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Fußball vor Ort Eintracht Braunschweig gewinnt 2:0 gegen Göttinger Auswahl
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort Eintracht Braunschweig gewinnt 2:0 gegen Göttinger Auswahl
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23:24 23.05.2013
Gut verteidigt: Der SVG-Block in Göttingens Auswahl mit Kazan, Evers, Muwanga und Hafner (v.l.) hindert Torschütze Damir Vrancic am Spielaufbau. Quelle: Vetter
Grone

Ohne den frisch operierten besten Zweitliga-Torjäger Domi Kumbela (19 Tore) und dessen kurzfristig mit Oberschenkelproblemen ausgefallenen Sturmpartner Dennis Kruppke mühten sich die müde wirkenden Löwen vor 550 Zuschauern am Groner Rehbach zu einem schmeichelhaften 2:0 (1:0).

Besonders in der ersten Hälfte bot die Göttinger Auswahl den recht ersatzgeschwächt angereisten Braunschweigern ein Duell auf Augenhöhe. Immer wieder erspielte sich die von SCW-Trainer Marc Zimmermann gecoachte und überraschend eingespielt wirkende Elf über die rechte Seite gute Chancen heraus.

Die Krönung der von den quirligen Alexander Burkhardt und Erdem Kazan vorgetragenen Angriffe blieb jedoch aus, da Löwen-Keeper Marjan Petkovic gleich mehrfach eindrucksvoll sein Potenzial unter Beweis stellte. Zeitweise sah es danach aus, als liefere er sich ein Privat-Duell mit den Göttinger Offensiv-Akteuren.

Die erste richtig gute Chance hatte Adrian Koch. Per Doppelpass setzte ihn der sonst für die SVG 07 Regie führende Florian Evers perfekt in Szene. Doch Petkovic entschärfte den Schuss aus zehn Metern und hatte beim Nachschuss ein wenig Glück.

Danach agierten die Löwenstädter ein wenig konzentrierter. Folgerichtig ging die Elf von Trainer Torsten Lieberknecht in Führung.

Einen Schuss von Pierre Merkel konnte Auswahl-Keeper Florian Borrs noch zur Seite ablenken, doch der mitgelaufene Damir Vrancic war dann zur Stelle: Der Nationalspieler aus Bosnien-Herzegowina, der die Eintracht am drittletzten Zweitliga-Spieltag mit seinem Freistoßtreffer in der zweiten Minute der Nachspielzeit in Ingolstadt in die erste Liga geschossen hatte, musste den Ball am Rehbach nur ins leere Tor schieben.

Eine Minute später hätte Merkel das 2:0 erzielen müssen, doch anstatt frei vor Borrs den Ball ins Eck zu schieben, entschied sich der 24-Jährige für einen Heber. Die falsche Wahl bei tiefem Boden und glitschigem Spielgerät.

Für die Göttinger war dies das Signal zur Schlussoffensive, und die trug den Namen Evers. Gleich drei gute Chancen hatte der Blondschopf, doch erst wurde sein Schlenzer gerade noch zur Ecke geblockt (39.), dann parierte Petkovic einen Kopfball fulminant auf der Linie (41.).

60 Sekunden später konnte Gianluca Korte gerade noch seinen Körper in Evers Schussbahn werfen und den Ball zur Ecke abfälschen.

Nach dem frühen 2:0 durch BTSV-Leistungsträger Mirko Boland (55.) verflachte die Partie zunehmend. Die zweite Elf der Göttinger Auswahl agierte nicht so harmonisch, wurde von Braunschweig allerdings auch nicht vor größere Probleme gestellt.

Die beste Chance auf den Ehrentreffer hatte Mazlum Dogan, doch der RSV-05-Angreifer schloss überhastet ab (85.).

550 Zuschauer hatten den widrigen Wetterbedingungen getrotzt, Kälte und Regen in Kauf genommen. Sie hatten die Hoffnung, sich vom attraktiven Fußball des Erstliga-Aufsteigers Eintracht Braunschweig begeistern zu lassen.

Es lag nicht nur an der schneidenden Kälte, dass sich wohl nur die wenigsten für den Fußball des ehemaligen Deutschen Meisters erwärmt haben.

Stadtauswahl: Borrs, Schwörer, Schneider – Majer, Burkhardt, Muwanga, Alexander, Förtsch, Moisidis, Freyberg, Hafner, Kazan, Lindner, Luchte, Washausen, Obermann, Petermann, Eiffert, Evers, Dogan, Behrens, Garve, Koch.

Tore: 0:1 Vrancic (36.), 0:2 Boland (55.).

Schiedsrichter: Rüther.

„Hätten die weggehauen“

Grone. Für ihn sei es das Spiel des Jahres, erklärt Agit Ibin. „Das ist so cool“, fährt der Achtjährige fort, der gemeinsam mit seinem Mitspieler Christian Kungel (9) vom FC Grone und einigen Nachwuchsakteuren von Sparta zu den Einlaufkindern gehört.

Marc Lindner vom RSV 05 freut sich ebenso über das Duell mit seinem Ex-Klub, wenngleich er aus der jetzigen Mannschaft niemanden mehr persönlich kenne.

Für die Spieler von Eintracht Braunschweig hingegen ist die Partie gegen die Göttinger Stadtauswahl gewiss nicht das Spiel des Jahres.

Vier Tage nach Saisonende in der 2. Bundesliga und drei Tage nach der feucht-fröhlichen Aufstiegsfeier steht den Löwen die Lust auf den Kick im Regen wahrlich nicht ins Gesicht geschrieben.

„Sportlich keinen Wert“

Wichtig sei der Auftritt in Göttinger dennoch, betont Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht. „Zum einen ist es körperlich entscheidend, die Saison langsam ausklingen zu lassen.

Zum anderen müssen wir uns in Südniedersachsen präsentieren“, sagt der Pfälzer mit dem markanten Dialekt.

Dass die Braunschweiger hauptsächlich in Göttingen sind, um sich den dortigen Fans zu präsentieren, vermutet auch RSV-Coach Jelle Brinkwerth.

„Sportlich hat so eine Begegnung für sie keinen Wert.“ Wohl aber für die Akteure der Stadtauswahl, so Brinkwerth. „Man kann sich schon einige Tricks oder Laufwege abgucken.“ Zudem sehe der ein oder andere, dass es „außerhalb Göttingens durchaus bessere Fußballer gibt“.

Dem stimmt SVG-Mittelfeldmann Erdem Kazan offenkundig nicht zu: „In der ersten Hälfte hätten wir Braunschweig weghauen können.“

„Es hat einfach nicht sollen sein“

Warum es nicht so kam, kann sein Mitspieler Florian Evers beantworten: Der offensive Mittelfeldspieler scheiterte im Duell mit Eintracht-Keeper Marjan Petkovic gleich dreimal.

„Es hat einfach nicht sollen sein“, sagt Evers knapp und erhält Rückendeckung von Auswahl-Torhüter Florian Borrs (FC Grone).

„Der Torwart hat die Bälle aber auch geholt wie eine Katze“, betont Borrs, während er vermutlich zum ersten Mal in seinem Leben Autogramme schreiben muss – an begeisterte G-Jugendliche.

Von Rupert Fabig

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