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Fußball vor Ort ESV Rot-Weiß verliert in Limmer
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17:37 13.05.2013
Freundliche Mienen zum schockierenden Ansinnen: Die Spartanerinnen müssen sich vor der Partie gegen Jesteburg/Bendestorf in Bayern-Trikots warm machen. Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

Der Aufsteiger, der am Pfingstwochenende noch zwei Spiele nachholen muss, unterlag beim TSV Limmer mit 0:3.

Sparta – SG Jesteburg/Bendestorf 6:3 (3:0). Der souveräne Erfolg der Göttingerinnen über den Tabellensechsten war insofern überraschend, als Sparta-Coach Norbert Meyer sein Team 30 Minuten vor dem Anpfiff mit einem schockierenden Ansinnen konfrontiert hatte.

„Was ist denn das?“, fragten die Spielerinnen entsetzt, als Meyer ihnen vor dem Warmlaufen einen Satz Bayern-Trikots zum Überziehen gab.„Das ist meine Vergeltung“, erwiderte der Übungsleiter fröhlich – und da dämmerte es seiner Elf: Man sieht sich immer zweimal im Leben.

Rückblick: Als Meyer in der Saison 2011/12 das Team übernahm, fiel ihm auf, dass viele seiner Schützlinge im Dortmund-Trikot trainierten. „Die Borussen-Fans müssen laufen, die anderen kriegen den Ball“, bestimmte der passionierte Bayern-Anhänger (seit Anfang der 1970er-Jahre).

Von da an war es vorbei mit schwarz-gelb. Bis – ja, bis zum letzten Spieltag. Da zwangen die Spielerinnen ihren Coach nämlich, sie im Trikot des frischgebackenen Deutschen Meisters und Pokalsiegers zu coachen. Meyer nahm´s mit Humor – aber er vergaß nicht. Lange wartete er auf die Chance, sich zu rächen, am Sonntag war sie gekommen. Sein Team musste sich im Bayern-Trikot warmlaufen – eine schreckliche Demütigung für die Spielerinnen, die größtenteils eingefleischte BVB-Fans sind.

Völlig verstört

„Ich bin völlig verstört“, jammerte Sturmspitze Jennifer Rust, „sollte ich heute schlecht spielen, liegt´s nur an dieser Schande.“ „Und ich stell mir gerade vor, Mats Hummels kommt vorbei“, stöhnte Wiebke Gerhardt. Eine Spielerin fand sich schließlich, die dem Ganzen etwas Positives abgewinnen konnte: „Mein Vater Michael ist Bayern-Fan, der ist stolz, wenn er mich sieht“, ließ Juliane Jühne wissen.

Vorm Anpfiff durften die Spielerinnen natürlich in ihre gewohnten Trikots schlüpfen. Aber so ganz schienen sie den Schock dann doch nicht überwunden zu haben, denn in den ersten 45 Minuten waren die Gäste das spielerisch bessere Team. Aber vielleicht ist durchs Tragen der Trikots etwas vom Bayern-Gen auf die Spartanerinnen übergegangen, denn sie machten es den Münchenern nach: mäßig spielen und dennoch treffen.

Und so führten sie zur Pause durch Tore von Malin Wilckens (Foulelfmeter, 15.), Juliane Jühne (19.) und Jennifer Rust (38.) mit 3:0.

Nach der Halbzeit lief es spielerisch besser bei der Heimelf, wenngleich die Gäste weiterhin ebenbürtig waren. Am Ende hieß es 6:3 (Torschützen für Sparta in Halbzeit zwei: Sandra Ritter per Strafstoß, Rust und Inga Große) für die Göttingerinnen. Norbert Meyer und seine Spielerinnen konnten Rang zwei feiern. Das Champions-League-Finale werden sie sich allerdings wohl nicht gemeinsam anschauen.

TSV Limmer – ESV Rot-Weiß 3:0 (1:0). Trotz der klaren Niederlage gegen den Tabellendritten war ESV-Trainer Hans-Werner Wehmeyer mächtig stolz auf sein ersatzgeschwächtes Team. So musste er auf zwei Spielerinnen der zweiten Mannschaft zurückgreifen, die tags zuvor 90 Minuten geackert hatten und bei ihrem Einsatz in der Oberliga-Elf bis zum Schluss ebenso aufopferungsvoll kämpften wie die anderen Rot-Weißen.

„Wir haben stark dagegen gehalten, viele gegnerische Chancen verhindert und uns selbst durch schnelle Konter gute Möglichkeiten erarbeitet“, berichtete der Coach. Zwei individuelle Fehler vor dem 1:0 und dem 2:0 machten indes die Bemühungen der Gäste zunichte, den eigenen Kasten sauber zu halten. Wehmeyer: „Angesichts der Belastung, unter der die Spielerinnen standen, sind solche Fehler verzeihlich.“ – Tore: 1:0 Glowatzki (29.), 2:0 Bode (60.), 3:0 Hoelzer (84.).

Von Hauke Rudolph

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