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Fußball vor Ort Hallenfußball: Auslaufmodell oder Attraktion?
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort Hallenfußball: Auslaufmodell oder Attraktion?
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00:17 25.01.2013
Hallenfußball in der Sparkassen-Arena: Nico Bitzer vom FC Lindenberg-Adelebsen (l.) gegen Florian Ringling von der SG Bergdörfer. Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

Spätestens mit der laufenden Wintersaison scheint sich das Interesse etwas abgenutzt zu haben. Diesen Verdacht legen zumindest die sinkenden Zuschauerzahlen bei Turnieren in der Region nah. Erste Rufe werden laut, auf den Hallen-Ableger des Fußballs – die vom Weltfußballverband offiziell anerkannte Variante Futsal mit etwas anderen Regeln – umzustellen. Futsal gilt als technisch anspruchsvollere Alternative.

„Futsal gehört die Zukunft“, sagt der SVGer Reinhold Napp vom Organisationsteam des Göttinger Hallenturniers in der Sparkassen-Arena. „Wenn man das Drumherum des Hallenfußballs mit Checken an der Bande, Pöbeln und Grätschen weglässt, hat man Futsal.“ Vor der nächsten Auflage des „Budenzaubers“ in der S-Arena will er zusammen mit den Verantwortlichen und den Vereinen ausloten, ob es Ansatzpunkte gibt.

„Es ist alles möglich. Wir können ja auch nur Teile, die eine oder andere Regel, übernehmen.“ Die niedrigeren Zuschauerzahlen führt Napp indes darauf zurück, dass die S-Arena im Vergleich zur ersten Auflage in der neuen Halle nicht mehr den „Reiz des Neuen“ hatte.

Für Philipp Kokars vom Organisationsteam des Adelebser Turniers kommt Futsal demgegenüber nicht in Frage. „Wir wollen die Tradition beibehalten. Für mich ist das ein neu-moderner Trend“, sagt Kokars. Gleichwohl hat auch er beobachtet, dass das Niveau „ein bisschen nachgelassen hat“. Entscheidend jedoch sei, dass es momentan „ziemlich viele Turniere“ gebe und die Zuschauer „sich nicht aufteilen“ könnten.

„Ich glaube, es ist eine gewisse Übersättigung da“, sagt Wolfgang Hungerland, der die Bovender Turniere organisiert.Dabei gelte: Je später der Termin für ein Turnier ist, desto schwerer haben es die Veranstalter, die Halle voll zu bekommen. „Es wird zu viel angeboten. Nach drei Turnieren haben die Zuschauer die Nase voll.“

Bei den Zuschauerzahlen kann Hungerland keinen Trend erkennen. „Letztes Jahr hatten wir einen überraschend guten Besuch, da war die Halle proppenvoll.“

Stephan Kanbach vom NFV-Kreis Göttingen ist der Meinung, dass der Hallenfußball durch die Vielzahl der Turniere, aber auch durch komplizierte Modi mit Dreier-Gruppen in Zwischenrunden und Wartezeiten für Teams von bis zu drei Stunden „verwässert“ werde. So etwas wirke sich auch auf die Zuschauer-Resonanz aus.

„Teilweise habe ich mehr Spieler auf der Tribüne als Zuschauer gesehen“, berichtet SVG-Trainer Knut Nolte von der Hallensaison. Er sei „nicht unbedingt ein Freund des Hallenfußballs“, unter anderem wegen der Verletzungsgefahr. So hat sich SVG-Stürmer Daniel Kornet in Bovenden einen Innenbandriss zugezogen.

„Die Grätscherei in der Halle müsste unterbunden werden. Das ist mir schon immer auf den Keks gegangen“. Noltes Trainerkollege „Jelle“ Brinkwerth vom RSV 05 glaubt, dass die Vereine „ein bisschen selbst schuld“ an der Zuschauerentwicklung seien. „Da wird die zweite Mannschaft geschickt, es wird von Verletzungsgefahr gesprochen, es ist immer negativ.

Das kriegen auch die Zuschauer mit. Es ist hausgemacht.“ Brinkwerth findet Hallenfußball „super“, wegen des Trainingseffekts und weil man als Mannschaft etwas Zeit miteinander verbringt. „Das ist auch eine Art Teambuilding-Maßnahme.“

Von Eduard Warda

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