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Jobs für Spieler ergeben „Mehrwert“ für Verein

RSV-Torjäger Jobs für Spieler ergeben „Mehrwert“ für Verein

Ein talentierter Amateur-Fußballer hat zwei Vereine zur Auswahl: Der eine macht ihm ein gutes Angebot, bei dem die Aufwandsentschädigung nicht zu gering ausfällt; der andere bietet an, ihm einen Job zu vermitteln. Für welchen Klub wird er sich entscheiden? Die Offerte, dem potenziellen Neuzugang beruflich weiterzuhelfen, ist verlockend und bringt selbst Akteure, die beim höchstklassig spielenden Verein der Region aktiv sind, ins Grübeln, wie der Fall Özkan Beyazit vom Fußball-Oberligisten RSV 05 zeigt.

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Özkan Beyazit

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Beyazit hat nach einer guten vergangenen Saison in der laufenden Spielzeit schon wieder elf Tore für sein Team geschossen und ist eigentlich unersetzlich. Der Stürmer ist aber auch schon 31 Jahre alt und hat Frau und Kind.

Weil Beyazit momentan nach einer befristeten Anstellung bei Bosch einen neuen Job sucht, trat Sven Galinsky, Manager des Landesliga-Schlusslichts FC Grone, auf den Plan.

„Özkan hat uns vor gut zwei Wochen informiert, dass er von Grone angesprochen wurde“, sagt RSV-Manager Jan Steiger.

Nach einer kurzen Bedenkzeit hat sich der Torjäger dafür entschieden, bis zum Saisonende für den RSV aufzulaufen, berichtet Steiger. Aber das Job-Argument ist im Fußballbereich ein schwerwiegendes – das der RSV selbst praktiziert, um sich gute Fußballer leisten zu können.

„Wenn es um eine berufliche Perspektive geht, kann man drüber reden. Aber es war klar, dass wir Beyazit nicht unter Wert verkauft hätten“, unterstreicht Steiger.

Der RSV habe in der Vergangenheit „immer mal wieder Kontakte hergestellt“ und dabei auf persönliche Netzwerke von Sponsoren oder Bekannten der Klub-Führung zurückgegriffen.

Zuletzt wurde so Okan Gürcan von Energie Cottbus II verpflichtet. Auch beim Ausbildungsplatz von Robert Huck oder bei der Stelle von Julian Keseling habe man vermittelnd eingegriffen. „Da kann man unter Umständen einen Mehrwert für den Verein schaffen“, sagt Steiger.

Hans-Wilhelm „Hansi“ Kulle ist Präsident des Bezirksligisten Sparta und hat gleichzeitig ein Personenbeförderungsunternehmen. In der Vergangenheit ist bereits Yusuf Beyazit (heute Lenglern) für ihn gefahren.

Aktuell ist Franz Matezki bei Kulle angestellt. „Er brauchte unbedingt einen Ausbildungsplatz, und ich hatte gar kein Problem damit, mir zu sagen: Er ist ein guter Fußballer, und du hast eine Firma“, berichtet der Sparta-Präsident.

Allerdings, das ist ihm wichtig, hänge Matezkis Ausbildung nicht von einer Vertragsverlängerung ab.

Das sieht Grone-Manager Galinsky genauso. „Ein kleines Dankeschön des Spielers wäre, wenn er ein halbes oder ein Jahr bei uns spielt. „Alles andere wäre unfair.“ Allerdings gibt es bei Grone noch keinen einzigen Spieler, der über eine Job-Vermittlung verpflichtet wurde.

„Es ist super schwer, eine gute Arbeitsstelle an Land zu ziehen. Die Wahrscheinlichkeit, Özkan einen langfristigen Job zu vermitteln, ist momentan nicht besonders groß und im Sommer wahrscheinlich einfacher“, sagt Galinsky.

Sparta-Präsident Kulle könnte eine Entscheidung Beyazits pro Grone durchaus nachvollziehen. „Er hat Familie, und da wäre es ganz legitim, wenn ihm ein sicherer Arbeitsplatz lieber wäre.“

„Wir sind mit ihm im Gespräch, und wenn wir ihm helfen können, helfen wir ihm“, sagt RSV-Manager Steiger.

Von Eduard Warda

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