei dem man sich eine goldene Nase verdienen kann“, sagt Kallmeyer. „Die SVG finanziert damit ein halbes Jahr die erste Mannschaft.“

Der Sparta-Teammanager sähe es gern, wenn nicht nur die Start-, sondern auch mal die Preisgelder erhöht würden. „Ich war mit Holtensen zig Jahre in der Godehardhalle. Aber dass die Prämien nach oben geschoben wurden, habe ich noch nicht erlebt.“ Dem widerspricht Napp: „Beim Turnier 2010 wurden die Preisgelder erhöht und in diesem Jahr nicht verringert.“

Für den Auftritt in der Sparkassen-Arena legen die Teams in diesem Jahr 65 Euro hin. „Die Antrittsgelder für Göttingen sind in jedem Jahr gestiegen“, sagt Philipp Kokars vom Organisationsteam des Adelebser Turniers. Aber auch der TSV Adelebsen musste in diesem Jahr von 40 auf 45 Euro erhöhen. „Es ist schwierig, die Sponsoren zu behalten. Da ist die Entwicklung eher rückläufig“, sagt Kokars. „Wir würden erhöhen, wenn wir mehr Sponsorengelder bekämen.“

Für das Turnier in Bovenden sind in diesem Jahr wieder 50 Euro fällig. „Wir mussten irgendwann von 40 auf 50 Euro erhöhen, haben das dann aber in den vergangenen Jahren so gelassen“, sagt Organisator Wolfgang Hungerland. Der Fußball-Abteilungsleiter des BSV führt unter anderem höhere Schiedsrichter-Kosten als Grund an. „Manche nehmen 30 Euro, es gibt aber auch welche, die 55 bis 60 Euro fordern“, sagt Hungerland.

Bei drei Turnieren (Pokale der Sparkasse und Volksbank sowie Flecken-Turnier) mit Vor- und Endrunden müssten 25 bis 30 Schiedsrichter eingesetzt werden. „Das sind dann eher 1500 Euro Kosten als 1000 Euro.“ Die Preisgelder des Bovender Turniers summieren sich auf 1000 Euro zuzüglich Pokale.

„Bovenden verdient genauso viel wie wir, aber wir müssen teilen“, unterstreicht der SVGer Napp im Hinblick auf den Mitveranstalter FC Grone und führt Kosten für die Hallenreinigung oder die Miete der S-Arena ins Feld. „Unser Verdienst resultiert nicht aus den Startgeldern, sondern aus dem Catering“, stellt Napp klar. Zu Umsatz oder Erlös möchte er nichts sagen.

„Gute Mannschaften kann man nur locken, wenn man die Preisgelder erhöht“, sagt Kallmeyer. Der Motivation der Spieler sei es nicht gerade zuträglich, wenn sie in der Hallensaison permanent gegen das gleiche Team aus der Kreisklasse antreten müssen. „Ich denke, dass man sich Gedanken machen muss, damit die Leute mit Freude zu Hallenturnieren gehen.“ Als Beispiel dient ihm das Einbecker Turnier, bei dem sich schwächere Teams erst für das große Turnier qualifizieren müssen. Er wisse aber auch, dass Einbeck die Brauerei als Sponsor im Rücken hat.

„Der Sport sollte gerade in unseren Zeiten nicht dazu verkommen, nur Gelder gegenzurechnen“, sagt Napp, der im vergangenen Jahr mehr als 2000 Zuschauer in der Sparkassen-Arena zählte. „Wir bieten ein Traditionsturnier vor Publikum. Viele Vereine haben draußen nicht mehr Zuschauer als bei uns in der Halle.“

Von Eduard Warda

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