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Fußball vor Ort Jean-Manuel Mbom erhält Profi-Vertrag, und der Bovender SV ist stolz
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort Jean-Manuel Mbom erhält Profi-Vertrag, und der Bovender SV ist stolz
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17:46 27.02.2018
Iean-Manuel Mbom im Trikot von Werder Bremen. Quelle: WERDER.DE
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Göttingen/Bremen

Als der DFB ihm im vergangenen September die Fritz-Walter-Medaille in Silber als zweitbester U-17-Spieler des Jahres verlieh, war ein Artikel in der Wochenzeitung „Die Zeit“ mit „Die Musterschüler“ überschrieben. „Die anderen hatten auch Spaß“, blickt darin Mbom auf seine ersten fußballerischen Gehversuche in Bovenden zurück, „aber ich war vielleicht schon ernsthafter dabei und habe versucht, in jedem Training besser zu werden und immer zu gewinnen“.

Mbom, der einen kamerunischen Vater hat, ist in Bovenden aufgewachsen, und seine Mutter wohnt immer noch vor den Toren Göttingens. „Er hatte immer den unbedingten Willen, für den Fußball alles zu geben“, sagt Thomas Rusch über Jean-Manuel, den er von der G- bis zur D-Jugend trainiert hat. Heute ist er Coach der Herrenmannschaft des Bovender SV, die in der Bezirksliga kickt.

„Andere wollten Polizist oder Feuerwehrmann werden, Manuel war der einzige, der immer Fußballprofi werden wollte. Das hatte er früh im Kopf, das muss man ihm lassen“, sagt Rusch, der wie kaum ein anderer Mboms fußballerischen Werdegang verfolgt hat. So war er dabei, als das Talent das erste Mal im zarten Alter von zehn Jahren bei Werder vorspielte „Mich hat das interessiert, da bin ich mit hochgefahren.“

Als 13-Jähriger zog er nach einer Stipvisite beim JFV Göttingen, der später im I. SC Göttingen 05 aufging, ins Internat von Werder Bremen ein. Es folgte in steiler Aufstieg – für Werders U17 bestritt er 52 Spiele und traf dabei 22-mal, wurde U-17-Nationalspieler. In der laufenden Spielzeit absolvierte er nach Adduktorenproblemen, wegen der er die U-17-EM im vergangenen Jahr verpasste, für die U19 der Bremer sechs Partien und schoss dabei ein Tor. Bis zum Ende der Saison führt er die Grün-Weißen als Kapitän aufs Feld, ab dem 1. Juli ist er dann Profi.

„Seitdem ich ins Internat gekommen bin, war es mein Wunsch, einmal im Weser-Stadion zu spielen. Ich bin sehr froh, dass mir Werder das Vertrauen schenkt“, sagt Mbom. Sein U19-Trainer bei Werder heißt Marco Grote, der den Bovender mehr als dreieinhalb Jahre trainiert hat. In dieser Zeit habe sich Mbom enorm weiterentwickelt, unterstreicht Grote. „Er ist ein sehr offener und verlässlicher Mensch und ist eine starke Persönlichkeit geworden. Auch fußballerisch hat er große Schritte gemacht, gerade in den Bereichen Flexibilität und Ausgewogenheit im Offensiv- und Defensivbereich.“

Früher sei Mboms Spiel „eher auf die Defensive“ ausgerichtet gewesen, Zweikampfverhalten und Körperlichkeit hätten im Vordergrund gestanden. „Inzwischen ist er in vielerlei Hinsicht ein kompletterer Fußballer, der in den kommenden Jahren viele Möglichkeiten besitzt“, unterstreicht Grote.

Der Grundstein dafür wurde beim Bovender SV gelegt, der zwischenzeitlich eine DFB-Förderprämie in Höhe von 3200 Euro vom DFB für Mboms Ausbildung eingestrichen hat. Außerdem wurden 15000 Euro als Prämie für die Fritz-Walter-Medaille zwischen dem BSV und 05 geteilt.

„Es war überwiegend seine Physis, die ihn so stark gemacht hat, aber er war auch spielstark, konnt gut mit dem Ball umgehen“, sagt BSV-Trainer Thomas Rusch über Mboms Jahre in der Bovender Jugend. Ausgezeichnet habe ihn, dass er sich fast aufgeopfert habe für seine Mannschaft. „Er hat überall ausgeholfen, ist Bälle abgelaufen, das war schon enorm. Er hat quasi für zwei gespielt“, berichtet Rusch.

Dabei hat er durchaus gute Fußballer an seiner Seite gehabt, was ihn natürlich umso stärker gemacht habe. „Zum Schluss war er bei uns auch Kapitän“, sagt Rusch. Das sei wenig überraschend gekommen, „denn Manuel war ein echter Leader“.

Von Eduard Warda

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