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Fußball vor Ort JFV Rhume-Oder soll Basis für den Herrenbereich werden
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort JFV Rhume-Oder soll Basis für den Herrenbereich werden
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13:15 31.05.2018
Ein Lindauer, der aus der Jugend des JFV Rhume-Oder kommt und für Bilshausen in der Bezirksliga spielt: Jannis Hungerland (r., im Duell mit dem 05er Grzegorz Podolczak). Quelle: Kracht
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Lindau

Fünf Vereine, zwei Fußballkreise, zwei Flüsse: Das, was im Nachwuchsbereich schon Schule gemacht hat, könnte auch ein Modell für den Herrenfußball werden. Bei einer Informationsveranstaltung wurden knapp 80 Mitglieder aus den Vereinen FC Lindau, SV Bilshausen, Eintracht Wulften, Merkur Hattorf und JFV Rhume-Oder über ein Projekt informiert, das in einem gemeinsamen Fußball-Klub gipfeln soll.

Im März 2017 haben die Vereinsvorstände erstmals in Bilshausen zusammengesessen, um dem in Zukunft zu erwartenden Defizit an Spielern im Herrenbereich entgegen zu wirken. Zahlen sprechen da für sich: In den vergangenen vier Jahren ging die Zahl aller gemeldeten Mannschaften im NFV-Kreis Northeim um 110 Teams (auf 223 in der Saison 2017/18) und damit 33,4 Prozent zurück, im NFV-Kreis Göttingen-Osterode betrug der Rückgang 182 Mannschaften (auf 478/-28 Prozent).

Immer bei den Zusammenkünften dabei waren die beiden Moderatoren Martina Voß (Göttingen) und Jörg Beismann (Hannover) aus dem Beraterteam des Landessportbundes, die – entsprechend geschult – eine externe Sicht auf alle Aspekte der Vereinsentwicklung haben. Dank jahrelanger Erfahrung standen beide mit vielen Ratschlägen zur Seite, Beismann provozierte auch immer wieder mit markigen Sprüchen: „Elf Freunde müssen wir sein, sieben sind wir nur, mit den Nachbarn wollen wir nicht. Geben Sie zu, dass es auch hier einige gibt, die so denken.“

Die Gruppe der Vereinsverantwortlichen denkt da anders, hat drei Möglichkeiten erarbeitet und vorgestellt, die das Vereinsrecht und die NFV-Spielordnung zulassen: Alle fünf Vereine könnten komplett fusionieren und zu einem Klub werden, oder aber die Fußballsparten spalten sich vom jeweiligen Hauptverein ab und werden zusammengeführt. Die dritte Variante ist ein Kombimodell 4+1, bei dem es eine Teilfusion von vier Vereinen und die Bildung einer Spielgemeinschaft mit dem Ein-Sparten-Verein SV Bilshausen gibt. Diese Kooperation würde auch ermöglichen, dass die Bilshäuser weiterhin in der Bezirksliga spielen könnten. Angedacht ist ein gemeinsamer Spielbetrieb zur Saison 2019/20.

Die Ausgliederung der Fußballsparten soll zunächst nur den Herren- und Juniorenbereich betreffen, Mädchen- und Frauenfußball wäre davon nicht betroffen. Der bereits existierende JFV Rhume-Oder wird aufnehmender Verein, die Altvereine behalten ihre Eigenständigkeit und damit auch die Mitgliedschaft im Niedersächsischen Fußballverband. Für die Jugendlichen ist so ein gleitender Übergang vom Nachwuchs- in den Herrenbereich möglich. Hinzu kommt, dass viele Sportstätten zur Verfügung stehen.

In der anschließenden Diskussionsrunde wurden viele Aspekte noch einmal aufgegriffen. So wurde der enge Zeitrahmen von gerade einmal gut einem Jahr Vorlaufzeit bis zum Kooperationsbeginn kritisiert. Es entstand eine Debatte um Identität und Gemeinschaftsgefühl, das viele eher in ihrem Heimatklub als in einem Großverein sehen. „Der Dorfcharakter soll erhalten bleiben“, forderte ein Wulftener. Dass seine zahlenmäßig stark besetzte E-Jugend unter sich bleibt, war der Wunsch eines Hattorfers. Der Vorschlag, dass der bereits existierende JFV Rhume-Oder in Zukunft eine Herrenmannschaft melden solle, rief Bedenken hervor: Diese müsse ja in der 3. Kreisklasse beginnen und sei deshalb keine Perspektive für die zum Teil in der Bezirksliga spielenden Fußballer der JFV-Teams.

Nicht zuletzt kam auch die Finanzierung des neuen Vereins zur Sprache. Immerhin geht es um Betriebskosten für die Sportanlagen, die Finanzierung des Spielbetriebs, den Umgang mit den einzelnen Fördervereinen und Sponsoren sowie die Gastronomie. Hier sind die Verantwortlichen aufgefordert worden, bis zum Herbst detaillierte Angaben machen zu können, ehe die einzelnen Vereine ihre Mitglieder erneut informieren und Entscheidungen treffen. „Auch wenn die Not in keinem der einzelnen Vereine zurzeit sehr hoch ist, sich zusammenschließen zu müssen – greifen Sie nicht erst nach dem Strohhalm, wenn es zu spät ist“, gab Beismann zu bedenken.

Von Kathrin Lienig

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