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Fußball vor Ort Fußball: Anna und Luis Riedel spielen gemeinsam bei JSG Höhbernsee
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort Fußball: Anna und Luis Riedel spielen gemeinsam bei JSG Höhbernsee
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21:34 10.07.2013
Fußball spielt im Leben der Geschwister Riedel aus Rollshausen eine ganz wichtige Rolle: Luis, Mika und Anna (v.l.). Quelle: Lüder
Rollshausen.

Der Fünfjährige hat zwar jetzt gerade mit dem Vereinstraining angefangen, aber seine Euphorie hält sich in Grenzen. „Schwimmen ist viel besser“, behauptet er selbstbewusst. Was ihn natürlich nicht davon abhält, mit seinen Geschwistern und einem Ball durch den elterlichen Garten zu tollen.

Mutter Tina Riedel ist immer noch überrascht, wenn sie auf ihre talentierten Kinder angesprochen wird. Natürlich sind weder sie noch ihr Mann Oliver unsportlich, haben den Bewegungsdrang ihres Nachwuchses immer gefördert, sich bei Vereinen allerdings nie angeboten.
Sowohl Anna als auch Luis haben sehr früh mit Fußball angefangen, beide erst in Rollshausen, ehe es dann nach Gieboldehausen ging. Dort spielen sie jetzt noch bei der JSG Höhbernsee. „Ich habe bei den Jungs angefangen und spiele auch heute noch mit“, erzählt Anna.

War nie ein Thema, dass ich ein Mädchen bin

Sie hatte zwar nicht das Talent ihres Bruders, wohl aber den entsprechenden Ehrgeiz, sich hochzukämpfen. „Luis hat mir immer geholfen, auch außerhalb des Trainings mit mir geübt“, erinnert sie sich. Anna besucht das Eichsfeld-Gymnasium, ist dort in ihrer Altersklasse die beste 800-Meter-Läuferin. Akzeptanz hat sie sich auch Stück für Stück auf dem Platz erarbeitet, ist inzwischen die Schnellste innerhalb der Mannschaft. „Es war nie ein Thema, dass ich ein Mädchen bin. Die anderen freuen sich mit mir, wenn ich ein Tor schieße“, ist die Stürmerin froh über den guten Zusammenhalt innerhalb des Teams.

Ihr Ehrgeiz hat sie inzwischen weit gebracht. Nicht nur, dass sie mit einem Zweitspielrecht für die SVG Göttingen ausgestattet ist, regelmäßig ist sie auch in Barsinghausen zu Gast, wurde für die Niedersachsen-Auswahl gesichtet und hat bereits an Norddeutschen Meisterschaften teilgenommen.

Ein sportliches Vorbild hat sie nicht. „Ich gucke auf mich“, so die Rollshäuserin, die als Lieblingsverein Borussia Dortmund angibt und Mario Götze als ihren Lieblingsspieler. Durch Götzes Vereinswechsel wird eines jedoch nicht passieren. „Ich werde nicht Bayern-Fan.“

Vorbilder Messi, Neymar, Luiz

Vom argentinischen Superstar Lionel Messi guckt Luis Riedel sich die Wendigkeit und die Schnelligkeit ab, vom Brasilianer Neymar das Dribbling und die Tricks. In Bezug auf ein faires Abwehrverhalten ist David Luiz vom FC Chelsea sein Vorbild. Als Typ gefällt ihm Portugals Ronaldo gar nicht, aber seine Freistöße findet Luis klasse. „Außer Torwart kann ich alles, aber am liebsten spiele ich vorne links“, gibt sich der Nachwuchskicker sehr selbstbewusst.

Er hat allen Grund dazu. Erst kürzlich beim Talent-Sichtungsturnier in Isenbüttel wanderte er auf die Liste der Verbandssportlehrer. Darüber hinaus fährt er ein Mal im Monat zum SV Werder Bremen, gehört dort zum Talentteam. „Wir haben eine schriftliche Einladung bekommen und sind dann dort einmal hingefahren“, erinnert sich Tina Riedel, der es inzwischen „richtig unheimlich ist“, welche sportliche Entwicklung ihre Kinder nehmen. Wobei sie gemeinsam mit ihrem Mann ein sehr wachsames Auge darauf hat, dass weder Luis noch Anna überfordert werden. „Es muss alles passen, Schule, Familie, soziales Umfeld. Wir sind alle gern in der Natur, gehen angeln, grillen. So etwas darf nicht auf der Strecke bleiben“, so Tina Riedel.

Trainer von der JSG Höhbernsee

Der große Traum der Geschwister in Bezug auf ihre Zukunft ist dann auch leicht zu erraten. Anna möchte liebend gern Nationalspielerin werden und Luis Bundesliga-Profi. Bis dahin ist es zwar noch ein langer Weg, aber, wenn sie die Chance bekommen, wollen sie sie auf jeden Fall nutzen. Und tun selbst in den Ferien schon alles dafür. „Wir trainieren uns gegenseitig, machen Konditionstraining im Wald“, erzählt Luis, der eine ganz hohe Meinung von seinen beiden Trainer von der JSG Höhbernsee, Roland Conrady und Michael Ehrhardt, hat. „Die haben mich immer unterstützt.“

Eine hoch einzuschätzende Meinung aus berufenem Munde bekam der Nachwuchskicker im Freibad in Reyershausen. „Luis hat da wie immer, da er nicht stillsitzen kann, gekickt, und da ist ein älterer Herr auf uns zugekommen und hat uns auf sein großes Talent angesprochen“, erzählt Tina Riedel. Wie sich herausstellen sollte, handelte es sich bei dem älteren Herrn um den ehemaligen Fußball-Nationalspieler Karl Schmidt, der in Göttingen lebt. Schmidt spielte einst unter Sepp Herberger und beim 1. FC Kaiserlautern, war später als DFB-Funktionär tätig. Die Riedel-Kinder haben sich inzwischen richtig mit ihm angefreundet, bekamen schon die eine oder andere Autogrammkarte zugesteckt. „Es ist ein unheimlich netter Kontakt“, freut sich Tina Riedel über die Bekanntschaft.

Gärtner oder Biologe

Und so langsam glaubt inzwischen wahrscheinlich auch sie an die außergewöhnliche Begabung ihrer Kinder, denn ein ehemaliger Nationalspieler kann sich doch nicht irren. Jetzt wird im Hause Riedel mit Spannung die Entwicklung des Nesthäkchens abgewartet. Fußballer oder Schwimmer heißt es in diesem Fall. Vielleicht wird Mika aber auch Gärtner oder Biologe, denn beim Gesprächstermin war er bei sommerlichen Temperaturen eher am Rasensprenger und an Schnecken als an allem anderen interessiert.

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