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Fußball vor Ort Dieter Schatzschneider steht bei Sparkasse & VGH-Cup an der 96-Bande
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort Dieter Schatzschneider steht bei Sparkasse & VGH-Cup an der 96-Bande
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13:47 08.01.2018
Dieter Schatzschneider (Mitte) an der Bande der Lokhalle. Quelle: Pförtner
Göttingen

Schatzschneider bezeichnet sich als „Mädchen für alles“ bei Hannover 96, und in dieser Funktion ist er auch für die gute Laune zuständig. Als Hannover im Viertelfinale des Hallenfußballturniers für A-Juniorenteams zum Neunmeterschießen gegen Schalke 04 antritt, regt sich ein Fünfjähriger 96-Fan in der Logen-Box direkt neben der Auswechselbande der „Roten“ lautstark auf: Ob der Torwart auch wisse, das gleich ein Linksfuß antritt? Schatzschneider reagiert mit gespieltem Ernst auf ihn, den Wortwechsel zwischen zwei Fußball-Experten beendet er mit der Aufforderung: „Hör’ jetzt mal auf zu meckern!“ – die nähere Umgebung kringelt sich.

Als Trainer Dabrowski den VIP-Bereich betritt, ruft Schatzschneider quer durch den Raum: „Da isser ja, der Erfolgstrainer!“ Der ehemalige Mittelfeldmann springt darauf an, geht lachend die zwei Schritte zum aufgestellten Siegerpokal und umarmt ihn mit hochgerecktem Daumen.

Aber „Schatz“, wie er gerufen wird, kann auch ernst, beispielsweise, wenn es um den heutigen Fußball-Nachwuchs geht, und wie es seine Art ist, findet er deutliche Worte: „Mit steht zu sehr das Team im Vordergrund. Gerade im Jugendbereich musst du das individuelle Moment stärken, wenn der Charakter ausgebildet werden soll. Stattdessen sind alle gleichgespült und so brav, als ob der Papa Mönch oder Priester ist.“

Früher sei das anders gewesen. Er habe einen Trainer gekannt, der seine Schützlinge im Training stets aufforderte, das Dribbling zu suchen: „Geh’ eins zu eins, mach’ doch!“ Als der Jugendspieler sich dann im Spiel verdribbelt habe, sei er freilich sofort ausgewechselt worden – eine typische Schatzschneider-Anekdote.

„Ein Fußballer muss heute komplett sein. Da läuft alles im Kopf ab, aber du musst es hier haben“, sagt er und klopft sich auf die Stelle der Brust, unter der das Herz sitzt. „Wenn du es hier hast, dann kannst du alles spielen – Dreierkette, Viererkette, alles.“ Gerade im Jugendbereich müssten die Kicker ihre Stärken und Schwächen ausleben dürfen, findet er.

Von den 96-Junioren habe vor allem Linton Maina beste Voraussetzungen, groß rauszukommen, urteilt der ehemalige Trainer der SVG Göttingen. „Das ist ein Riesentalent.“ Wohlgemerkt habe Maina auch einen Bomben-Trainer, einen „Erfolgstrainer“: „Der ist schon gut, der Dabrowski. Ich hoffe, dass er irgendwann die 96-Profis trainiert“, sagt Schatzschneider.

Von Eduard Warda

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