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Fußball: Verband verbietet Testspiele wegen Verletzungsgefahr

Generalabsage für Bezirk Fußball: Verband verbietet Testspiele wegen Verletzungsgefahr

Für Landesliga und Bezirksliga liegt seit Donnerstag eine Generalabsage durch den Fußball-Bezirk vor. Das für diesen Fall am Sonntag geplante Testspiel zwischen dem Bezirksligisten Sparta und dem Landesligisten SVG kann trotzdem nicht stattfinden. Wolfgang Reese, Vorsitzender des Bezirksspielausschusses, hat sämtliche an diesem Wochenende verabredeten Testspiele verboten.

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Auch wenn das Geläuf grün sein sollte: Fußballteams aus dem Bezirk dürfen am Wochenende nicht spielen.

Quelle: Kunze

Göttingen. Und er will stichprobenartig die Einhaltung kontrollieren. Die Begründung: Die Verletzungsgefahr sei zu groß.

„Wenn etwas passiert, heißt es wieder an unsere Adresse: Warum habt ihr nichts gemacht“, sagt Reese. „Bei Freundschaftsspielen ist doch die Verletzungsgefahr genauso hoch wie bei Pflichtspielen.“ In Braunschweig und Wolfenbüttel seien aus diesem Grund am vergangenen Wochenende die Kunstrasenplätze gesperrt worden.

Testspiele müssen beim Verband angemeldet werden, und diese Anfragen werden an diesem Wochenende negativ beschieden. Auch die Schiedsrichter wurden bereits von der Entscheidung in Kenntnis gesetzt.

„Das ist total frustrierend“, sagt Sparta-Teammanager Wolf Kallmeyer. „Die Jungs laufen momentan viel. Aber sie trainieren ja nicht für einen Marathon, sondern wollen auch mal spielen.“

Thorsten Tunkel, Abteilungsleiter der SVG , kann Reeses Aussagen nicht ganz nachvollziehen: „Die Kunstrasenplätze sind bei diesem Wetter in gutem Zustand. Eine Verletzungsgefahr ist nicht gegeben.“ Lege man die Maßstäbe des Verbands an, hätte das Testspiel zwischen dem RSV 05 und Northeim am vergangenen Wochenende auf Schnee erst recht nicht stattfinden dürfen. Das Verbot mache lediglich aus einem ganz anderen Grund Sinn: „Es gibt einige Teams mit vielen Verletzten, die regelmäßig Punktspiele ausfallen lassen und dann Testspiele austragen“, so Tunkel.

Ein befreundeter Staffelleiter habe nach Bekanntwerden des Verbots  „auf einen Schlag“ 240 Protest-Mails erhalten: „,Was soll᾽s‘, sagen wir uns“, so Reese. „Was nutzt es uns, wenn wir lauter Fußkranke haben?“ Ein „wildes Spiel“ ohne Anmeldung ziehe eine Strafe nach sich, unterstreicht er. Nur wenn das Spiel in Thüringen ausgetragen werde wie die am heutigen Abend erwogene, jedoch bereits erneut verschobene Testpartie zwischen Heiligenstadt und der SVG, oder der meldende Verein ein Kreisligist ist, dürfen Begegnungen mit Bezirks-Teams stattfinden – vorausgesetzt, dass der Fußball-Kreis grünes Licht gibt.

Hoffnung gibt es derweil für den RSV 05: Der Oberligapartie beim SV Holthausen-Biene am Sonntag „steht nichts entgegen“, sagte SV-Obmann Ansgar Krull.

Bereits am Freitag bestreitet Kreisklassist TSV Nesselröden ein Testspiel beim Nikolausberger SC. Der Anpfiff erfolgt um 19.45 Uhr auf dem Kunstrasenplatz in Weende. Erstmals dabei sind dann auch die Nesselröder Neuzugänge Dimitri Deppe (SV Germania Breitenberg) und Daniel Schabacker (SV Concordia Lauröden). Bezirksligist Breitenberg testet Freitag in Teistungen gegen den Gastgeber. Der Anstoß der Partie erfolgt um 19 Uhr.

Kommentar: Päpstlicher als der Papst

Da meint es jemand zu gut mit den Fußballern: Das Verbot von Testspielen aus Gründen des hohen Verletzungsrisikos platzt nicht nur in eine Zeit, in der Kunstrasenplätze durchaus gut zu bespielen sind. Es ist auch eine Bevormundung von Klubs und Fußballern, die eigentlich auf sich selbst aufpassen können. Auf der anderen Seite zeigt die Erfahrung, dass in Zeiten enger Termine Pflichtspiele bei weitaus schlechteren Bedingungen gnadenlos durchgezogen werden. Bitte nicht päpstlicher als der Papst sein.  

Von Eduard Warda

war/cro

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